Freitag, 16.11.2018

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Alarm wegen Brand in der Biogasanlage in Gerbersdorf

Merkendorfer Feuerwehrleute übten gemeinsam für den Ernstfall — Eine Person eingeklemmt und eine weitere in eine Grube gestürzt - 10.06.2018 06:19 Uhr

In der untergehenden Sonne spiegelte sich das Löschwasser — ein nicht alltäglicher Anblick. © Daniel Ammon


Es war den ganzen Tag über drückend heiß gewesen und eine Abkühlung nicht in Sicht. Kurz vor 20 Uhr heulten die Sirenen los. Sofort rückten die Kameraden der Feuerwehren Merkendorf, Großbreitenbronn, Heglau/Dürrnhof und Hirschlach/ Neuses zum Einsatz aus. Sie wussten nur: Brand in der Biogasanlage in Gerbersdorf.

"Man kann die Übung generalstabsmäßig planen, oder die Leute wissen nicht, was sie – wie im realen Leben auch – am Einsatzort erwartet", erklärte Merkendorfs Kommandant Werner Rück.

Als die Brandschützer mit ihren großen Einsatzfahrzeugen die Anlage an der Ortsverbindungsstraße Richtung Waizendorf erreichten und sich ein erstes Bild über die Lage gemacht hatten, wurde schnell das Szenario klar: Ein Mitarbeiter der Biogasanlage (hier in Form einer Dummy-Puppe) war unter einem Anhänger eingeklemmt und musste befreit werden. Ein Hebekissen kam zum Einsatz. Des Weiteren war in der Anlage ein Brand ausgebrochen, und während der Löscharbeiten stürzte der Anlagenbetreiber in eine Grube. Hier übten die Kameraden das Retten verunglückter Personen aus großen Tiefen.

Die Leitung bei diesem Einsatz hatte Patrick Noll von der FFW Merkendorf. Die Floriansjünger suchten mit Atemschutz nach eventuell weiteren verletzten Personen. Gleichzeitig war ein Löschtrupp dabei, den "Brand" unter Kontrolle zu bekommen. Simuliert wurde auch die Brandbekämpfung auf den umliegenden Feldern. Die Rothelme löschten unter anderem mit Wasser aus der Biogasanlage. Es handelte sich um Wasser, das Werner Rück aus Gülle gewonnen hat. Auch die Löschwasserversorgung aus Gerbersdorf wurde angezapft.

Der "Brand" war schnell unter Kontrolle und die Übung nach etwas mehr als einer Stunde beendet. Das sach- und ordnungsgemäße Aufräumen der zum Einsatz gekommenen Geräte kam hinzu.

Mit acht C- und drei B-Schläuchen rückten die Ehrenamtlichen dem "Brand" in der Biogasanlage zu Leibe, so Einsatzleiter Noll bei der Einsatznachbesprechung. Kreisbrandmeister Alfred Wechsler und Kreisbrandinspektor Hans Pfeiffer, die die Übung verfolgt hatten, richteten anerkennende Worte an die Floriansjünger, die ihren freien Abend dem Wohl der Allgemeinheit zur Verfügung stellten. Ebenso hatte Bürgermeister Hans Popp Lob für "seine" Feuerwehrler.

Nur mit schwerem Atemschutzgerät wagten sich die Feuerwehrler an den „Brandherd“ heran. © Daniel Ammon


Der Merkendorfer Kommandant und Biogasanlagenbesitzer Werner Rück zog als Bilanz: "Viele Feuerwehrler haben Angst, wenn es heißt, dass es in einer Biogasanlage brennt. Jetzt hat man gesehen, dass das gar nicht so spektakulär ist."

Auch Kameraden der Nachbarwehr aus Wolframs-Eschenbach schauten bei der Großübung zu, um sich zu informieren.

Zum Abschluss gab es eine Brotzeit, die sich alle bei der sehr schweißtreibenden Arbeit redlich verdient hatten. 

DANIEL AMMON E-Mail

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