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Es hieß, in Fürth sei man damals sehr überrascht vom Truppenabzug gewesen. Wie war die Stimmung in der Stadt?
Jung: „Es ging alles sehr flott damals. Zumal der Abzug auch mit dem Niedergang von Grundig, dem größten Arbeitgeber der Stadt, zusammenfiel. In den 1990er Jahren hatten wir mit einer Arbeitslosenquote von mehr als 13 Prozent zu kämpfen. Taxiunternehmen, Gastronomie und andere Wirtschaftszweige waren durch den Wegzug der Soldaten und ihrer Familienangehörigen vor Probleme gestellt. Aber langfristig hat sich der Abzug als Segen erwiesen. Das war ein Schub für die Stadt. Die Arbeitslosenquote liegt heute um sechs Prozent. Mit 116 000 Einwohnern haben wir zudem einen Bevölkerungshöchststand.“
Was ist aus den rund 270 Hektar Fläche geworden, die nach dem Abzug der US-Truppen freigeworden sind?
Jung: „Insgesamt standen drei Kasernen leer. Auf einem Areal sind 2000 Arbeitsplätze durch neue Firmenansiedlungen entstanden. Die anderen Bereiche wurden frei für die Wohnbebauung. Wir haben darauf geachtet, dass auch ein 100.000 Quadratmeter großer Park entsteht, das war sehr wichtig für die Vermarktung der Wohnungen. Das Gebiet ist zu einem der begehrtesten Wohngebiete im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen geworden. Insgesamt ist Wohnraum für mehr als 6000 Menschen entstanden. Es hat sich sehr schnell gezeigt, dass keine Brache in Fürth bleiben würde.“
Nun haben die USA angekündigt, ihre Standorte Bamberg und Schweinfurt aufzugeben. Was raten Sie ihren Amtskollegen dort?
Jung: „Bei uns war es ein Fehler, dass die Stadt die Flächen nicht selbst gekauft hat. Dadurch hätte man Geld verdienen können. Die Stadt entschied lediglich, wo es Wohnbebauung und wo es Gewerbeansiedlung geben sollte. Die Stadt war eben sehr vorsichtig damals. Ich würde raten, den Flächen ihre Eigenheiten zu lassen. So haben wir den Golfplatz, den die Amerikaner für ihre Offiziere errichtet hatten, erhalten. Damit haben wir etwas Besonderes zu bieten.“