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Brombachseedamm: Reise ins Innere des Seenlands

1700 kamen zum Tag der offenen Tür im Brombachseedamm - 18.07.2011 18:22 Uhr

GUNZENHAUSEN   - Zum 25-jährigen Jubiläum des Fränkischen Seenlands öffnete das Wasserwirtschaftsamt Ansbach nach langer Zeit wieder einmal die Pforten des Brombachseedamms. Über 1700 Besucher nutzten diesen etwas anderen „Tag der offenen Tür“ und machten sich auf Entdeckungsreise in die ansonsten verborgenen Gängen des 1,7 Kilometer langen Bauwerks.

Beim Spaziergang in den dunklen Gängen des Damms.
Beim Spaziergang in den dunklen Gängen des Damms.
Foto: ley
Beim Spaziergang in den dunklen Gängen des Damms.
Beim Spaziergang in den dunklen Gängen des Damms.
Foto: ley

Wer dort Einlass begehrte, musste sich auf einen regelrechten Temperatursturz gefasst machen. Denn im Damminneren herrschen das ganze Jahr über nur etwa zehn Grad Celsius. Aber immerhin ist es dort eher trocken, was an diesem regnerischen Tag vielleicht mit dazu beitrug, dass die Besucher nur so strömten.

Immerhin konnten die Interessierten zum ersten Mal seit 2001 das Innenleben des großen Damms besichtigen. Davor gab es regelmäßig solche Veranstaltungen, bis zu 50.000 Inte­ressierte hatte man damals jährlich verzeichnen können, erklärte der beim Wasserwirtschaftsamt für das Dammsystem zuständige Abteilungsleiter Thomas Liepold. Dann kam der 11. September 2001 und damit die Angst vor Terroranschlägen auch auf technische Einrichtungen, was den Besichtigungstagen im Damm ein vorläufiges Ende bereitete.

Neuanfang zum Silberjubiläum

Doch zum Silberjubiläum des Seenlands wagte man nun einen Neuanfang. Eine erste Möglichkeit, das Damminnere zu inspizieren, gab es bereits im Mai, eine weitere folgt am 4. September. Neben dem 1992 fertiggestellten Bauwerk standen beim jetzigen Termin auch das Informationszentrum an der Mandlesmühle und eine Ausstellung mit Bildern und einem Seenlandmodell im Mittelpunkt des Interesses.

Neben dem Gangsystem selbst beeindruckte vor allem die dort beherbergte Technik. So wird dort etwa ein Wasserkraftwerk betrieben, das satte 630 Kilowatt Leistung liefert. „Genug, um damit mehrere hundert Haushalte mit Strom zu versorgen“, so Liepold. Die Einnahmen aus der Netzeinspeisung betragen jährlich stolze 800 000 Euro. Die aber kämen nicht „auf mein Nummernkonto in der Schweiz“, witzelte der Abteilungsleiter, sondern sparen dem Steuerzahler bares Geld, denn die Summe mildert die öffentliche Ausgabenlast.

Liepold informierte auf ebenso fachkundige wie humorvolle Weise über die Gegebenheiten des Dammsystems. Zum Beispiel am Betriebsauslass, zu dem ein Kontrollgang unterhalb des Brombachsees führt. „Ist über uns das Wasser?“ fragte demzufolge auch ein Kind seinen Vater auf dem Weg dorthin. „Ja“, erfuhr es von Liepold, der Auslass befindet sich 30 Meter unter der Seenoberfläche. Bis zu 15.000 Liter können im Bedarfsfall den Auslass pro Sekunde verlassen, wusste der Fachmann zu berichten. Zurzeit sind es aber nur die Menge „zweier voller Badewannen“.

Sauerstoffgehalt sank ab

All zu lange durfte die Besuchergruppe in diesem Teil des Damminneren nicht bleiben. Denn der Sauerstoffgehalt hatte bereits eine gewisse Schwelle unterschritten, wie ein Messgerät piepend signalisierte. Gefahr bestehe deswegen aber keine, beruhigte Liepold seine Gäste. Auch die Familie Vollath aus dem Spalter Ortsteil Wasserzell nutzte den Besichtigungstag. Die elfjährige Lena fand den unterirdischen Spaziergung „sehr schön“, und zusammen mit dem achtjährigen Felix überlegte sie bereits, ob sie beim nächsten Mal in Inlineskates durch die Gänge brausen könnten.

„Interessant und kalt“ meinte auch Mutter Alexandra. Sie kennt die Region noch aus einer Zeit, als hier kein Damm stand und zeigte sich umso faszinierter. „Es ist toll, was mit der heutigen Technik alles möglich ist.“ Wie die vielen anderen Besucher genossen sie den Tag sichtlich und können wohl noch lange von einer ungewöhnlichen Tour zehren. 

ley


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