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Ganzer Jahrgang fällt in Schweinfurt durchs Fachabi

27 Schüler einer privaten Fachoberschule scheiterten an den zentralen Prüfungen - 29.06.2013 13:15 Uhr

Große Hürde: Für die Schüler einer Schweinfurter Privatschule waren die schriftlichen Abi-Prüfungen zu schwer. (Symbolbild)

Große Hürde: Für die Schüler einer Schweinfurter Privatschule waren die schriftlichen Abi-Prüfungen zu schwer. (Symbolbild) © Federico Gambarini/dpa


27 Schüler stark ist dieser Jahrgang, der komplett durch die schriftliche Abi-Prüfung gerasselt ist. Genauer gesagt erwiesen sich die Fächer Mathematik, Technik und Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen als Schwachpunkte der Schüler. Bei den anderen Prüfungsfächern wurden deutlich bessere Resultate erzielt.

Die Abituraufgaben sind für alle Schüler Bayerns die selben, sie werden zentral vom Kultusministerium gestellt. Die EPFOS als "staatlich genehmigte" Schule muss ihre Abituranwärter an "staatlich anerkannte" Lehranstalten schicken, damit diese dort als Externe ihre Reifeprüfung ablegen dürfen. Die 27 Pennäler traten daher an der Friedrich-Fischer-Schule in Schweinfurt an - mit bekanntem Ausgang.

Michael Schwarz, Inhaber und Geschäftsführer der EPFOS, erklärte gegenüber der Mainpost: "Wir haben die Verantwortung." Wie es so weit kommen konnte, konnte Schwarz nicht beantworten. "Wenn ich das wüsste. Ich fühle mich wie erschlagen." Er habe das Debakel so nicht kommen sehen. Schwarz gibt aber auch zu "in manchen Dingen vielleicht etwas blauäugig gewesen zu sein", als sein Betrieb, die Privaten Schulen Schwarz, sich vor zwei Jahren mit der Fachoberschule auf Neuland gewagt habe. Bis dahin hatte das Unternehmen lediglich eine private Wirtschafts- und eine Realschule betrieben.

In diesem Jahr sollten dann die ersten Abiturienten die Lehranstalt verlassen. Die Eltern der Schüler sind selbstredend alles andere als erfreut, ob der Resultate ihrer Zöglinge und suchen das Gespräch mit Schwarz. Auch muss sich Schwarz, der 40 Jahre Erfahrung im Schulbetrieb vorweist, beim zuständigen Sachbearbeiter des Kultusministeriums rechtfertigen, ein Termin in Erlangen steht schon.

Ein möglicher Grund für das Debakel: Da es sich um eine Privatschule handelt, zählen - anders als bei "staatlich anerkannten" - die gesammelten Noten des ganzen Schuljahres nicht mit zur Abitur-Note. Der Leistungsdruck war nicht mehr da, die Schüler strengten sich nicht mehr an. Die aktuellen Elftklässler, die im kommenden Jahr ihr Abi machen, werden sich dies als warnendes Beispiel nehmen.

Die Private Fachoberschule Schweinfurt war 2011 gegründet worden. Medienberichten zufolge machen Schüler und Eltern der Schule nun große Vorwürfe. Sie zahlen pro Monat 140 Euro Schulgeld plus Anmeldungsgebühr. Die Abituraufgaben wie auch der Lehrplan werden zentral vom Kultusministerium für den ganzen Freistaat gestellt. 

psz/dpa

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