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Ebenfalls anwesend waren neben einigen weiteren interessierten Zuhörern Vertreter des örtlichen Einzelhandelsverbands, der ebenfalls nicht glücklich mit den Edeka-Plänen war. Die Stadtratsentscheidung gegen den neuen Markt ändert nichts an der Tatsache, dass die Edeka den Comet in der Bahnhofstraße endgültig zusperren wird. Davon hatten Regionalleiter Thomas Schulz und sein Mitarbeiter Jürgen Schmidt bereits Mitte September Bürgermeister Joachim Federschmidt schriftlich informiert.
Die Unternehmensgruppe ist der Ansicht, dass dieses etwa 1000 Quadratmeter große Geschäft „vom Konzept, der Technik und der Optik absolut nicht mehr den Anforderungen der Kunden an einen zukunftsorientierten Lebensmittelmarkt genügt“. Die Schließung wird deshalb auch ohne die Errichtung des neuen E-Centers als „unabdingbar notwendig“ eingestuft.
Veränderungen stehen auch beim Altmühlcenter in Frickenfelden an. Dieser Supermarkt wird zwar vorerst nicht geschlossen, aber die Verkaufsfläche von jetzt 3200 auf künftig 1200 Quadratmeter verkleinert. „Das Altmühlcenter“, hatte die Edeka im Vorfeld der Stadtratssitzung gegenüber Federschmidt deutlich gemacht, „könnte nach Umbaumaßnahmen und zurückgenommener Verkaufsfläche durchaus als Nahversorgungsmarkt weitergeführt werden, um das Kaufpotenzial in der Ostvorstadt und dem Stadtteil Frickenfelden auf jeden Fall weiterhin bis zum Ende unserer vertraglichen Mietzeit am 31. Dezember 2016 sicherzustellen.“
Jürgen Schmidt strich als Vertreter der Edeka in der jüngsten Stadtratssitzung noch einmal vor versammelter Mannschaft heraus, dass beide Märkte nach über 20 Jahren nicht mehr den Kundenanforderungen entsprechen und auch unter energetischen Aspekten nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind. Deshalb wolle das Unternehmen eine Alternative in der Nürnberger Straße schaffen.
Betrachte man die aktuellen Pläne des Unternehmens mit dem Comet und dem Altmühlcenter, dann würden in Gunzenhausen von der Edeka keine neuen Verkaufsflächen geschaffen. Es handle sich lediglich um eine Flächenverlagerung. Man wolle den Kunden mit dem Neubau ein Ambiente bieten, in dem das Einkaufen wieder Spaß mache. Wegen einer möglichen Lärmbelastung sei man mit dem Landratsamt in Kontakt getreten und habe die Pläne dahingehend optimiert, dass die emmissionsschutzrechtlichen Belange gewahrt werden können.
Stadtbaumeisterin Simone Teufel merkte an, dass die Edeka die Auflagen hinsichtlich der Baugestaltung, der Grünordnung und des Lärmschutzes planerisch beherzigt hat. Die Anlieferungsbereiche seien „eingehaust“ und nachts dürften generell keine Waren gebracht werden. Außerdem werde der Schall von der Nürnberger Straße durch das Gebäude abgefangen.
Bürgermeister Joachim Federschmidt erinnerte zu Beginn der knapp eineinhalbstündigen und nicht ohne Emotionen geführten Diskussion daran, dass der Stadtrat bereits vor etwa einem Jahr den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan (Sondergebiet zur Errichtung einer Einzelhandelsfläche mit einer Größe von 1,32 Hektar) zur Errichtung eines Edeka-Centers in der Nürnberger Straße gefasst hat. Damit habe man signalisiert, dass das Unternehmen an dieser Stelle willkommen sei. Nun stehe der Billigungsbeschluss an.
Karl-Heinz Fitz (CSU) stellte fest, dass die Stadt mit der Aufstellung eines Bebauungsplans für den betroffenen Bereich bereits 1994 mit guten Gründen entschieden hat, eine Pufferzone zwischen der vielbefahrenen Nürnberger Straße und der Wohnbebauung im Bereich der Wolfgang-Krauss-Straße zu schaffen. Zudem sei eine nicht unerhebliche Begrünung vorgesehen.
Nun liege der Antrag der Edeka Nordbayern Bau- und Projektgesellschaft auf Errichtung eines E-Centers in diesem Bereich vor, was zur Folge habe, dass der Bebauungsplan abgeändert werden müsse. Die ursprünglichen Zielsetzungen würden damit aufgegeben. Er stellte zudem fest, dass die laut dem GfK-Gutachten gewünschte Nahversorgung der Bevölkerung im Umgriff der Nürnberger Straße durch den neu errichteten Netto-Markt schon gewährleistet sei.
Der Bau eines E-Centers in der Nürnberger Straße mit einem Vollsortiment stelle eine Neuansiedlung dar, die zweifellos Auswirkungen auf die Innenstadt hätte. Die GfK rate allerdings von derartigen neuen Projekten ab.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.