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Zeiten des Umbruchs bei Fürth

SpVgg blickt mit Spannung auf das Düsseldorf-Spiel - 14.02.2013 07:00 Uhr

FÜRTH  - Am Mittwochnachmittag bat Mike Büskens Reservisten und U23-Spieler zu einem internen Vergleich auf den Stadionrasen. Für den einen oder anderen vernachlässigten Profi die Gelegenheit, sich beim Trainer der SpVgg Greuther wieder nachhaltig ins Gedächtnis zu bringen. Denn bei der SpVgg ist der Umbruch in vollem Gange.

Chance genutzt: Über Abdul Rahman Baba ist Trainer Mike Büskens voll des Lobes.
Chance genutzt: Über Abdul Rahman Baba ist Trainer Mike Büskens voll des Lobes.
Foto: Zink
Chance genutzt: Über Abdul Rahman Baba ist Trainer Mike Büskens voll des Lobes.
Chance genutzt: Über Abdul Rahman Baba ist Trainer Mike Büskens voll des Lobes.
Foto: Zink

Vertraute Büskens in der Hinrunde fast ausnahmslos seinen Aufstiegshelden, hat sich das Gesicht der Mannschaft im Lauf der Rückrunde verändert. Vor allem in der Abwehr. Nur Kapitän Mergim Mavraj ist weiter gesetzt. Wolfgang Hesl für Max Grün, Matthias Zimmermann für Bernd Nehrig, Baba statt Heinrich Schmidtgal und Lasse Sobiech als Ersatz für Routinier Thomas Kleine – Fürths Defensive wurde komplett umgekrempelt. „Keiner kann behaupten, er hätte nicht Gelegenheit gehabt, sich zu zeigen“, sagt Büskens.

Natürlich waren die Umstellungen im Fall von Schmidtgal und Nehrig auch Verletzungen geschuldet. Während der kasachische Linksverteidiger seit Wochen Probleme mit der Patellasehne hat, warf Nehrig eine Adduktorenverletzung zurück. Zimmermann und Baba haben ihre Chance genutzt.


„Zimbo ist ein Einstellungsspieler und ist bisher immer an seine Grenzen gegangen, Lasse Sobiech überzeugt mit einem guten Passspiel. Er war geduldig und wir mit ihm“, erklärt Büskens. Für Linksverteidiger Baba hat der Fürther Trainer ein Extralob übrig: „Der Junge ist überdurchschnittlich veranlagt. Er ist für seine 18 Jahre erstaunlich abgeklärt und findet auch unter Druck immer gute Lösungen.“

Im Hintergrund rumort es bereits. In der Bild dachte Nehrig bereits laut über einen Abschied zum Saisonende nach. Das Arbeitspapier des 26-jährigen Rechtsverteidigers gilt nur für die Bundesliga. „Das gehört zum Fußball dazu, dass du Geduld haben musst“, sagt Büskens lapidar.

Auch Schmidtgals und Kleines Verträge laufen am Saisonende aus. Der zur Nummer zwei degradierte Max Grün wird sich ebenfalls Gedanken machen. Beim Dortmunder Sobiech und Gladbachs Zimmermann, beide ausgeliehen bis 30. Juni, stehen die Entscheidungen aus. Zumindest Hesl will bleiben: „Ich habe hier für zwei Jahre unterschrieben. Egal, ob Fürth in der Ersten oder Zweiten Liga spielt. Ich stehe zu meinen Verträgen.“

Herkulesaufgabe

Büskens’ Personalkarussell könnte auch für ihn ein entscheidendes Signal in Richtung Zukunft bei Greuther Fürth werden. Das Fürther Finanzmodell, junge Spieler auszubilden und gewinnbringend zu verkaufen, hat der 44-Jährige bislang nicht entscheidend vorangetrieben. Was sich angesichts der Herkulesaufgabe Bundesliga, schwieriger als zu Zweitligazeiten gestaltet. Talente wie Thomas Pledl, Felix Klaus oder Ilir Azemi haben so bei weitem nicht die Plattform bekommen, um sich entscheidend weiterentwickeln zu können. Von Johannes Geis, abgeschoben zur U23, spricht in Fürth schon gar keiner mehr.

Die nahende Bundesligapartie am Samstag bei Fortuna Düsseldorf wird für die SpVgg wieder einmal richtungsweisend sein. Sollte der Abstand auf den Relegationsplatz und Hoffenheim anwachsen, kann die Zweitliga-Planung wohl endgültig in Angriff genommen werden. Ob ein Spieler wie Sercan Sararer, der bereits beim VfB Stuttgart unterschrieben hat, dann noch gebraucht wird, ist fraglich. Mit den Winter-Verpflichtungen von Kevin Schulze (21), Jung-Bin Park (18, beide Wolfsburg), Stefan Lex (23, Buchbach) und Tom Mickel (23, HSV) haben die Vereinsverantwortlichen die Richtung für die neue Saison schon vorgegeben.

Büskens hatte neulich, angesprochen auf eine Vertragsverlängerung in Fürth, darauf verwiesen, dass er nach dreieinhalb Jahren Pendeln bewiesen habe, „ausdauernd auf der Autobahn fahren zu können“. Interpretieren konnte man diese Aussage, getroffen vor dem Mainz-Spiel (0:3), in beide Richtungen.

Präsident Helmut Hack wird in nächster Zeit genau hinsehen, wie Büskens die SpVgg positioniert. Spätestens nach Hacks öffentlicher Kritik nach dem Mainz-Spiel ist klar, dass zwischen Präsident und Trainer mehr als ein Blatt Papier passt. Kämpfer Büskens muss auf dem Platz Antworten liefern. 

Von Martin Ferschmann


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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Spielvereinigung jedoch nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen und sich folglich auch nicht für die 1963 gegründete Bundesliga qualifizieren.
Mit dem Sturz bis in die Landesliga versank der Traditionsverein in den 80er Jahren endgültig in der Bedeutungslosigkeit. Aufwärts ging es erst wieder 1994, als die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga gelang. Zwei Jahre später trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Seitdem gehören die Geldsorgen der Vergangengeit an, der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt.
Seit 1997 spielte die Spielvereinigung ununterbrochen in der 2. Bundesliga, bis im Mai 2012 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga gelang. Dort allerdings blieb der Erfolg aus, so dass Fürth in der Saison 2013/2014 wieder im Unterhaus antreten muss. Seine Heimspiele trägt der Verein, der im Volksmund "Kleeblatt" genannt wird, dann wie gewoht im altehrwürdigen Ronhof aus. Ein geplanter Stadionneubau am Rhein-Main-Donaukanal hat sich Ende 2012 zerschlagen.


Deutscher Meister: 1914, 1926, 1929


Der Kleeblatt-Kader in der Saison 2012/13
Galerie Kader SpVgg Greuther Fuerth 2012/13