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WM-Qualifikation muss Steins Radballer trösten

Das Duo verpasst die Titelverteidigung bei der Deutschen Meisterschaft - 24.10.2017 12:03 Uhr

„Bis aufs Finale hat alles bestens funktioniert“: Die Steiner Gerhard ( li.) und Bernd Mlady fahren zur WM, sind aber ihren deutschen Titel los. © Foto: Wolfgang Zink


Nur einmal gingen die Cousins Bernd und Gerhard Mlady in diesem Jahr nach einem wichtigen Spiel gegen die nationale Konkurrenz namens RV Obernfeld I als Verlierer vom Spielfeld – und das ausgerechnet im allerletzten, dem Endspiel um die deutsche Meisterschaft. 2:5 signalisierte die Anzeigetafel, und während die Obernfelder Kolonie ihre Begeisterung über den ersten Titel auslebte, wirkten die Gesichter aller Mladys wie versteinert.

Die Vorrunde dominiert

Die Vorrunde hatten sie dominiert: Mit 8:2 gegen RSV Waldrems und 7:5 gegen RV Obernfeld II war bereits die WM-Qualifikation problemlos geschafft, das etwas zähe 3:2 gegen RV Gärtringen und das nie gefährdete 4:1 gegen Obernfeld I bedeutete deutlich den Gruppensieg. Weil der DM-Modus jedoch Endspiele vorsieht, ging es nochmal gegen Obernfeld I um den Titel, und da, so die Erklärung des RMC-Vorsitzenden und Trainers Kurt Mlady, "haben wir die Aufgabe vielleicht ein bisschen zu locker genommen". Aber: "Was soll’s, wir fahren zur WM." Ähnlich sah es auch Bruder und Co-Trainer Peter Mlady: "Bis aufs Finale hat alles bestens funktioniert, aber so kann es gehen im Sport."

Schnell hieß es 0:3, ein Rückstand, der gegen die clevere Defensiv- und Hinhaltetaktik des Gegners nicht mehr aufzuholen war. Dass es hitzig zuging und einige Diskussionen mit dem Schiedsrichter wegen der Regelauslegung gab, passte zum Endspielcharakter und dem Kampfgeist der Steiner, war nach deren übereinstimmender Meinung jedoch "nicht entscheidend für die Niederlage".

Ausschlaggebend war vielmehr die Verwertung der Ecken. "Unsere vorher stärkste Waffe hat nicht geklappt, Obernfeld hat drei Mal gut getroffen", bilanzierte Bernd Mlady und bescheinigte dem Gegner "einfach eine starke Leistung zum richtigen Zeitpunkt". Gerhard Mlady: "Kein Grund zum Hadern, wir haben uns gut präsentiert, ein Schönheitsfehler, ärgerlich zwar, aber mehr nicht." Und er fügte hinzu, wobei das Lächeln nur zu vermuten war: "Ich glaube jedenfalls, Obernfeld hätte gerne mit uns getauscht und wäre lieber zur WM gefahren." Dort sind sie zwar dabei, zum x-ten Mal jedoch nur als Ersatzteam.

Nach der Siegerehrung war der eigene Frust zwar nicht verflogen, aber doch verarbeitet; da gehörten dann selbst die Mladys mit zum großen Kreis der Radball-Familie, die Andre Kopp/Manuel Kopp den Titel im letzten gemeinsamen Pflichtspiel ihrer Karriere gönnten. In der nächsten Saison bildet Andre nämlich zusammen mit Raphael Kopp aus der "Zweiten" ein neues Duo. Und es gehört keinerlei Prophetengabe hinzu, dass diese Obernfelder Paarung wieder zum harten Steiner Widersacher wird.

Nächsten Schritt im Blick

Aber das ist Zukunftsmusik, in Stein liegt der Fokus aktuell auf der WM-Vorbereitung, auch wenn Gerhard Mlady im Studium wegen seiner Masterarbeit zusätzlich sehr eingespannt ist. Auf der internationalen Bühne soll jedoch alles versucht werden, um nach Bronze im Vorjahr den nächsten Entwicklungsschritt zu machen. Und da wäre gegen die in den vergangenen Jahren übermächtige Konkurrenz aus Österreich und der Schweiz der Einzug ins Endspiel auf jeden Fall ein Erfolg – sogar unabhängig vom Ergebnis.

 

Endstand/Vorrunde: 1. Stein 12 Punkte/22:10 Tore, 2. Obernfeld I 7/10:8, 3. Gärtringen 3/11:12, 4. Obernfeld II 2/12:16, 5. Waldrems 2/8:17. DM-Endspiel: Obernfeld I - Stein 5:2; um Platz drei: Obernfeld II – Gärtringen 3:2. 

WIELAND PETER

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