|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Am 28. Dezember hatte das Amtsgericht Fürth das Insolvenzverfahren für den Betrieb eröffnet. Seitdem ist der Insolvenzverwalter, die Rechtsanwaltskanzlei Raab aus Emskirchen (Landkreis Neustadt a.d. Aisch/Bad Windsheim), damit beschäftigt, einen sogenannten „Übernehmer“, wie es im Juristen-Deutsch heißt, zu finden. Was den Stand der Suche für den Filialmetzger mit zehn Zweigstellen und über 60 Mitarbeitern angeht, heißt es aus der Kanzlei, es sei noch nichts in trockenen Tüchern.
Auch eine Prognose will man nicht wagen. Entscheidend ist, wie die Gläubiger in wenigen Wochen befinden. Klar dürfte aber sein: Falls der Insolvenzverwalter bis dahin niemand präsentieren kann, der den Betrieb ganz oder wenigstens teilweise übernehmen möchte, sieht es ziemlich schlecht aus.
Während das Geschäft in den drei Filialen im Landkreis Fürth – Zirndorf-Wintersdorf, Roßtal und Cadolzburg-Deberndorf — normal läuft, hat beispielsweise die Zweigstelle in Forchheim inzwischen an zwei Tagen in der Woche geschlossen. Geschuldet ist dies dem Personalmangel. Das Problem: So lange nicht sicher ist, wie es weiter geht, sind Einstellungsgespräche schwierig zu führen. Auf der Internetseite der Metzgerei werden allerdings ein Ausbildungsplatz für das Geschäft in Nürnberg sowie ein(e) Fleischereifachverkäufer(in) für Schwarzenbruck gesucht.
Jörg Weckerleins Philosophie war es gewesen, Traditionsbetriebe von Kollegen zu übernehmen, die sich aus Altersgründen aus dem Geschäftsleben zurückzogen. Die bessere Auslastung der eigenen Produktion, aber auch die Übernahme eines festen Kundenstamms waren Argumente, die aus seiner Sicht für die Vorgehensweise sprachen. Dies hatte er im Dezember vergangenen Jahres im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert.
Eine wichtige Rolle in diesem Konzept sollte auch die Übernahme der Forchheimer Metzgerei Belzer Mitte vergangenen Jahres sein. Doch dabei ging die Rechnung nicht auf. Weckerlein hatte sich von diesem Schritt eine Erhöhung seines wirtschaftlichen Gesamtvolumens um 50 Prozent erhofft. Stattdessen blieben aber die Kunden weg, und auch mit dem Vermieter gab es Konflikte. Die Expansion in die oberfränkische Kreisstadt brachte den Mittelständler, so hatte er im Dezember behauptet, „richtig in die Bredouille“.
Wenn die Gläubiger im März zusammenkommen, sind eventuell auch einige „Wurst-Aktionäre“ mit von der Partie. Zum Hintergrund: 2011 konnten Weckerlein-Kunden ab 100 Euro aufwärts sogenannte Genuss-Scheine zeichnen. Sieben Prozent garantierten Zins, ab 1000 Euro sogar zehn Prozent, hatte Jörg Weckerlein seinerzeit versprochen. Die Auszahlung war in Form von Wurst-Gutscheinen vorgesehen. Sollte die Gläubigerversammlung jedoch den Daumen senken, sieht es mit der „Schmankerl-Dividende" nicht mehr allzu rosig aus.




|