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Vorbildliche Europäer sitzen in Großhabersdorf

Rare Würdigung: Das kleine Landkreisdorf bekommt die Europaplakette - 17.12.2017 10:00 Uhr

Mit der deutsch-französischen Freundschaft hat alles begonnen. Jetzt freut sich Großhabersdorfs Bürgermeister über die seltene Würdigung. © Foto: AFP/Greb


Am 17. April 1982, also vor über 35 Jahren, besiegelten Danielle Nouaille für die Stadt Aixe-sur-Vienne und Georg Lang für die Gemeinde Großhabersdorf mit ihrer Unterschrift die Partnerschaft der beiden Kommunen. Zusammen mit Jean Pierre Salesse und Theo Grund hatten die beiden Bürgermeister ihre jeweiligen Stadt- und Gemeinderäte davon überzeugt, dass eine Partnerschaft zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern im Sinne der Aussöhnung eine gute und lohnenswerte Sache ist.

Erinnerung an Geburtsstunde

Bei der Verleihung der Ehrenplakette des Europarates an die Gemeinde Großhabersdorf durch das Ehrenmitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Edeltraud Gatterer, erinnerte Bürgermeister Friedrich Biegel an die Geburtsstunde dieser Kommunalpartnerschaft. Sie war die Erste ihrer Art in Mittelfranken zwischen zwei Gemeinden des Bezirks Mittelfranken und der Region Limousin in Frankreich.

Mit dieser zweithöchsten Auszeichnung, die der Europarat zu vergeben hat, werde das Engagement der Gemeinde Großhabersdorf "in Anerkennung und Würdigung ihrer herausragenden Leistungen zur Förderung des europäischen Gedankens" gewürdigt, betonte der Bürgermeister. Die Europaplakette des Europarates werde auch weiterhin Ansporn und Motivation sein, auf diesem Weg weiterzugehen.

Sie sei aber auch eine große Anerkennung für die Mitbürgerinnen und Mitbürger, die durch zahlreiche private Kontakte einen intensiven Austausch zwischen den Freunden erst ermöglichen. Und auch für die Partner in Frankreich, Polen und Kroatien sei die Europaplakette eine Auszeichnung, denn sie haben zu einer quadro-nationalen Verbindung beigetragen.

Den Vertretern der drei kommunalen Ebenen Bezirk, Landkreis und Gemeinde, zu deren Aufgabe die Anbahnung und Pflege von Kommunalpartnerschaften gehört, war es vorbehalten, bei der Feier auf dem Rathausplatz ein Grußwort zu sprechen.

Landrat Matthias Dießl erinnerte daran, dass in diesem Jahr nur zehn Gemeinden aus acht europäischen Ländern gewürdigt werden, in Deutschland außer Großhabersdorf noch Pirna in Sachsen und Roßdorf in Hessen. Ganz besonders für Jugendliche seien Begegnungen mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern eine große Bereicherung: Sie helfen dabei, Vorurteile zu überwinden und Grenzen in den Köpfen abzubauen. Ein gemeinsames Europa sei auch ein Friedensgarant, betonte der Landrat.

Bezirkstagspräsident Richard Bartsch wies darauf hin, dass der Bezirk Mittelfranken in den vergangenen Jahren regelmäßig mit einer finanziellen Beteiligung diese vorbildliche Partnerschaftsarbeit unterstützt hat und dies auch weiterhin tun wird. Diese hohe Auszeichnung sollte Anlass sein, den europäischen Gedanken zum Wohle der Menschen in Frieden und Freiheit weiterzutragen. 

GÜNTER GREB

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