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Samstag, 22.09.2018

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Deponie Cronheim: Ärger über Sickerwasser

Bürger von Kröttenbach fordern eine Überprüfung durch Fachleute - 28.05.2018 05:53 Uhr

Der Bauabschnitt 3.3 der Müllhalde bei Cronheim. Am Waldrand (links) befinden sich die Landkreisgrenzen zwischen Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen. © Walter Oberhäußer


Bauer war zusammen mit dem Direktkandidaten der "Freien" im Stimmkreis Ansbach Süd, Weißenburg-Gunzenhausen, Wolfgang Hauber, nach Kröttenbach gekommen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Dort trafen sich die beiden Politiker mit Bürgern aus Kröttenbach und dem Gunzenhäuser Stadtteil Cronheim.

Einleitung von Sickerwasser

Es ist die weitere Plangenehmigung für den Bauabschnitt 3.3 der Cronheimer Müllhalde, der die Bürger auf den Plan bringt, genauer: die Einleitung von Sickerwasser und Oberflächenwasser im Rahmen der Rekultivierung der Deponie in den Kröttenbach.

Werner Frank und Michael Mikusch als Sprecher der Bürger erläuterten dem Abgeordneten die Chronologie der Deponie. Über Jahrzehnte wurde dort Haus- und Gewerbemüll abgelagert. Seit 2015 nun wird auf dem sogenannten Bauabschnitt 3.3 die Oberfläche abgedichtet. Von den Behörden wurde nach ihrer Darstellung für die Maßnahme vorgegeben, dass nur geeignete Abfallarten — sogenannte geeignete Deponieersatzbaustoffe — aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen angenommen und eingesetzt werden dürfen.

Das Sickerwasser der Bauabschnitte 1 bis 3.2 wird in Behältern gesammelt und zur Kläranlage nach Gunzenhausen gepumpt. Das Sickerwasser aus dem aktuellen Bauabschnitt 3.3 wird nach einer Vorreinigung in den Kröttenbach abgeleitet. Entstehendes Oberflächenwasser fließt direkt in dieses Gewässer.

Bürgersprecher Werner Frank erläuterte dem Landtagsabgeordneten Peter Bauer und Wolfgang Hauber (FW, von links) die Befürchtungen der Kröttenbacher. © Walter Oberhäußer


Die Regierung von Mittelfranken habe dies mit Bescheid vom 9. Februar 2018 für eine Dauer bis 31. August 2037 genehmigt, erläuterten Frank und Mikusch. Im Genehmigungsbescheid wird dem Deponiebetreiber die Überwachung nach den einschlägigen Regelungen der Eigenüberwachungsverordnung (EÜV) zugestanden. Auflage ist ein Betriebstagebuch. Eventuell auftretende Auffälligkeiten müssen demnach der Regierung und dem Wasserwirtschaftsamt gemeldet werden.

Heftige Kritik

Die Festlegung der Eigenüberwachung durch den Deponiebetreiber stößt bei den Bürgern auf heftige Kritik, die sie auch im Rahmen einer Kundgebung mitteilten. Die Teilnehmer fordern, dass die jeweiligen Einleitwerte durch unabhängige Fachleute überprüft werden müssen. Angesprochen wurden in diesem Zusammenhang mögliche Gewässerverunreinigungen, da das Fassungsvermögen der Sickerwasserbehälter nicht bekannt sei. Auch müssten, mit Blick auf Starkregenereignisse, entsprechende Wasserrückhalteeinrichtungen hergestellt werden. Auch mögliche Grundwasserbelastungen müssten ins Kalkül gezogen werden.

Bauer sagte den besorgten Bürgern seine Unterstützung zu. Erster Schritt sei die Erstellung eines entsprechenden Mengengerüsts über alle messbaren Parameter zu Sickerwasser, Einleitwerte und Belastung des Fließgewässers. Außerdem müsse der Genehmigungsbescheid einer Überprüfung unterzogen werden. Nach Vollzug dieser Aufgaben werde er die beteiligten Behörden kontaktieren und primär eine unabhängige Überwachung einfordern.

Die Kröttenbacher Bürger hatten das Vorhaben im Rahmen einer Informationsveranstaltung geschlossen abgelehnt. Seitens der Gemeinde Unterschwaningen erfolgte aber kein Einspruch. Die bürgerschaftliche Ablehnung sei der Regierung mitgeteilt, aber nicht gewürdigt worden. 

Walter Oberhäußer E-Mail

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