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Donnerstag, 20.09.2018

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Vorsicht Stau: An der Ludwigbrücke geht es ins Nadelöhr

Drei Monate lang sorgt der Umbau des Verkehrsknotens für massive Einschränkungen - 13.06.2018 16:00 Uhr

Engstelle auf einer höchst frequentierten Route: Über weite Strecken geht es für Autofahrer rund um die Ludwigbrücke bis in den September dieses Jahres hinein nur noch einspurig voran. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Im Rathaus weiß man mit Blick auf die Tag für Tag hier vorbeirollende Autolawine, wie heikel und konfliktträchtig das Vorhaben ist. Vor allem im Berufsverkehr dürfte es eng werden. Von einer "Operation am offenen Herzen" sprach Tiefbauamtschef Hans Pösl bereits im Vorfeld, der OB drängt auf fristgerechte Abwicklung. Keinesfalls will man der am 29. September beginnenden Michaelis-Kirchweih in die Quere kommen, die im Jubiläumsjahr länger als üblich und besonders prächtig ausfallen soll.

Ohnehin mutet ein derartiges Nadelöhr keine Stadt ihrer Bevölkerung gern zu – doch laut Rathaus handelt es sich um eine "wichtige Maßnahme zur Verkehrsverbesserung". Sie soll vor allem dem Busverkehr zugute kommen, ihn beschleunigen und die oft beklagten Verspätungen in diesem Sektor vermindern.

Nach der Fertigstellung wird eine separate "Schleuse" mit Spezialampeln Bussen auf ihrem Weg von der Ludwigbrücke über die Henri-Dunant-Straße zum Busbahnhof am Rathaus Vorrang vor dem Individualverkehr verschaffen.

Zudem entsteht eine neue Haltestelle an der Ludwigbrücke. Doch auch Radfahrer und Fußgänger sollen es an dieser für sie überaus unübersichtlichen Riesenkreuzung künftig leichter haben. So ist etwa an der Einmündung in die Henri-Dunant-Straße eine barrierefreie Querung hinüber zur Ludwigbrücke vorgesehen.

Dank ihr kann der Umweg durch die Unterführung entfallen — eine nach Überzeugung der Fürther Stadtplaner ohnehin längst nicht mehr zeitgemäße, darüber hinaus unattraktive und beschwerliche Variante. Für Radler soll es in diesem Bereich teilweise neue Schutzstreifen geben.

Fast eine Million Euro lässt sich die Kommune die Umgestaltung kosten. Sie verläuft in mehreren Phasen, die unterschiedliche Behinderungen auf den betroffenen Hauptverkehrsachsen mit sich bringen. Noch bis zum 6. Juli sind der Geradeausverkehr auf der Ludwigbrücke und der Henri-Dunant-Straße sowie das Linksabbiegen von der Brücke aus nur einspurig möglich. Von Montag, 9. Juli, bis Freitag, 10. August, kann man auch von der Kapellenstraße aus nur einspurig nach links abbiegen; die Busschleuse ist dann bereits fertiggestellt.

Warnung weit vorher

In der vierten Phase zwischen dem 6. und dem 31. August ist das Linksabbiegen von der Ludwigbrücke und der Kapellenstraße nur einspurig möglich, für Rechtsabbieger steht lediglich eine reduzierte Fahrbahn zur Verfügung. Im letzten Bauabschnitt vom 3. bis zum 21. September sind laut Stadt "Restarbeiten" zu erledigen: Die Lücke im derzeitigen Mittelteiler an der Heiligenstraße wird geschlossen, die Fahrbahn zurückgebaut und als Grünfläche gestaltet.

Während der Bauzeit wird mit großen Schildern bereits weit entfernt vor der stauträchtigen Engstelle und vor Sperrungen gewarnt; der Verkehr soll, wenn möglich, beizeiten in andere Bahnen gelenkt werden. Geht alles wie geplant über die Bühne, wären die Arbeiten vor dem Kärwa-Start erledigt. Sicher? "Der Teufel steckt meistens im Detail", sagte Hans Pösl unlängst in einer Sitzung des Bauausschusses – und trug damit nicht gerade zur besseren Laune des Rathauschefs bei.

Die städtische Baureferentin Christine Lippert indes verabreichte umgehend die Beruhigungspille: Man werde "auf jeden Fall" bis zur Kirchweih fertig, sicherte sie zu. Ein bisschen Daumendrücken dürfte trotzdem nicht schaden . . . 

Wolfgang Händel

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