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Bahnstrecke Nürnberg-Gunzenhausen: Umsteigen bald vorbei?

Kreisverwaltung fordert bessere Verbindung und Elektrifizierung- Politiker kritisieren Vorschlag - 08.05.2012 18:46 Uhr

Viele Leitungen im Gunzenhäuser Bahnhof, aber keine Stromabnehmer auf dem „Regio“: Weil der Zug mit Diesel fährt, müssen die Fahrgäste auf dem Weg von und nach Nürnberg bislang in Pleinfeld umsteigen.

Viele Leitungen im Gunzenhäuser Bahnhof, aber keine Stromabnehmer auf dem „Regio“: Weil der Zug mit Diesel fährt, müssen die Fahrgäste auf dem Weg von und nach Nürnberg bislang in Pleinfeld umsteigen. © Foto: Dressler


Die von Grünen-Fraktionsvize Christoph Mötsch eingereichte und von der Kreisverwaltung überarbeitete Resolution fordert die bayerische Staatsregierung dazu auf, sich „aktiv für die Elektrifizierung der Bahnstrecke Gunzenhausen-Pleinfeld“ und „die Reaktivierung der Strecke von Nördlingen nach Gunzenhausen einzusetzen“. Außerdem gelte es, alle Bahnhöfe im Landkreis barrierefrei auszubauen und sämtliche Bahnübergänge mit Schranken zu versehen. Die beiden ersten Forderungen begründet das Papier damit, dass eine umsteigefreie Verbindung in den Großraum Nürnberg sowohl Tausende Pendler entlaste, als auch den Tourismus im Fränkischen Seenland stärke.

Bei der Barrierefreiheit gehe es zudem darum, auf den demografischen Wandel – sprich: das Altern der Bevölkerung – zu reagieren. Die Beschrankung der Bahnübergänge sorge schließlich für mehr Sicherheit. Um ein geschlossenes Votum bat neben Antragsteller Christoph Mötsch auch Gunzenhausens Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Fitz (CSU). „Die Bahn nimmt durchaus wahr, ob sich der Landkreis um seinen Nahverkehr kümmert“, erklärte er. Eine einstimmige Resolution des Kreistags sei da „schon ein Signal“.

„Mangel an wirtschaftspolitischem Realitätssinn“

Dem widersprach FW-Fraktionschef und Pleinfelds Bürgermeister Josef Miehling. „Man verkennt die Situation, wenn man glaubt, dass die Bahn eine schon früher nicht ausgelastete Verbindung wieder ausbaut“, warnte er und sprach von einem „Schau- fensterantrag“. Der Landkreis werde „keinen Betreiber finden, der hier einen vernünftigen öffentlichen Personennahverkehr aufbaut“. Er unterstütze die Resolution zwar und werde dafür stimmen. „Wir sollten den Bürgern aber nichts vormachen.“ Einen „Mangel an wirtschaftspolitischem Realitätssinn“ bescheinigte auch FDP-Sprecherin Sigrid Niesta-Weiser den Initiatoren. Außerdem entspreche es „nicht gerade dem Klimaschutzgedanken, wenn man eine kaum befahrene Strecke elektrifiziert“.

Reinhard Ebert (ÖDP) verknüpfte seine Zustimmung mit der gleichzeitigen Ablehnung des Projekts „B 131 neu“, der seit Jahren immer wieder diskutierten Querverbindung von Gunzenhausen über die B 13 und Thalmässing zur A 9. „Das konterkariert die Aufwertung der Bahn.“ „Mir ist auch klar, dass nicht gleich nächstes Jahr das Geld da sein wird, um alles umzusetzen“, räumte abschließend Landrat Gerhard Wägemann ein. Seine Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium und MdB Josef Göppel stimmten ihn aber zuversichtlich. Zwar sei der „Elektrifizierungs-Topf“ der Bahn bereits bis 2018 ausgereizt. „Wir sollten aber schauen, dass wir 2019 reinkommen.“ Ein Änderungsantrag von Josef Miehling, der für eine Überarbeitung aller Bahnübergänge – auch der bereits beschrankten – gestaffelt nach deren Bedeutung plädierte, fand im Kreistag nur fünf Befürworter. Den Resolutionsentwurf der Verwaltung segnete das Gremium einstimmig ab. 

psh

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