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Wird Puschendorf zur Servicewüste?

Sparkasse und Postagentur schließen zum Jahreswechsel — Automaten bleiben - 26.11.2017 09:00 Uhr

Das fröhliche Sparschwein wirbt für die Sparkasse, doch die setzt ihre Filialschließung in der Fläche im Landkreis weiter fort. © Foto: Daniel Naupold/dpa


Die Schließung der Sparkassenfiliale hatte Bürgermeister Wolfgang Kistner zur allgemeinen Überraschung bereits Anfang des Monats angekündigt. Die Schließung der Poststelle machte er nun auf der jüngsten Gemeinderatssitzung öffentlich. Während die Bürger von der Schließung der Sparkasse möglicherweise sogar profitieren könnten, trifft sie das Ende der Poststelle deutlich härter.

Gleich nach dem Neubau des Rathauses zog das Kreditinstitut 1984 als Hauptmieter ein und bot jahrzehntelang seinen Service für die Bürger: mit der Eingangstür direkt neben dem Zugang zur Gemeindeverwaltung. In den vergangenen Jahren wurden die Öffnungszeiten immer weiter eingeschränkt. Seit zwei Jahren ist die Filiale nur noch an einem Tag in der Woche personell besetzt.

Die Beratungsgespräche dort, so die Geschäftsstellenleiterin Maike Khatib in Veitsbronn, zu der die Filialen in Obermichelbach und Puschendorf gehören, seien zuletzt immer weniger in Anspruch genommen worden. Der Automatenbereich mit Kontoauszugsdrucker und Geldautomat wird hingegen sehr gut genutzt.

Er wird bleiben und in einem kleinen Raum am bisherigen Standort seinen Platz finden, versichert Khatib. Dort könnten auch wie bisher Überweisungen abgegeben werden. Neben dem Telefonbanking bietet die Sparkasse für alle, die einen persönlichen Kontakt wünschen, auch die Möglichkeit, zu Hause eine Beratung zu erhalten.

Der Auszug der Sparkasse kommt für Bürgermeister Kistner freilich nicht gerade ungelegen. Denn im Zuge des Anbaus einer Aufzugsanlage hinter dem Rathaus im kommenden Frühjahr muss mit erheblichen Einschränkungen des laufenden Betriebs gerechnet werden, sagt er.

In den beiden Verwaltungsräumen im Erdgeschoss und im ersten Stock, die einen direkten Zugang zum Aufzug erhalten sollen, müssen für die Zeit des Umbaus die Arbeiten zumindest eingeschränkt werden. Da trifft sich es gut, dass Teile der Verwaltung auf die leeren Bankräume ausweichen können. Hinterher, so lautet die bisherige Planung, können dann das Einwohnermelde- und Passamt sowie die Kasse in die Räume umziehen. Überlegungen, dass man sich mit dem Umzug ins Erdgeschoss den kostspieligen Umbau sparen könnte, tritt Kistner allerdings entgegen.

Der neu gewonnene Raum sei um einiges kleiner als die Zimmer der Gemeindeverwaltung im ersten Stock. Zumal die Sparkasse Platz für den Automatenbereich benötige. Auf eine zusätzliche Belegung des Obergeschosses könne man keinesfalls verzichten. Durch die neuen Zugänge zum Aufzug fallen schließlich weitere Flächen weg. Zum genauen Ablauf des Umbaus und des Umzugs von Dienststellen oder Büros gibt es noch keinen exakten Plan, sagt Kistner.

Wesentlich schwieriger und komplizierter ist es, einen gleichwertigen Ersatz für die Poststelle zu finden. Seit 1936 gibt es eine derartige Einrichtung im Dorf, an öfter wechselnden Orten. Nach der Privatisierung der ehemaligen Staatsbehörde ist die Postagentur seit 1995 im Schreibwarenladen in der Höfener Straße untergebracht und wegen der langen Ladenöffnungszeiten sehr beliebt.

Bürgermeister Kistner berichtete nun im Gemeinderat von seinen vielen ergebnislosen Gesprächen mit potentiellen Nachfolge-Kandidaten. Nirgendwo hätte er Bereitschaft für ein solches Angebot sowie die dafür nötigen Raum- oder Personalkapazitäten vorgefunden.

Als bislang einzige Lösungsvariante erscheint die Errichtung eines Containers auf dem Parkplatz des örtlichen Discounters. Dies stelle ihn, so Kistner, keineswegs zufrieden. 

Ralf Jakob

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