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Alexandra Hübner hat sich schon immer gerne bewegt: Sie ritt über 20 Jahre, fährt Ski, schwimmt dreimal die Woche — und sie liebt das Tanzen. „Vor der Geburt unseres Sohnes konnte ich meinen Mann noch zum Tanzen ermuntern“, erzählt die 41-Jährige. Danach war die Motivation bei ihm weg, wie sie bedauernd sagt.
Die Frisörmeisterin verlor das Tanzen aus den Augen, bis eine Freundin sie vor gut drei Jahren zum Line Dance, der aus der Country- und Western-Welt kommt, mitnahm. Kurz gefasst tanzen dabei die Teilnehmer in Reihen vor- und nebeneinander.
Zunächst besuchte Alexandra Hübner dazu Kurse an der Volkshochschule. „Das Praktische am Line Dance ist für mich, dass man keinen Partner braucht“, sagt sie. Außerdem hatte sie der Ehrgeiz gepackt: „Ich wollte mal was erreichen in einer Sportart.“
Und das hat die Roßtalerin in relativ kurzer Zeit tatsächlich geschafft. Ihr Weg führte sie dabei von den „Horse Valleys“ der vhs in das Tanzlokal „Lucky“ nach Fürth und schließlich zu den „Skyliners“ nach Nürnberg. Zwei- bis dreimal die Woche trainiert Alexandra Hübner die verschiedenen Tänze, die Haltung, die Bewegungs- und Schrittfolgen, die Fuß- und Armhaltung, den Ausdruck.
„Das ist schweißtreibender als jede Aerobicstunde“, unterstreicht die 41-Jährige. Im Keller hat sie sich eigens einen Übungsraum mit Spiegelwand eingerichtet, um das in den Trainingsstunden Gelernte daheim zu üben und zu verbessern. Und das intensive Training zahlt sich aus: Innerhalb eines Jahres legte sie das bronzene, silberne und goldene Tanzsportabzeichen ab und startete parallel dazu auch bei diversen Turnieren. Bis jetzt in der Anfängerstufe, als sogenannter „social“, erklärt sie. Drei vorgegebene Tänze — aus Cha-Cha-Cha, Walzer, West- und Eastcoast, Polka, Funky oder Novelty — zu einer zuvor bekanntgegebenen Musik sind hier einer fünfköpfigen Jury vorzutanzen. „Bei meinem ersten Turnier, den Berlin Open, war ich wahnsinnig aufgeregt. Aber ich wurde gleich Fünfte, das hat mich motiviert weiterzumachen.“
Bei zwei weiteren Wettbewerben erreichte sie entsprechende Platzierungen, die sie für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft qualifizierten. „Die Atmosphäre auf Turnieren ist einfach unbeschreiblich schön“, erklärt Hübner ihre Begeisterung. „Man lernt so viele tolle Menschen aus den verschiedensten Ländern kennen.“
Natürlich stehe man auf der Bühne in Konkurrenz zueinander, „aber in der Umkleide mache ich meiner Nachbarin auch mal den Reißverschluss zu oder richte ihr die Haare“, erzählt die Frisörmeisterin lachend. Wenn sie von ihrem Lieblingstanz Cha-Cha-Cha, vom Flair bei den Wettkämpfen erzählt, oder die Rahmenbedingungen des Line Dance erklärt, dann sprüht die Begeisterung und Leidenschaft für diesen Sport förmlich aus ihren Augen.
Dieser Idealismus ist auch nötig. Denn außer Ruhm und Ehre gibt es im Line Dance nichts zu gewinnen. „Nicht mal die Megastars, die höchste Leistungsklasse, verdienen etwas“, sagt Hübner, „ich mache es einfach aus Spaß an der Freude und zur Selbstbestätigung.“ Und die bekam sie bei der WM im Januar 2012: Alexandra Hübner holte sich in ihrer Leistungs- und Altersklasse den ersten Platz.



