Samstag, 17.11.2018

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Was schwimmt im Putzwasser?

Marktgemeinderat Roßtal will Reinigungsmittel prüfen - 03.08.2018 15:30 Uhr

Die im Rathaus Roßtal verwendeten Reinigungsmittel will der Gemeinderat auf ihre Umweltverträglichkeit prüfen. © Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa


Was wird im Roßtaler Rathaus eigentlich ins Putzwasser gekippt? Bislang achtete man einfach auf günstige Angebote bei den Discountern, gab Kämmerer Richard Witt in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung zu. Oder man sei günstigen Ausschreibungen gefolgt. Das soll sich nun ändern.

Barbara Schroeder (Bündnis 90/Die Grünen) brachte die Idee aus der Steuerungsgruppe "Fairtrade Town" mit und formulierte einen Antrag. "Man müsste also bei der Ausschreibung von Reinigungsmaterial auf entsprechende Gütezeichen achten", erklärte sie und verwies auf das Ecolabel der Europäischen Union sowie den Blauen Engel.

Dass das oberste Ziel sein sollte, die Verwendung von aggressiven und chemischen Produkten zu reduzieren, "diese Grundidee finde ich gut", sagte Stefanie Rietzke (CSU). Allerdings könne man auch Essigreiniger als aggressiv bezeichnen, wenn Reinigungskräfte sie täglich verwendeten. Die Frage des Gremiums nach der Arbeitssicherheit beantwortete Kämmerer Witt damit, dass bislang handelsübliche Mittel für die Reinigung verwendet worden seien. "Wir haben einmal im Jahr die Arbeitssicherheit im Haus", sagte Bürgermeister Johann Völkl, fragwürdige Produkte wären auf jeden Fall bemängelt worden.

Verursachen Reinigungsmittel mit Gütezeichen Mehrkosten? Wohl nicht in nennenswertem Maß. Martina Bär (SPD) betonte, dass die Sachkosten bei der Rathausreinigung nur bei 20 bis 30 Prozent lägen, der Rest entfalle ohnehin auf Personalkosten. Peter Volgnandt (CSU) hält nicht nur Chemievorlesungen an der TH Nürnberg, sondern war über Jahre auch für einen Hersteller von Reinigungsprodukten tätig. "Der Gesetzgeber schreibt vor, dass alles biologisch abbaubar, also umweltverträglich ist", sagte er. So sei der ganz normale Haushaltsreiniger bedenkenlos zu verwenden. "In der Kläranlage wird das abgebaut."

Die Gemeinderäte beschlossen dennoch einstimmig, die Reinigungsmittel auf den Prüfstand zu stellen. 

mart

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