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Im März vor zehn Jahren wurde die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft aus der Taufe gehoben. Für Walter Schwab Anlass genug, um den ver.di-Senioren die Entwicklung zu dokumentieren. Durch die Unterzeichnung der Gründungsurkunde beim eigens dafür anberaumten Kongress in Berlin entstand aus dem Zusammenschluss von DAG, DPG, HBV, IG Medien und ÖTV die mit 2,8 Millionen Mitgliedern größte Einzelgewerkschaft der Welt. Zum Vorsitzenden wurde der bisherige ÖTV-Vertreter Frank Bsirske gewählt.
Schon ein Jahr danach konnte ein erster großer Erfolg verzeichnet werden, weil sich über 70 Prozent der gewählten Betriebsratsmitglieder bei ver.di organisiert hatten. Nach zahlreichen Streikmaßnahmen im Postdienst gelang es im Juni 2002, eine Einigung mit einer schrittweisen Erhöhung der Gehälter zu erzielen. Wenig später konnte auch mit der Deutschen Telekom ein Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten abgeschlossen werden.
Als Teil der weltweiten Friedensbewegung beteiligten sich 2003 viele ver.di-Mitglieder an den umfangreichen Protestaktionen gegen den Irak-Krieg. Ferner wies der Referent darauf hin, dass sich die Gewerkschaft gegen den Sozialabbau und die Agenda 2010 zur Wehr setzte. Eine weitere Zielsetzung, die über die nächsten Jahre hinweg an Aktualität nichts einbüßen sollte, war die Bekämpfung des Lohndumpings in Europa. 2006 war ver.di als zuverlässiger Partner von Gewerkschaften und anderen Organisationen maßgeblich an der Initiative zur Forderung eines gesetzlichen Mindestlohns beteiligt.
Im Mai 2007 streikten die Beschäftigten der Deutschen Telekom gegen die Ausgliederungspläne des Vorstandes. Der Arbeitskampf zog sich über elf Wochen hin. Ein Jahr später konnte ver.di den Mindestlohn für einzelne Branchen unter Dach und Fach bringen. Des Weiteren sollte eine Kampagne für Beschäftigte in Leiharbeit die Ungleichheit korrigieren. Obwohl der Post-Mindestlohn seit 1. Januar des gleichen Jahres Bestand hatte, wurde er gut zwei Jahre später wegen gravierender Verfahrensfehler des Bundesarbeitsministeriums vom Bundesverwaltungsgericht wieder gekippt.
Walter Schwab erläuterte ferner, dass die Finanzkrise bei vielen Menschen ein Umdenken bewirkt habe. Zunehmend wurden ab 2009 kritische Stimmen und Ansichten gegen den radikalen Markt, gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem laut. In Berlin und Frankfurt demonstrierten weit mehr als 50 000 Unzufriedene zu Weltwirtschaftskrise und G20-Finanzgipfel. Ver.di beteiligte sich an dieser Diskussion, ebenso wurden zahlreiche Aktionen gegen zunehmende rechte Umtriebe unterstützt und für mehr Bürgerrechte plädiert. Angeschlossen wurde sich darüber hinaus der Kampagne des Deutschen Gewerkschaftsbunds „Rente muss zum Leben reichen“.
Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der ver.di-Senioren Altmühltal, Heinrich Burkart, führte Schwab auch die Ehrungen durch. Dabei erinnerte er an richtungsweisende Ereignisse und Daten in den jeweiligen Beitrittsjahren der Mitglieder. So wurden 1947 der Bayerische Gewerkschaftsbund und zwei Jahre später die Deutsche Postgewerkschaft aus der Taufe gehoben. Vor rund 50 Jahren erlebten die Kollegen die Einführung der 44-Stunden-Woche und des 13. Monatsgehalts. Schwab informierte noch über etliche weitere Stationen, ehe die Jubilare Urkunden und kleine Geschenke in Empfang nehmen konnten.
Auf 65 Jahre Mitgliedschaft können Richard Schmidt (Treuchtlingen) und Philipp Walter (Weißenburg) zurückblicken. Seit 60 Jahren halten Wilhelm Schwab (Langfurth), Gerhard Philippi, Hermann Döbler und Johann Ruppert (alle Weißenburg) der Gewerkschaft die Treue. Ein halbes Jahrhundert sind Gustav Kistner (Merkendorf), Ernst Lyrhammer (Langenaltheim), Wilhelm Bellert (Weidenbach) und Manfred Baumgärtl (Treuchtlingen) dabei.
Walter Satzinger, Monika Meyer (beide Weißenburg), Ernst Dauner (Gunzenhausen), Friedrich Dinkelmeyer, Dieter Hüttner (beide Treuchtlingen), Thorolf Bloß (Unterasbach), Hans Senft (Markt Berolzheim), Hans Gazda (Wehlenberg), Anna-Maria Meyer (Raitenbuch), Dieter Müller (Schambachtal), Gerd Prang (Geilsheim), Gerhard Schimmelmann (Ettenstatt) und Karl Hach (Ehingen) verstärken seit 40 Jahren die Arbeitnehmervertretung. Immerhin bereits ein Vierteljahrhundert zählen Frieda Albrecht (Dittenheim) und Werner Seitz (Ellingen) zu den Gewerkschaftern.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.