An diesem Sonntag (29. Januar) plant das Bürgerforum Gräfenberg eine Solidaritätsveranstaltung mit dem prominenten fränkischen Autor Fitzgerald Kusz („Schweig, Bub!“) und dem Gitarristen Klaus Brandl. Solidarisieren wollen die Gräfenberger Bürger sich bei der Aktion mit Michael Helmbrecht, dem ehemaligen Sprecher des Bürgerforums und einem profilierten Neonazi-Gegner. Sein Auto ist Ende Dezember demoliert worden, Unbekannte schlugen unter anderem die Scheiben ein und gossen eine übelriechende Flüssigkeit in Helmbrechts Briefkasten. „Die Ermittlungen laufen noch“, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken in Nürnberg.
Auch wenn es in Gräfenberg (Landkreis Forchheim) keine Aufmärsche mehr gibt – „die Bedrohung ist latent da“, umschrieb Rudolf Schäfer vom Bürgerforum die Stimmung. Das Bürgerforum gründete sich im November 2006. Damals hatte die Neonazi-Szene angekündigt, ihre Präsenz in Gräfenberg massiv auszuweiten – statt einmal im Jahr wollten sie nun monatlich in den Ort kommen. Zwischen 1999 und 2009 zählte das Bürgerforum knapp 50 Aufmärsche. Ziel der Veranstaltungen war das Kriegerdenkmal in Gräfenberg.
Mit einfallsreichen Aktionen protestierten die Bürger unter dem Motto „Gräfenberg ist bunt“ gegen die Neonazis. Doch das Bürgerforum wolle sich auch kulturell engagieren, betonte Schäfer. So organisiere man pro Jahr rund sechs Veranstaltungen, zu denen man einlade, ohne Eintrittsgeld zu kassieren. „Das ist bewusst ein kostenloses Angebot, wir wollen, dass jeder reinkommt.“