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Zenngrund wird immer attraktiver

Wilhermsdorfer sind mit ihrer Gemeinde wohl im Großen und Ganzen zufrieden - 14.12.2017 18:30 Uhr

Die Wilhermsdorfer sind, wenn man ihr spärliches Erscheinen bei der aktuellen Bürgerversammlung so interpretieren darf, mit der Entwicklung ihres Ortes zufrieden. © Heinz Wraneschitz


Dabei steht im Zenngrundort ein ereignisreiches Jahr kurz vor dem Abschluss. Am Einkaufsmarkt nahe dem "Alten Bahnhof" startete der Bau. Auf der Baustelle für das evangelische "Kircheneck" am Marktplatz tut sich was. Vor kurzem wurde die neue Kindertagesstätte "Franziska Barbara" mit zwei Krippen- und zwei Kindergarten-Gruppen offiziell eingeweiht. Drei Viertel der Häuser im Baugebiet Süd B – erst Ende 2016 erschlossen – stehen bereits. Und nicht zuletzt: Parallel zur Bundestagswahl lief der erste Bürgerentscheid in der Marktgemeinde. Wie berichtet, stimmten dabei mehr als zwei Drittel der Wahlberechtigten dafür, das Hallenbad zu erhalten.

Auf diese Ereignisse blickte Emmert ebenso zurück wie auf die Bevölkerungsentwicklung. 5299 Einwohner waren zum Stichtag 30.11.17 in Wilhermsdorf gemeldet, 81 mehr als Ende 2016. 368 Menschen ohne deutschen Pass sind darunter. Die Zunahme der Bevölkerung beruht einerseits auf dem Zuzug in das Neubaugebiet, andererseits aber auch auf der Tatsache, dass 55 Geburten 38 Sterbefälle gegenüber stehen.

Die Pro-Kopf-Verschuldung nahm aus zwei Gründen ab: Die Tilgung lief planmäßig um 200 000 Euro jährlich weiter. Und die Kreditsumme – zurzeit 1,9 Millionen Euro — verteilt sich auf die gestiegene Einwohnerzahl. Auf die Bürgerfrage zur aktuellen Höhe der Rücklagen hatte der Bürgermeister aber keine Antwort parat.

Gründe für die Frage nach den Rücklagen hatte Emmert selbst genügend genannt. So ist schon im laufenden Jahr das Haushaltsvolumen um elf Prozent gestiegen. Und für die Zukunft sagte er vielfältige Investitionen voraus: In Grund- und Hauptschule stiegen die Schülerzahlen wieder, die Gebäude aus den Jahren 1964 sowie 1976 seien aber stark sanierungsbedürftig.

Auch die Mittagsbetreuung, ehrenamtlich organisiert, aber von Fachkräften ausgeführt, platze fast aus allen Nähten.

Eine weitere Kindertagesstätte westlich des Friedhofs müsse entstehen, weil jene an der katholischen St. Michaelskirche in zwei Jahren geschlossen werde. Das Dorfgemeinschaftshaus Meiersberg müsse unterstützt, der Alte Bahnhof einer neuen Verwendung zugeführt, einige Häuser neben dem Rathaus sollen zum Kulturtreff umgebaut werden.

Gerade dieser Treff in der Ortsmitte dürfte viel Geld kosten. Emmert verglich ihn mit einem ähnlichen in Markt Erlbach. Die Gebäude abzureißen, das gehe aus Denkmalschutzgründen nicht. Die Sanierung ist bekanntlich meist ziemlich aufwändig. Auch der mögliche Ausbau des Hallenbads zum Freizeitzentrum mit Außen-Schwimmbereich ist in der Diskussion.

Und weil die Gemeinde außerdem mit jährlich 300 000 Euro Kosten für Straßensanierung rechnet, stellt sich für den Bürgermeister über kurz oder lang die Frage nach der Einführung der "Strabs".

"Strabs" in der Diskussion

Diese Straßenausbau-Beitragssatzung wird bayernweit heftig diskutiert: Entweder belastet sie direkte Anlieger mit teils hohen Kosten oder ganze Siedlungsgebiete werden zu günstigeren, aber wiederkehrenden Beiträgen herangezogen. "Die sind aber nur aufwändig abzurechnen", gab Emmert zu bedenken. Doch so lange keine neuen Kredite aufgenommen werden müssen, wolle er "abwarten", sprich: darauf hoffen, dass das Landratsamt keine Order erteilt, die Strabs zu erheben.

Den Ball hier flach halten, das beherzigten auch die Gäste. Die sprachen lieber das Thema "Geisterbus der Linie 122" an, der "außerhalb der Schülerbeförderung meist leer durch die Gegend fährt.

"Wir sind uns klar darüber, das geht nicht so weiter", denn immerhin koste die Linie 55 000 Euro jährlich, wie Emmert erläuterte. Doch noch sei "nichts entschieden". Bis zum Schuljahresende fahre die ÖPNV-Linie zunächst weiter.

Die Besucher erfuhren außerdem: Ein Bau-Investor will auf einem ehemaligen Autowerkstatt-Gelände am östlichen Ortsende 34 barrierefreie Eigentumswohnungen errichten. Das kam für viele wohl überraschend. Schon ein paar Tage vor der Bürgerversammlung war bekannt geworden, dass ebenfalls an dieser Nürnberger Straße eine Spielhalle entstehen soll.

Das sei nicht zu verhindern: Dort bestehe Baurecht, erklärte der Bürgermeister. Damit gaben sich die Anwesenden zufrieden. Im Internet wurde dieses Thema dagegen heiß diskutiert. 

HEINZ WRANESCHITZ

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