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Die Rückblicke machten deutlich, dass man sich von dem Erreichten und den positiven Entwicklungen Motivation und Tatkraft holen kann, um mutig weiterzumachen. 2011 habe es einen „kleinen Bauboom“ gegeben, so Bürgermeister Michael Dörr. Elf Bauplätze wurden verkauft, sodass der Grundstücksverkauf im Baugebiet am Kreutweg im vergangenen Jahr abgeschlossen worden ist. Der Bürgermeister rief auch etliche städtische Bauprojekte in Erinnerung, die 2011 umgesetzt werden konnten, etwa den Ausbau der Kreisstraße AN 12 in der Oberen Vorstadt und der Lichtenauer Straße bis hinaus zum Ortsende, den Umbau des Platzes am Kriegerdenkmal oder auch den Baubeginn eines Wohnmobilstellplatzes an der Waizendorfer Straße.
Der Rathauschef geht davon aus, dass noch 2012 auf dem stadteigenen Grundstück in der Deutschordensstraße 6 begonnen wird, eine Wohnanlage für Senioren zu bauen. Auch das Projekt Bürgerladen, das die Schließung von Einzelhandelsmärkten im Städtchen in jüngster Zeit wettmachen soll, möchte der Bürgermeister so bald wie möglich verwirklicht sehen, um den weniger mobilen Bürgern bald wieder eine Vollversorgung am Ort bieten zu können. Er werde besonders zu diesem Punkt oft angesprochen, sagte Dörr und appellierte an die Bürger, dieses Projekt zu unterstützen. Konkret wird derzeit in einem Arbeitskreis an den nächsten Schritten gearbeitet.
Bei so viel Erreichtem und Hoffnungsvollem standen doch auch zwei große Herausforderungen im Mittelpunkt der Ausführungen von Ortspfarrer und Bürgermeister. Während Pfarrer Scherzer das Projekt Münsterkirchturmsanierung beschäftigt, wofür die Kosten auf über eine Million Euro geschätzt werden, steht die Herausforderung für die Stadt auf der anderen Seite des Deutschordensschlosses, und mit einer Million Euro hätte man hier wohl erst ein Viertel getan, wenn überhaupt: Die Schließung der „Alten Vogtei“ jährt sich im kommenden Jahr bereits zum zweiten Mal und der lange Leerstand tut dem historischen Gebäude nicht gut, wie Bürgermeister Michael Dörr berichtete. Für einen Privatinvestor rechne sich dieses Projekt nicht.
„Was wir daher bräuchten, wäre ein Liebhaber, der seiner Millionen überdrüssig ist“, meinte der Rathauschef schmunzelnd, wurde aber gleich wieder ernst: „Wolframs-Eschenbach braucht die ‚Alte Vogtei‘, daher ist es mein persönliches Ziel, in den kommenden eineinhalb Jahren eine Lösung hinzukriegen.“ Es sei traurig, mit ansehen zu müssen, wie ausgestorben die Altstadt mittlerweile sei. Die Kirchturmsanierung am Liebfrauenmünster sei „eine Riesenherausforderung“ für den Haushalt der Pfarrei, und man rechne daher mit Zuschüssen von der Stadt. Münsterpfarrer Jochen Scherzer betonte, dass es vonseiten der Stadt immer sehr viel Unterstützung gebe für die Pfarrgemeinde und ihre Projekte. Auch in der Kirchengemeinde gebe es jede Menge ehrenamtliches Engagement, oft gerade von Gutwilligen und -mütigen, die sich vielfach gleich an mehreren Stellen engagierten, hin und wieder sogar gegen „offenen Undank“. Dennoch könne nicht überall dort, wo das Geld fehlt, das Ehrenamt als eine Art Lückenbüßer einspringen.
Manchmal müsse Gewohntes abgelegt werden, aber wichtig sei immer „der Wille, die Zukunft aktiv mitzugestalten“. In diesem Sinne bedankten sich beide, Stadtpfarrer und Bürgermeister, bei den anwesenden Vertretern des öffentlichen Lebens für ihr aktives Dabeisein in Form ehrenamtlichen Engagements im kirchlichen oder im sozialen Bereich, in den Vereinen und Verbänden und überall dort, wo es den Mitmenschen zugutekommt und für ein gutes Miteinander sorgt.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.