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Die Deutsche Krebshilfe und „Kinderschicksale Mittelfranken“ freuen sich jedenfalls über Spendengelder im hohen dreistelligen Bereich. Bei der Übergabe demnächst wird die genaue Summe bekanntgegeben. Ganz nach dem Geschmack der drei Extremläufer Michael Snehotta, Tobias Altmann und Dominik Luksch präsentierten sich die fast schon sibirischen Wetterverhältnisse.
Im Hinblick auf die im März anvisierte Überquerung des Baikalssees konnte das Trio in vielfältiger Weise Situationen simulieren, die bei dieser Tour eventuell auftreten könnten. In diesem Zusammenhang wurde auf dem Eis des Altmühlsees auch jenes Zelt aufgestellt, das den Abenteurern während des „Unternehmens Baikal“ Unterschlupf gewähren soll. „Ziemlich hart“ sei es in der Nacht gewesen, so die drei Extremläufer unisono. Keine Frage, dass nach der Belastung auch Ruhephasen in Anspruch genommen werden mussten.
Es blieb nicht nur Zeit zum Regenerieren, Essen und Aufwärmen, sondern auch zum regen Gedankenaustausch mit zahreichen Interessierten am Ufer des Altmühlsees. Insbesondere ging es bei dem ungewöhnlichen Wettbewerb ums Tun, das Siegen stand nicht im Vordergrund. Dennoch galt es am Ende des Laufes, den Teilnehmer mit den meisten absolvierten Runden auszuzeichnen. Snehotta (sieben Runden), Altmann und Luksch (beide sechs) hätten dabei zweifellos die Nase vorn gehabt, sie liefen jedoch „außer Konkurrenz“. Von einem ähnlichen Holz geschnitzt ist allerdings Andreas Hilzinger aus Nassenfels bei Eichstätt.
Er kann auf Erfahrungswerte bei derartigen Bedingungen verweisen. Viermal umrundete Hilzinger den See und legte so rund 50 Kilometer bei Eiseskälte und schneidendem Wind zurück. Für seine beachtliche Leistung erhielt er vom Geschäftsleiter des Zweckverbands Altmühlsee, Daniel Burmann, einen Gutschein für eine Schifffahrt auf dem Altmühlsee und das Buch „Land am Limes“. Nach Auskunft des Organisationsleiters der Veranstaltung, Jörg Domanowski, nahmen insgesamt 105 Unerschrockene am Lauf teil. Erfreulicherweise zog sich niemand Blessuren zu, alle Beteiligten hatten sich optimal auf die bestehenden Verhältnisse vorbereitet. Wie eben auch die drei potenziellen Baikalsee-Bezwinger.
Ihre persönliche Bilanz fiel ausschließlich positiv aus. Zwar waren sie am Sonntagabend nach annähernd 24-stündiger Belastung „ganz schön platt“, aber genau das ist auch der Sinn der Übung gewesen. Sie freuten sich insbesondere darüber, dass trotz der relativ kurzen Vorlaufzeit die Durchführung absolut reibungslos über die Bühne ging. Als Maßstab für den „Siberian Black Ice Race“ könne der Lauf um den Altmühlsee wegen der allzu unterschiedlichen Dimensionen nur bedingt dienen. Der Teufel liegt jedoch häufig im Detail. Und eben darauf konnte beim sehr anstrengenden „Aufgalopp“ um den Altmühlsee geachtet werden.
Wegen des strahlend blauen Himmels hatten sich viele Schlittschuhläufer, Ausflügler und Spaziergänger am Ufer eingefunden. Viele von ihnen informierten sich über den 24-Stunden-Lauf und nutzten auch das gastronomische Angebot rund um den See. Der Seegasthof Schlungenhof sowie die Kioske in Muhr am See, Wald und im Surfzentrum hatten ihre Pforten geöffnet. Die Firma City-Driving aus Schlungenhof war mit zwei Elektromobilen vor Ort und bot Fahrten auf dem Seedamm an.
Daniel Burmann ließ abschließend keinen Zweifel daran, dass die Veranstaltung künftig zum festen Bestandteil des Jahresprogramms am Altmühlsee werden kann. Die Unterstützung des Zweckverbands ist den Initiatoren jedenfalls sicher. Noch dazu, wenn sich die Planungen dann über einen größeren Zeitraum erstrecken. Und auch die Verantwortlichen der Stadt stehen dem Ganzen sehr wohlwollend gegenüber. Zum guten Image Gunzenhausens kann eine kontinuierlichen Durchführung des 24-Stunden-Spektakels um den See sicher beitragen.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.