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Wachsende Gegnerschar will Höffner stoppen

Kritiker fürchten, das bei Steinach geplante Fachmarktcenter schade Einkaufsprojekten in der Innenstadt - 21.07.2011 11:00 Uhr

Schon 2006 demonstrierte der BN mit einer Plastikplane, die den „Flächenfraß“ symbolisieren sollte, gegen den Neubau von Höffner. © Winckler


Am Mittwoch war es unter „Amtliche Bekanntmachungen“ in der Stadtzeitung zu lesen, dem Amtsblatt der Stadt Fürth: Die Regierung von Mittelfranken hat grünes Licht für den Bau einer Autobahnausfahrt „Steinach“ an der A73 gegeben.

Wer die seit 1999 laufende Diskussion um den Bau eines Fachmarktcenter zwischen Steinach und Herboldshof verfolgt, weiß, dass die Anschlussstelle vor allem einen bequemen Anfahrtsweg zu einem Möbelhaus, einem Garten- und einem Baumarkt sowie einem Teppichhaus bieten soll, die allesamt auf dem Areal im Knoblauchsland geplant sind. Der Firma Möbel Höffner ist die Autobahn-Ausfahrt so wichtig, dass sie die Kosten für den Bau selbst tragen will.

Dass die Gegner des Projekts just am Mittwoch zur Pressekonferenz baten, war also kein Zufall. Der Bund Naturschutz (BN), der Bürgerverein Fürth-Nord, der Verband der Fürther Einzelhändler und die Kreativen Einzelhändlerinnen wollen der Ansiedlung von Höffner auf der „grünen Wiese“ einen Riegel vorschieben – und daran soll auch die Genehmigung der Anschlussstelle nichts ändern.

„Ikea ist ein Zwerg dagegen“

„Das Großprojekt Möbel Höffner ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt Fürths BN-Chef Reinhard Scheuerlein und betont, dass sich das schwedische Möbelhaus Ikea daneben wie ein Zwerg ausnehmen wird. Zwölf Hektar landwirtschaftliche Fläche sollen dem Fachmarktcenter „zum Opfer fallen“, das entspricht Scheuerlein zufolge 17 Fußballfeldern. Ein Flächenfraß sondersgleichen, wie der BN-Chef sagt.

Nicht minder schwer wiegt für Scheuerlein die Sorge um die Fürther Innenstadt, die ihn den Schulterschluss mit den dortigen Einzelhändlern üben lässt. Denn: Möbel Höffner will auf gut 7500 Quadratmetern sogenannte Randsortimente unters Volk bringen, Artikel also, die in der Regel auch in Geschäften in der Innenstadt verkauft werden.

Der neben Höffner geplante Baumarkt will diese Waren auf 2900 Quadratmetern anbieten, der Gartenmarkt auf 2500 und das Teppichhaus auf 1200 Quadratmetern: alles in allem 14100 Quadratmeter. Das entspricht in etwa der Ladenfläche des Einzelhandelsschwerpunkts, der an der Rudolf-Breitscheid-Straße entstehen soll, und von dem man sich wichtige Impulse für die Innenstadt verspricht.

„Ein Irrsinn“, wie Dagmar Orwen, Geschäftsfrau von den Kreativen Einzelhändlern und Grünen-Stadträtin, findet. Dass Oberbürgermeister Thomas Jung die Ansiedlung von Höffner unterstützt, kann sie nicht nachvollziehen. „Da kämpft der OB einerseits für die Wiederbelebung der Innenstadt, und dann lässt er so was zu.“

Auch Norbert Staudt, Sprecher des Verbands der Einzelhändler in Fürth, lässt kein gutes Haar an den Plänen des Möbelriesen. „Dieses riesige Center schadet der gesamten Stadt“, sagt Staudt. Er fürchtet, dass der neue Einkaufsschwerpunkt und die Revitalisierung des City-Centers unter dieser „massiven Konkurrenz“ leiden könnten. Eine Sorge, die auch die Bürgerinitiative Bessere Mitte umtreibt, die sich nun in die Phalanx der Höffner-Gegner einreiht.

Deren Hoffnungen ruhen nun darauf, dass die SPD-Mehrheit im Stadtrat umschwenkt und Höffner trotz der langjährigen Planungen eine Absage erteilt. Sollte dies nicht geschehen, müsse die Stadt wenigstens die Verkaufsfläche für innenstadtrelevante Artikel stark reduzieren — und dies im laufenden Betrieb vor allem auch kontrollieren, wie Norbert Staudt sagt.

  

Johannes Alles

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