Freitag, 16.11.2018

|

Wilhermsdorfs Traktoristen tuckern gen Osten

Mit "Eicher" und "Fendt" durchs Elbsandsteingebirge: Oldtimerfreunde Zenngrund fahren wieder in die Ferne - 20.06.2018 12:00 Uhr

Traktor zieht Wohnwagen: Mit sechs solcher Gespanne haben sich die Oldtimerfreunde Zenngrund auf den Weg gemacht – unter anderem geht es in die Lausitz und an der Donau entlang. © Foto: Wraneschitz


Vorneweg auf der 2000 Kilometer langen Tour fährt auch heuer wieder Helmut Zollhöfer, der Vereinsgründer und langjährige Vorsitzende, mit seinem Eicher Tiger. Vom Zenngrund geht es im Ruckeltempo über die Fränkische Schweiz in Richtung Elbsandsteingebirge, Lausitz, Gößnitz, Polen, Slowakei, an der österreichischen Donau entlang, durch die Wachau, den Böhmer- und Bayerwald, die Oberpfalz und zurück nach Mittelfranken. Zweieinhalb Wochen sind dafür eingeplant. "In etwa", schätzt Zollhöfer, schließlich wird das Durchschnittstempo nicht mehr als 20 Stundenkilometer betragen.

Gefederter Sitz

Doch es sind beileibe nicht nur Menschen aus dem Landkreis Fürth, die sich den "Oldtimerfreunden Zenngrund" verbunden fühlen. Neben FÜ steht auf den Schildern der Traktoren diesmal auch NEA, LAU oder AN. Hans Munker (71) aus Lauf-Heuchling ist bereits zum zehnten Mal in Folge auf der Langstreckenfahrt dabei. Seine 70-jährige Frau Heidi ist ebenfalls mit von der Partie. Ihr hat der Gatte eigens einen gefederten Sitz hinter dem Fahrerplatz eingebaut. "Denn die Bank über dem Rad ist nicht komfortabel für so eine lange Strecke", sagt der Laufer.

Der Oldtimer der beiden ist wesentlich jünger als sie: 41 Jahre hat der Fendt Farmer 102 S auf dem Buckel. Aber über 6000 Betriebsstunden musste der 45 PS starke Dreizylinder-Diesel-Motor in dieser Zeit schon arbeiten. Immer noch nicht restauriert sei der Fendt, sagt Hans Munker mit Stolz in der Stimme. Dabei glänzt das historische Gefährt des Rentners, der Bauer im Nebenerwerb war, fast wie neu.

"Wir wollen beweisen, dass das alte Zeugs noch hält", nennt er einen Grund, warum er sich die Reise der besonderen Art gönnt. "Ich freue mich wieder auf die entfernten, nicht typischen Urlaubsorte", lautet der andere. Vor allem die polnischen Bauernhöfe möchte er sehen. Dort gebe es 100 Hektar auf einen Schlag ". . . da spielt sich noch was ab".

Munker gehört noch vier weiteren Oldtimervereinen an. "Ich bin schon immer Bulldog-Freund. Eigentlich bin ich die ganze Saison unterwegs", erzählt er. Meist tuckert er allerdings nur an den Wochenenden los, zweieinhalb Wochen am Stück sind auch für das Ehepaar Munker etwas Besonderes.

Für Gerhard Probst aus Gailnau (Landkreis Ansbach) ist die diesjährige Ausfahrt ebenfalls eine ganz besondere. Nicht nur, weil er zum ersten Mal dabei ist, sondern auch, weil er den John-Deere-Trecker für den Trip geliehen hat. Zur Verfügung stellte ihn ein Oldtimerfreund, der gleich zehn dieser alten Traktoren besitzt.

Neben Probst auf dem John Deere machen sich fünf weitere Traktoristen auf einem "International", zwei "Fendt" und zwei "Eicher" auf den Weg. Kurz bevor es losgeht, erklärt Helmut Zollhöfer zur Freude der vielen Wilhermsdorfer Abschiedsgäste, warum das Siebengebirge heuer auf dem Programm steht: "Dort fließt ein Brünnlein kalt. Wer daraus trinkt, wird niemals alt."

Auch Oldtimer-Vorsitzender Hermann Meyer lacht mit. Obwohl er daheim bleiben und arbeiten muss: Er ist noch nicht im Rentenalter. 

HEINZ WRANESCHITZ

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Wilhermsdorf