Sonntag, 21.10.2018

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Wallensteins Lager soll erlebbar werden

Zirndorf, Oberasbach und Stein greifen gemeinsam ein Tourismus-Projekt an - 09.01.2018 15:00 Uhr

Am Diorama von Wallensteins Lager unterzeichnen (von rechts) Birgit Huber, Thomas Zwingel und Kurt Krömer die Zweckvereinbarung. Landrat Matthias Dießl und Gerd Aufmkolk von der Initiative "Regionalpark Pegnitz-Rednitz-Regnitz" sehen zu. © Hans-Joachim Winckler


Der zeitliche Anlass könnte besser nicht sein: Vor 400 Jahren brach der verheerende Flächenbrand aus, der als 30-jähriger Krieg später in die Geschichtsbücher einging, Deutschland zum Spielball der europäischen Weltmächte machte und das Land vewüstete. Davon besonders betroffen: das Gebiet der heutigen Städte Zirndorf, Oberasbach und Stein. Denn hier errichtete Albrecht von Wallenstein, Oberbefehlshaber der kaisertreuen katholischen Truppen, im Jahr 1632 ein befestigtes Lager, das noch heute als größtes weltweit gilt. Ziel des Generalissimus war es, seinem Kontrahenten, dem Schwedenkönig Gustav II. Adolf von Schweden, der sich rund um Nürnberg eingeigelt hatte, den Nachschub abzuschneiden.

Die Initiative "Regionalpark Pegnitz-Rednitz-Regnitz um den Landschaftsarchitekten Gerd Aufmkolk hatte das Projekt angestoßen. Entstehen soll ein so genannter "Regionalpark", der die Ereignisse und das Geschehen sichtbar und erlebbar macht. Dabei, sagte Aufmkolk bei der Unterzeichnung der interkommunalen Vereinbarung, gehe es nicht darum, "Wallensteins logistische Großtat zu preisen und zu belobigen". Besucher sollen auf dem schon bestehenden Rundweg, der neu markiert und mit Info-Punkten auf besondere Gegebenheiten hinweist, "vor Augen geführt bekommen, was hier passiert ist". Auf dem Aussichtsturm an der Alten Veste wird ein hinterleuchtetes Panoramabild die Lagersituation zeigen. Auf Steiner Stadtgebiet könnte entweder ein weiterer Aussichtsturm entstehen oder eine so genannte "Landmarke". Beim Blick von der Alten Veste würden so die Dimensionen des Wallensteinschen Quartiers noch deutlicher.

Ein "Leuchtturmprojekt"

Zirndorfs Bürgermeister Thomas Zwingel lobte das Projekt als "Musterbeispiel interkommunaler Zusammenarbeit". Sein Steiner Kollege Kurt Krömer sprach von einem "Leuchtturmprojekt", und Oberasbachs Bürgermeisterin Birgit Huber hofft, dass das Vorhaben ihrer Stadt die Chance bietet, "das Trauma dieses Krieges aufzuarbeiten".

300.000 Euro beträgt das aktuelle Budget für "Wallensteins Lager". Die Hälfte kommt aus dem europäischen Fördertopf "Leader". Noch heuer soll ein Büro gefunden werden, das die Vorplanungen übernimmt. Erste konkrete Schritte werden dann 2019 umgesetzt. Organisatorisch betreut wird das Projekt von Nicola Kemmer bei der Stadt Stein.

Landrat Matthias Dießl, auch Vorsitzender des Leader-Fördervereins im Landkreis, merkte an, dass dieses Unternehmen wieder weltgeschichtliche Ereignisse bzw. Zeiten im Landkreis markiere. Im vergangenen Jahr erst habe man mit dem Erlebnismuseum auf der Cadolzburg die "Hohenzollern zum Leben erweckt". Und nun folge Wallenstein, womit das "kritische Erleben von Geschichte, fundiert aufgearbeitet", möglich werde. 

Harald Ehm

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