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Ein Fußballtrainer aus Leidenschaft

Christoph Huber von der DJK Obererlbach steckt viel Zeit in sein Ehrenamt - 21.02.2018 17:06 Uhr

Sportliche Heimat: Christoph Huber, der heute seinen 30. Geburtstag feiert, engagiert sich bei der DJK Obererlbach in verschiedenen Funktionen. In diesem Jahr will er die Trainer-C-Lizenz machen. © Viola Bernlocher


Angefangen als Trainer hat Christoph Huber, da war er gerade 18 Jahre alt geworden. Der ursprünglich aus Büchelberg stammende Huber, der heute seinen 30. Geburtstag feiert, spielte damals Fußball beim FC Frickenfelden und für die Jugend wurde ein Trainer gesucht – und er gefragt: "Machst du‘s?" Er antwortete: "Ich probier‘s", und stellte sich dabei offenbar auch nicht dumm an, denn von Frickenfelden aus wechselte er 2009 nach Kalbensteinberg, wieder als Jugendtrainer. 2011 schließlich ging es zum eigenen Verein, der DJK Obererlbach, in dem er selbst als Spieler aktiv war und ist.

Dort feierte er 2013 auch seinen bisher größten Erfolg: die Meisterschaft bei den E-Junioren. Auch wenn es in diesem Alter noch gar nicht so sehr um Leistung geht, sondern eher darum, den Kindern mit Spaß Disziplin und ein Gemeinschaftsgefühl zu vermitteln, wie er findet. Bis 2013 trainierte er dort die Jugend und spielte selbst. "Ich sehe mich aber vor allem an der Seitenlinie und wollte weiter drin bleiben und Erfahrungen sammeln", erzählt er.

Denn wegen seines Berufs als Personalsachbearbeiter zog er nach Nürnberg. Zweimal die Woche zum Training für den Nachwuchs nach Altmühlfranken zu kommen, war da nicht mehr so einfach. Deshalb suchte er sich in Nürnberg einen Verein, in dem er weiter Jugendliche und Kinder trainieren konnte, ohne viel fahren zu müssen, und fing beim TSV Katzwang an. Es lief gut, der Nachwuchs war motiviert, aber der Raum doch recht beengt. "Wir mussten uns beim Training den Platz mit den Erwachsenen teilen", berichtet er. Optimale Umstände waren das nicht, deswegen zauderte er nicht lange, als die DJK Eibach einen Jugendtrainer suchte und ihn ansprach. "In Nürnberg wird man auch als Trainer ganz anders beobachtet", sagt er. Der Raum war dort da, aber die Trainingsbeteiligung nicht annähernd so gut wie in Katzwang. Auch der TSV Buch im Nürnberger Knoblauchsland war an ihm interessiert, er bewarb sich, aber ein Wechsel scheiterte letztlich. "Das wäre schon auch reizvoll gewesen", bedauert er.

Trotzdem ist er dankbar für die Chancen, die er bekam — zumal ohne Trainerlizenz oder irgendeine Ausbildung. Denn in der Stadt gibt es noch einmal andere Dinge zu lernen als auf dem Land. "Das war bei mir schon immer learning by doing", sagt Huber. Seine Trainingsmethoden hat er sich bei seinen eigenen Trainern abgeschaut. "Bei meiner Philosophie spielen alle meine bisherigen Trainer eine Rolle. Jeder macht eine andere Sache besser oder schlechter, ich versuche das zu vermischen. Ich lege den Fokus im Training sehr auf den Spaß, denn ohne Motivation und guten Zusammenhalt geht es nicht", sagt Huber. Von strengem Drill hält er nicht viel, er arbeitet lieber mit Motivation. "Ich sehe meine Stärke darin, dass ich die Spieler motivieren kann. Jürgen Klinsmann und Jürgen Klopp sind da meine Vorbilder. Ich denke, man sollte mit den Spielern viel sprechen und muss auch ein paar Streicheleinheiten für jeden parat haben", sagt Huber.

Christoph Huber in Aktion als Trainer der DJK Obererlbach bei der Hallenrunde 2017/18, hier beim Zwischenrundenturnier im Januar in Weißenburg. © Mathias Hochreuther


Seine Arbeitgeber hat er immer über sein Hobby informiert und hat grünes Licht, solange die Leistung in der Arbeit nicht darunter leidet. "Für mich ist das sehr wichtig als Ausgleich zum Beruf", sagt Huber. Und so musste auch das Hobby einmal zurückstehen. Als er im Winter 2016 beruflich stark eingebunden war, hatte er für einige Zeit kein Engagement als Trainer.

Lange konnte er die Füße aber nicht stillhalten. Und übernahm in der Hallensaison 2016/2017 die erste Mannschaft der DJK Obererlbach als Trainer, weil die eigentlichen Trainer "nichts von der Halle halten" und die Spieler dabei nicht betreuen wollten, die Mannschaft aber schon gemeldet war. Für Christoph Huber war das eine Chance und auch eine ganz neue Erfahrung, trainierte er doch seine eigenen Mitspieler. Auch 2017/18 betreute er die Mannschaft wieder in der Halle. "Das bringt schon etwas. Am Anfang war ich schon ganz schön nervös, aber ich habe gutes Feedback bekommen", berichtet er.

In der Sommersaison 2017 fing er dann auch auf dem Feld wieder an, als Trainer für die U19 des TSV Heideck, vermittelt durch einen seiner ehemaligen Trainer. Gemacht hat er das bisher alles ehrenamtlich. Bis auf eine Aufwandsentschädigung für die Fahrtkosten gab es nichts. Erst beim TSV Heideck bekam er ein kleines Salär für seine Leistung nach Feierabend und am Wochenende.

"Das war so süß"

Für ihn bedeutete das Training dort viel Zeit mit dem Auto auf der Strecke, obwohl er gemeinsam mit seiner Freundin Laura wieder in die alte Heimat gezogen war. Dennoch war die Trainingsbeteiligung bei der Jugend eher mau, was ihn bewog, das Amt wieder niederzulegen. "Ich bin ein im Sinne des Vereins denkender Mensch, und dass ich für vier Leute beim Training so viele Kilometer verfahre und Geld bekomme, konnte ich nicht vertreten", sagt er. Schweren Herzens gab er das Amt also wieder ab. Auch bei einigen Spielern war der Abschiedsschmerz groß. "Ich habe lange, sehr emotionale WhatsApp-Nachrichten bekommen, wo sich die Spieler bedankt haben. Da habe ich schon einen Moment gebraucht, um mich wieder zu fassen", sagt Huber. Auch seine Freundin Laura, die Christophs Hadern mit der Entscheidung mitbekommen hat, sagt: "Das war so süß."

Für ihn sind diese positiven Rückmeldungen der größte Lohn und eigentliche Antrieb bei seinem Engagement: "Nichts ist schöner, als wenn die Augen von Kindern und Jugendlichen leuchten." 

Viola Bernlocher Süd-Springerin E-Mail

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