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Vorfreude auf ein Jubiläumsjahr voller Schnapszahlen

Unterschlauersbach wird 888 Jahre alt und hat in jedem Monat 2012 einen Programm-Höhepunkt, nicht nur für das Dorf, zu bieten - 31.12.2011 09:00 Uhr

Irmi Schmidt hält den Beweis in Händen — eine Urkunde belegt, dass ihr Heimatdorf vor 888 Jahren zum ersten Mal erwähnt wurde. © Hans J. Winckler


888 Jahre Unterschlauersbach, 222 Jahre Familienbesitz des Gasthauses, 111 Jahre Feuerwehr und Gesangverein und 33 Jahre Ortsverein. Mögen Sie Schnapszahlen, Frau Schmidt?

Irmi Schmidt (lacht): Ja, wir feiern ein echtes Schnapszahlen-Jubiläum. Das ganz Dorf hilft dabei zusammen, mit einem Programm für jeden.

Wie kommt man auf die kuriose Ansammlung von Jubiläumsdaten?

Schmidt: 2010 bin ich darauf gestoßen, dass das Wirtshaus seit 1696 ein Brau- und Tafernrecht hat, also zum Beispiel Festlichkeiten veranstalten darf. Das wollte ich dann genauer wissen und habe deshalb in Archiven in Nürnberg und in Bamberg gesucht. Der Rest hat sich aus Gesprächen ergeben. Jürgen Schuster vom Ortsverein hatte dann die Idee mit dem Schnapszahlen-Jubiläum. Feuerwehr, Gesangverein, Landfrauen und Kärwaburschen helfen kräftig dabei mit.

Dass Unterschlauersbach seit vielen Jahrhunderten eine Ansiedlung ist, war für Sie aber keine neue Erkenntnis aus den Archiven?

Schmidt: Nein, nein, das ist bekannt und verbürgt. Die 888 Jahre beziehen sich auf eine Urkunde, die bestätigt, dass das Dorf samt 15 Höfen, einer Mühle und einer Kirche verschenkt wurde. Wenn das alles schon im Jahr 1124 stand, dann muss Unterschlauersbach also noch viel älter sein. Auf jeden Fall älter als Großhabersdorf und vermutlich auch als alle anderen Dörfer rundum.

Darauf sind bestimmt alle stolz, die im Dorf leben.

Schmidt: Klar, und zwar alle 260 Einwohner.

Erzählen Sie doch ein bisschen vom Unterschlauersbacher Feierjahr.

Schmidt: Jeden Monat haben wir was Besonderes. In der Silvesternacht wird unser Jubiläumsjahr eingeschossen. Wir haben einen Pyrotechniker engagiert, der das Feuerwerk aufbaut. Es darf aber von Laien gezündet werden, das übernehmen die Kärwaburschen. Dann geht’s weiter mit einem Lichtmesskaffee, dem weit übers Dorf hinaus bekannten Unterschlauersbacher Theater und wir werden zum ersten Mal einen Osterbrunnen schmücken.

Was sind für Sie die Höhepunkte?

Schmidt: Im Juli unser Gasthausjubiläum, bei dem ich Speisen von früher anbieten will. Neben den üblichen Braten und Schnitzel werden dann auch ausgefallene Gerichte wie ein Spanferkel-Schäufele in dunkler Biersoße oder die Nachspeise „Besoffene Jungfer“ auf der Speisekarte stehen. Da lasse ich mir was einfallen. Gleich im August freue ich mich auf das Dorffest.

Also die Kirchweih?

Schmidt: Nein, die ist bei uns schon früh im Jahr, im Mai. Beim Dorffest machen alle Vereine mit, es soll zum Beispiel Vorführungen von altem landwirtschaftlichen Gerät geben oder eine Stube wird so eingerichtet, wie es früher war.

Gibt es auch etwas Spezielles zur Ortsgeschichte?

Schmidt: Das ist im Oktober geplant. Dann werden Führungen angeboten. Das soll ein bisschen so laufen, wie die Stadtführungen in Fürth. Das wird interessant, denn es gibt allerlei Anekdoten zu erzählen.

Bekannt ist Unterschlauersbach für seinen Jahrmarkt im November. Wie fällt der im Jubeljahr aus?

Schmidt: Er wird zu einem mittelalterlichen Markt und wird mit Minne und Gesang eingeleitet. Wir haben dazu die Mittelalter-Gruppe aus Deberndorf engagiert.

Und zum Jahresausklang geht’s zum Festgottesdienst in die Kirche.

Schmidt: Wenn wir das alles geschafft haben, dann dürfen wir danken. Mein Wunsch ist, dass alles klappt, das Wetter passt und wir alle feste zusammenhelfen.

Mehr unter www.unterschlauersbach.de  

Interview: BEATE DIETZ

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