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Zirndorfer Kindergarten öffnet bald bis 21 Uhr

Flexible Einrichtung in Lind erhält 163.000 Euro aus dem Bundesprogramm KitaPlus - 07.04.2017 17:00 Uhr

Mit längeren Betriebszeiten hilft der Zirndorfer Kindergarten "Lindwürmchen" bald Eltern, die im Schichtdienst arbeiten. © dpa


Der Kindergarten Lindwürmchen unterscheidet sich zunächst nicht von anderen. Deswegen, und weil plötzlich die Anmeldezahlen zurückgingen, sollte ein Alleinstellungsmerkmal her. Etwas, wofür Eltern vielleicht sogar einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen würden. Denn: So idyllisch die Einrichtung auch liegt, für viele ist sie schlichtweg zu weit weg.

Gleichzeitig gab es Anfragen von Müttern und Vätern, die im Schichtdienst arbeiten und ihren Nachwuchs lieber später bringen und später abholen wollten. Wegen wechselnder Dienstpläne benötigten sie zudem flexible Buchungszeiten.

Diese Bedürfnissen kann die Einrichtung nun künftig erfüllen. Rowena Praast, Einrichtungsleiterin und selbst Mutter von drei Kindern, weiß, wie kompliziert es werden kann, wenn die Arbeitszeiten sich nicht mit den Kindergarten-Öffnungszeiten decken und Großeltern nicht spontan einspringen können. Dann müsse ein kompliziertes Netzwerk gesponnen werden.

Im Dezember des vergangenen Jahres kam die Nachricht, dass das Lindwürmchen in das Bundesförderprogramm "KitaPlus" aufgenommen wurde, das unter dem Motto steht: "Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist." Der Awo-Kindergarten ist als einziger im Landkreis Fürth ausgewählt worden.

Rowena Praast freut sich über den Bundeszuschuss, den es für längere Öffnungszeiten gibt. © F.: Daebel


Von dem Zuschuss über 163.000 Euro, der bis Ende 2018 ausgezahlt wird, soll vor allem zusätzliches Personal bezahlt werden. Vorgesehen sind eine Erzieher- und eine Kinderpflegerstelle, beide werden halbtags besetzt. Den Kinderpfleger hat man bereits im Januar eingestellt. Auf die Erzieherstelle kann man sich noch bewerben.

Die Öffnungszeiten sollen nun schrittweise erweitert bis auf 21 Uhr ausgedehnt werden. Eines ist Praast besonders wichtig zu betonen: Kein Kind wird von 7 Uhr morgens bis abends 21 Uhr durchgehend in der Einrichtung untergebracht sein. Das sei immer noch ein weit verbreiteter Irrglaube, so die Leiterin. Gesetzlich erlaubt sei eine Betreuung von maximal zehn Stunden. Voraussichtlich 245 Euro monatlich wird die Eltern diese Flexibilität kosten.

Zu wenig Platz?

Leiterin Praast will ab sofort für das neue Angebot werben und es auch in umliegenden Firmen vorstellen. Auswärtige Eltern sollen ebenfalls davon profitieren.

Sollte die Nachfrage groß sein und möglicherweise eine eigene Nachmittagsgruppe zustande kommen, könnte es laut Praast allerdings Probleme mit den Räumlichkeiten geben. Bereits jetzt müssen die Kinder ihre Basteltische freiräumen, wenn sie essen wollen. Auch ein eigener Schlafraum wäre notwendig. Bislang ruhen die Kinder in der Turnhalle. Die sei also besetzt, wenn nachmittags Sport stattfinden soll.

Zirndorfs Bürgermeister Thomas Zwingel wünscht sich, dass die Einrichtung vorrangig Kinder aus der Bibertstadt aufnimmt. Andernfalls sei es unwahrscheinlich, dass der Stadtrat einen eventuellen Anbau finanziell unterstützen würde. Sobald das Baugebiet in Anwanden komme, so Zwingel, sei ohnehin mit einem verstärkten Zulauf zu rechnen. 

Nina Daebel

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