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Allerdings werden nun auch die Schäden, die der Druck des Erdreichs im Lauf der Zeit angerichtet hat, deutlich sichtbar. Der Anfang war schwer, denn die oberste Schicht Füllmaterial aus nicht allzu ferner Vergangenheit bestand hauptsächlich aus Ziegelresten und anderem Gestein, auch weggeworfene Flaschen und Tierknochen kamen zum Vorschein. Je weiter sich die Studenten aber nach unten vorarbeiteten, desto homogener war das sandige Erdreich.
Bisher wurden einige alte Scherben gefunden, doch ein eigentlicher archäologischer Fund ist noch nicht aufgetaucht. Seitens der Stadt Wolframs-Eschenbach überwacht Stadtbaumeister Günter Simon das Projekt, dem der Stadtrat bereits im Februar zugestimmt hatte. Heimatpfleger Oskar Geidner, der bereits zahlreiche archäologische Grabungen im Stadtbereich geleitet hat, engagiert sich als Grabungsleiter.
Wenn die Grabungsarbeiten im Basteiturm beendet sind, müssen Schäden im Mauerwerk ausgebessert werden. Zudem soll eine Balken-Bohlen-Decke eingezogen werden, damit der Turm wieder auf zwei Ebenen begehbar wird.
Die 15 Studenten, acht Männer und sieben Frauen zwischen 18 und 23 Jahren, die sich hier jeden Tag sechs Stunden mit körperlicher Arbeit engagieren, kommen aus Belgien, Frankreich, Großbritannien, Russland, Südkorea, Spanien, Taiwan und der Türkei. Vermittelt wurde das Projekt über den Verein für „Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten“, der in Stuttgart ansässig ist.
Die Campleitung hat der 20-jährige Amerikaner Anthony Senior inne. Anthony studiert „Criminal Investigation“, also Kriminalistik, in Carson/Kalifornien. Altersgenossen aus anderen Kulturen in einem für alle neuen Umfeld kennenzulernen, die Deutschkenntnisse zu verbessern oder einfach einmal etwas ganz anderes zu machen, das ist die Motivation der jungen Menschen für dieses ehrenamtliche Engagement.
Die Arbeiten am Basteiturm enden täglich gegen 15 Uhr. Die Wochenenden sind ebenfalls frei. Natürlich wollen die jungen Leute hier nicht nur arbeiten, sondern auch etwas über Land und Leute erfahren. Dafür hat man in der Stadtverwaltung ein Freizeitprogramm zusammengestellt. Der Besuch des Altstadtfestes gehörte ebenso dazu wie ein Einkaufsbummel im Brücken-Center oder ein Ausflug an den Altmühlsee zum Baden. Am Wochenende folgen die „Bayerischen Tage der Dorfkultur“ in Merkendorf, außerdem werden die Studenten noch Ausflüge nach Rothenburg, ins Freilandmuseum Bad Windsheim und ins Germanische Nationalmuseum nach Nürnberg unternehmen, um Mittelfranken etwas kennenzulernen.
In der Nachbarstadt Merkendorf findet derzeit, wie berichtet, ein ähnliches Workcamp statt. Hier legen die Teilnehmer ein Stück des Barfußpfads am Merkendorfer Freibad an. Ein Treffen der jungen Menschen beider Camps ist deshalb auch geplant.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.
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