Donnerstag, 15.11.2018

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Wenn die Schultüte noch Platz für faire Dinge hat

Nicht nur bei Süßigkeiten kann man auf die Produktionsbedingungen achten - 08.09.2018 21:00 Uhr

Es geht auch fair: Trinkflaschen, Mäppchen, Stifte und andere nützliche Dinge finden sich auf dem Tisch, der im Welthaus aufgebaut wurde. © Foto: Thomas Scherer


Wie sieht der Alltag von Kindern in Asien, Afrika oder Südamerika aus? Wie läuft dort die Schulbildung? Zwei von mehreren Aspekten, die das Welthaus in der Gustavstraße beleuchten möchte. "Uns geht es ja nicht nur ums Verkaufen, sondern wir wollen auch aufklären", sagt Andreas Schneider aus dem Weltladen-Vorstand.

Deshalb beteiligen sich die Fürther in diesem Jahr erneut an der bundesweiten Aktion "Faire Schultüte" und haben dafür eigens einen Tisch im Laden mit entsprechenden Produkten aufgebaut. "Kein Süßkram", wie Schneider betont, denn fair gehandelte Naschereien gebe es bei ihnen das ganze Jahr über ja ohnehin.

Und so werden dann eher Gebrauchs- als Verbrauchsgüter präsentiert. Besonders gut nachgefragt werden zurzeit Trinkflaschen und Brotzeitboxen. Letztere wurden aus Bambus hergestellt und sind trotzdem spülmaschinenfest. Daneben gibt es unter anderem Mäppchen und Handytaschen.

"Wir wollen mit diesem Angebot ein wenig zum Nachdenken anregen und Alternativen zu Wegwerfprodukten aufzeigen", so Andreas Schneider. Als eine Sache, die dabei helfen kann, Müllberge zu reduzieren, gilt gemeinhin Recyclingpapier. Vor Jahrzehnten auch für den Schulbedarf durchaus gefragt, fristet es seit längerem ein Schattendasein. Im Welthaus verzichten sie ganz auf den Verkauf. "Es gibt einfach nicht genügend Nachfrage", begründet Schneider dies.

Bei Lennert Papeterie & mehr in Zirndorf hat man sich zuletzt wieder den Recyclingprodukten zugewandt. "Wir haben seit zwei Jahren die Werbung verstärkt und dabei etwa auch auf Siegel wie den ‚Blauen Engel‘ hingewiesen", berichtet Geschäftsführerin Sigrid Scheffler. Gefruchtet hätten die Marketingmaßnahmen, die von einem extra Verkaufsregal flankiert werden, indes wenig.

Ein bisschen habe die Nachfrage angezogen. Nicht mehr als etwa 20 Prozent der Schüler beziehungsweise ihrer Eltern interessieren sich dafür. Eine Erklärung könnte laut Scheffler sein, dass inzwischen die überwiegende Mehrheit von Papierprodukten über nachhaltige Forstwirtschaft gewonnen wird. "Da wird nicht mehr Holz geschlagen, als hinterher wieder aufgeforstet wird", sagt sie.

400 Modelle

Die meisten Gebrauchsartikel bei ihr im Laden kommen übrigens aus Fernost. In Deutschland produzierte oder mit dem Fairtrade-Label versehene gebe es so gut wie nicht.

Dabei ist die Auswahl riesig. Zur "Büchertaschenparty", die in dem Zirndorfer Geschäft jeweils zu Beginn eines Schulhalbjahres veranstaltet wird, werden gut 400 verschiedene Modelle ausgestellt. "Das liefert unseren Kunden einen guten Überblick über das, was es alles gibt", meint Sigrid Scheffler. Schließlich müsse so ein Ranzen ja gut zum Rücken eines Kindes passen. 

Armin Leberzammer

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