Samstag, 17.11.2018

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Absberg: Kirschkernwerfen ist hier erwünscht

Brombachseer Kirschenausstellung wurde in der Prunothek eröffnet — Unzählige Sorten - 20.05.2018 06:31 Uhr

Fritz Walter (rechts) und Absbergs Bürgermeister Helmut Schmaußer (Zweiter von rechts) erklärten bei der Eröffnung den Anbau von Kirschen, die Besonderheiten und die Vermarktung der Produkte. © Horst Kuhn


Bürgermeister Helmut Schmaußer stellte zunächst das Gebäude vor. Die neue Nutzung des ehemaligen Schulhauses wurde im Zuge der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) konzipiert und über Mittel des europäischen Leader-Programms und des Freistaats Bayern gefördert. Am 24. April 2015 wurden die Prunothek mit Verkostungsraum und der Dorfladen eingeweiht. In der Prunothek, die sich im ersten Stock befindet, werden alle in der Region veredelten Kirschspezialitäten präsentiert und können verkostet werden. Betrieben wird die Prunothek von der Genossenschaft "Echt Brombachseer" durch die Mitglieder: die Stadt Spalt, die Gemeinde Absberg sowie örtliche Vereine.

Das Leader-Kooperationsprojekt Kirschenaustellung war von der Lokalen Arbeitsgruppe (LAG) Altmühlfranken und der LAG "ErLebenswelt" Roth mit 107 000 Euro veranschlagt worden. Von der EU flossen 75 000 Euro. Die Eigenmittel betrugen, 32 000 Euro, von denen Absberg rund 22 000 Euro übernahm und die Stadt Spalt den Rest. Helmut Schmaußer sieht die Kirschenausstellung als Ergänzung zum Hopfenmuseum "HopfenBierGut" in Spalt an und wies auf das "KirschHofFest" in Kalbensteinberg und Großweingarten am 8. Juli hin.

Die Moderation der Eröffnungsfeier übernahm Ernst Birnmeyer, ehemals am Landwirtschaftsamt Weißenburg für den Kirschenanbau im Gebiet Kalbensteinberg/Absberg zuständig. Altbürgermeister Fritz Walter, Vorsitzender der Genossenschaft "Echt Brombachseer", stellte wieder einmal seinen Humor unter Beweis: "Während die Erwachsenen die Produkte probieren, können sich die Kinder nun am Kirschkernwerfen erfreuen." Walter warb zudem um weitere Mitarbeiter in der Prunothek.

Ernst Birnmeyer, früher am Landwirtschaftsamt für den Kirschenanbau im Kalbensteinberger Gebiet zuständig, übte sich im Kirschkern-Weitwurf. © Horst Kuhn


Carolin Tischner von der LAG Altmühlfranken sprach sich dafür aus, im touristischen Bereich über die Landkreisgrenzen von Weißenburg-Gunzenhausen und Roth hinweg mehr zusammenzuarbeiten. Die Kirschenausstellung sei das erste umgesetzte Kooperationsprojekt zwischen den beiden Landkreisen. Landratsstellvertreter Peter Krauß, der besonders die Blütezeit der Bäume und auch die Ernte des "süßen Goldes" genießt, rief dazu auf, die Kirschen und die daraus produzierten Erzeugnisse noch mehr erlebbar zu machen und gezielt als echtes Regionalprodukt zu vermarkten. Kirschbäume leisteten zudem einen wertvollen ökologischen Beitrag, zudem sichere der Kirschenanbau einige Arbeitsplätze.

Dass "Kirsche nicht gleich Kirsche ist" betonte Innenarchitektin Laura Luft, die mit der Gestaltung der Ausstellung beauftragt war. Der Besucher solle lernen, dass es unzählige Kirscharten gibt, dass es Kirschen in den verschiedensten Rot-Tönen gibt mit den unterschiedlichsten Geschmackseinrichtungen und dass in der Gegend von Kalbensteinberg-Absberg-Großweingarten unterschiedliche Sorten an Kirschen angebaut werden.

Die in der Prunothek nun aufgestellten Bäume sollen ihre eigene Geschichte erzählen. Blätter wurden zu Grafikflächen, der Stamm und die Äste dienen zur Befestigung von Hands-On-Exponaten. Es gibt ein Kirschen-Wort-Spiel, man könne Kirschen reifen lassen von Grün zu Rot oder die verschiedenen Aromen an der Duftstation erraten.

Ergänzende Angaben machte Dieter Popp, der sich federführend am Marketing der "Echt Brombachseer"-Produkte beteiligt. Er hatte sich intensiv in die Planung der Kirschenausstellung eingebracht. Es gebe eben nicht nur irgendwelche Einheits-Kirschen, sondern sie lassen sich – neben ihrer Unterscheidung in Süß- und Sauerkirschen – in eine enorme Vielzahl von Kirschensorten aufteilen, die alle sehr differenzierte Geschmacksaromen aufweisen.

"Geschmackliche Vielfalt"

Die Brombachseer Kirschenausstellung setze deshalb auch bei diesen Geschmacksnuancen an, denn nur die weitere Absicherung all dieser Sorten ermögliche auch in Zukunft die Herstellung so unterschiedlich schmeckender Kirsch-Spezialitäten. "Und diese geschmackliche Vielfalt kann nur dann gewährleistet werden, wenn die Kirschbäume mit diesen alten Regionalsorten auch sorgfältig kultiviert und vermehrt werden", unterstrich der frühere Regionalmanager.

Daher sei es wichtig, dass die Verbraucher diese Zusammenhänge kennen, um künftig bei ihren Kaufentscheidungen auf diese feinen Unterschiede zu achten. Damit erfülle die Brombachseer Prunothek mit ihrer neuen Kirschenausstellung die Anforderungen an eine zukunftsfähige Verbraucherinformation.

Prunothek und Kirschenausstellung sind am Freitag und Sonntag von 15 bis 18.30 Uhr geöffnet, für Gruppen auch zu anderen Zeiten auf Anfrage. 

HORST KUHN E-Mail

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