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Als Mitglied im Städtebündnis für Frieden ruft Fürth am Jahrestag des Bombardements seit 1986 zur Ächtung aller Atomwaffen auf. Am Freitagabend stand auch die Forderung nach einer globalen Energiewende im Zentrum der Gedenkstunde in der Auferstehungskirche. Eine Delegation der Brüder-Grimm-Schule in Künzelsau überreichte dabei dem neuen japanischen Generalkonsul, Akira Mizutani, für die Katastrophenopfer einen Scheck über 1196,21 Euro. Das Geld kam beim Verkauf von Origami-Kranichen zusammen, die von Schülern in einer dreimonatigen Aktion gefaltet wurden.
Kraniche sind in Japan Symbol für ein langes Leben. Eine Tradition, die von der 1955 an den Folgen des Atombombenabwurfs gestorbenen Sadako Sasaki begründet wurde. In der Hoffnung auf Genesung hatte die leukämiekranke Zwölfjährige vor ihrem Tod über 1000 Kraniche gebastelt.
Während Mizutani jede Stellungnahme zur Forderung nach einem Ausstieg aus der Kernenergie in Japan vermied, kursierten im Gotteshaus Unterschriftslisten einer Petition, mit der Japans Ministerpräsident Naoto Kan zum sofortigen Umsteuern in der Energiepolitik aufgefordert wird. An der Spitze dieser Bewegung: das Fürther Künstlerpaar Atsuko und Kunihiko Kato, das auch die Gedenkfeiern organisiert. Bei den Montagsdemos am Bahnhofplatz für die Energiewende in Deutschland hatte es mit dem Verkauf selbst gezogener Ginkgo-Bäumchen 466 Euro für die japanischen Katastrophenopfer gesammelt.
„Besser jetzt aktiv, als später radioaktiv“, stellte sich Pfarrer Andreas Eckler namens der Fürther Geistlichkeit hinter die Anti-Atom-Bewegung. Und Oberbürgermeister Thomas Jung warnte vor der noch nicht gebannten Gefahr, dass die auch in Deutschland eingelagerten Atomwaffen angesichts der zahlreichen Krisenherde und Konflikte in der Welt einmal aktiviert werden.



