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Zünsler: Tuchenbacher will den Buchsbaum retten

Ein Hobbygärtner hat dem Schädling den Kampf angesagt und gibt Tipps - 20.07.2018 09:00 Uhr

Der Schädling plagt inzwischen viele Hobby-Gärtner und ihren Buchs. © Bernd Weissbrod/dpa


Ein Kompressor, dazu ein Sandstrahlaufsatz und los geht es: Kurt Scharf bestäubt in seinem Garten den Buchs mit Algenkalk. © Foto: Ehm


Wie ist es um Ihre Buchsbestände bestellt, Herr Scharf?

Kurt Scharf: Ungefähr vor einem Jahr ist der Buchsbaumzünsler das erste Mal aufgetreten. Die Schwachstellen der Pflanzen mit den abgestorbenen Blättern sind aber erst heuer so richtig zu sehen. Insgesamt sieht mein Buchs noch ganz gut aus.

Was haben Sie im vergangenen Sommer gegen den Schädling unternommen?

Scharf: Zunächst einmal habe ich mich bei meinen Nachbarn und im Imkerverein umgehört und gemerkt: Ich bin mit dem Problem nicht alleine. In Veitsbronn am Friedhof sah es schlimm aus, da wurden die Bestände schon entfernt. Und auch bei uns im Dorf, hier bei mir gleich die Straße runter, sind Büsche befallen. Ich fürchte, die müssen ebenfalls raus. Ich habe mir gedacht, ich muss was tun. Meine Frau und ich mögen Buchs, wir hegen und pflegen ihn. Die Hecke an der Terrasse haben wir vor 45 Jahren gepflanzt. Da kann man nicht einfach zuschauen, wie er eingeht. Dann habe ich mich informiert und experimentiert.

 

Was haben Sie versucht?

Scharf: Ich bin kein Fachmann, ich habe im Internet recherchiert. Zunächst habe ich es mit Lichtfallen probiert. Doch auf den Klebebändern bleiben nicht nur die Falter des Zünslers pappen, sondern auch andere Insekten, die ohnehin immer mehr zurückgehen. Bei den Pheromonfallen, die die Falter mit einem Duftstoff anlocken, war der Erfolg ebenfalls überschaubar. Dann habe ich in einer Gartensendung des BR den Tipp mit dem Algenkalk gesehen.

Wie funktioniert das?

Scharf: Man muss die Pflanzen gründlich bestäuben und zwar auch das Innere der Hecken oder Büsche, denn da sitzt der Zünsler. Ich habe mir zunächst einen Handbestäuber gekauft, aber das ist bei großen Pflanzen mühselig, genau wie das Abklauben der Raupen. Und dann kam mir die Idee mit dem Sandstrahlaufsatz.

Ein Sandstrahlaufsatz?

Scharf: Ich besitze einen Kompressor, dafür gibt es den besagten Aufsatz. Damit lassen sich große Pflanzen sehr gut ganz fein bestäuben.

Wie sind Ihre Erfahrungen?

Scharf: Ich habe es Anfang Mai das erste Mal ausprobiert und bilde mir ein, dass es wirkt. Mit Sicherheit kann ich das aber noch nicht sagen.

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Haben Sie sich denn noch anderswo über Möglichkeiten informiert, wie Sie den Zünsler bekämpfen könnten?

Scharf: Ich war in der Gartenabteilung eines Baumarkts, dort hat man mir gesagt, Algenkalk würde nichts taugen und ein chemisches Mittel empfohlen. Ich habe es zwar gekauft, aber nicht eingesetzt. Ich habe in meinem Garten noch nie etwas gespritzt, auch keine Obstbäume. Mit Gärtnern in Erlangen habe ich mich ebenfalls unterhalten und gefragt, was sie tun. Die sagten, wir behandeln den Buchs. Dabei haben sie ihn einfach herausgerissen.

Wer ähnliche Probleme hat, kann sich an Sie wenden?

Scharf: Ja. Der Zünsler muss flächendeckend und intensiv bekämpft werden. Er hat schließlich bei uns keine natürlichen Feinde. Der Algenkalk ist, wenn die Behandlung anschlägt, ein preiswertes Mittel, das auch als Dünger wirkt. Tun wir nichts, wird der Buchs früher oder später aus unseren Parks, Gärten und Friedhöfen verschwinden.

Wer sich an Kurt Scharf wenden will, kann das per E-Mail unter kuschatuch@web.de tun 

Interview: Harald Ehm

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