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Tatsächlich hat sich der drittälteste Mitteleschenbacher gut gehalten, geistig wie körperlich. So konnte er auch die Geburtstagsfeier im Bürgersaal des Rathauses problemlos bewältigen. Der „Woidl“, wie er wegen seiner Affinität für den Wald genannt wird, blühte regelrecht auf – nicht wegen der vielen lobenden und schmeichelnden Worte, sondern der angenehmen Atmosphäre wegen. So gut wie alle Vereine waren vertreten, dazu alle Mitarbeiter der Verwaltung, die Bürgermeister aus den Allianzgemeinden Weidenbach, Ornbau, Merkendorf und Wolframs-Eschenbach, noch dazu MdL Gerhard Wägemann, Landrat Rudolf Schwemmbauer und dessen Vorgänger Dr. Hermann Schreiber.
„Immer freundlich, immer hilfsbereit, immer mit einem lockeren Spruch auf den Lippen“ begegne der Jubilar seinen Mitmenschen, sagte Rathauschef Stefan Maul, der die Verdienste von Willibald Bosch ausführlich würdigte und ihm als Geschenk der Kommune ein Aquarell der Flurkapelle zum Geschenk machte, die der Jubilar seit Jahr und Tag pflegt. Bosch war nicht nur 20 Jahre Bürgermeister, sondern zeitweise auch Feuerwehrkommandant, seit 56 Jahren ist er Feldgeschworener und 30 Jahre war er Mitglied in der Kirchenverwaltung. Der Altbürgermeister hatte seine Mitteleschenbacher an der Seite, als er sich 1972 für den Verbleib beim Landkreis Gunzenhausen aussprach. Es kam anders. Einen Teilerfolg aber erreichte er mit seinen Kollegen in der Nachbarschaft, als er sich gegen die 1978 verfügte Verwaltungsgemeinschaft Triesdorf wandte. F. J. Strauß erlöste die Mitteleschenbacher wenig später von der Pein, seither bilden die beiden Eschenbachs eine Verwaltungsgemeinschaft.
Als Bosch vor 30 Jahren die Mehrzweckhalle baute, da kostete sie 1,6 Millionen Mark, heute kommt allein die Sanierung auf 1,3 Millionen Euro. Die letzte Amtsperiode von 1984 bis 1990 verlief nicht ohne Enttäuschungen, weshalb Rathauschef Stefan Maul daraus die Lehre zieht: „Eine kleine Gemeinde wird nur durch Einigkeit stark.“
An die ersten Jahre der gemeinsamen Arbeit im neuen Landkreis Ansbach erinnerte der heutige Amtsträger Rudolf Schwemmbauer: „Willibald Bosch und ich haben uns auf den ersten Blick verstanden.“ Der Landrat war damals Dorfbürgermeister von Geslau. Er dankte ihm für „mutige Entscheidungen“ und sagte: „Nicht der Wind bestimmt den Kurs des Schiffes, sondern die Segel, die richtig gesetzt werden.“ Sein Gruß an den Neunziger: „Wir wollen der Güte des Herrn keine Grenzen setzen und wünschen Dir weiterhin Glückauf!“ Eher bescheiden sieht Willibald Bosch sein politisches Werk. „Was ich getan habe, das war doch etwas Selbstverständliches. Wenn wir unsere Vereine nicht hätten, wären wir arm dran.“ Verdruss sei ihm nicht erspart worden, aber: „Den hab ich schnell vergessen, denn es gab viele ermunternde Worte guter Freunde, die mich nicht im Stich gelassen haben.“
Die Gratulanten und der Jubilar feierten den Geburtstag nach den offiziellen Reden bei einem lockeren Empfang im Bürgerhof. Gesprächsstoff gab es genügend, schließlich stehen in Ansbach und Weißenburg bald Landratswahlen vor der Tür.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.