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Zeit zum Schauen, Zeit zum Genießen und Zeit, um einen Markt, der inzwischen zum Geheimtipp Frankens geworden ist, in einem großen abwechslungsreichen Spaziergang zu durchlaufen. Es ist schon erstaunlich, was die kleine Hopfenstadt jedes Jahr auf die Beine stellt und jedes Mal sind die vielen Besucher aufs Neue entzückt.
„Entdeckt in Spalt die vielen schönen Sachen, die Kunst und Handwerk überall herum euch bieten, um euch Freud zu machen!“ Diesen Wahlspruch aus dem „Prolog zur Weihnachtszeit“ haben sich die Spalter Zunft, also der Verband der Geschäftstreibenden, und die große Zahl der Spalter Vereine auf die Fahnen geschrieben.
Neben dem obligatorischen weihnachtlich geschmückten Budenzauber, gibt es in der romantischen Hopfenstadt vieles zu entdecken. Da sind Keller, die das ganze Jahr ein eher tristes Dasein fristen, plötzlich aufgeputzt und Handwerker, etwa Rechenmacher, Korbflechter und Glasbläser lassen sich bei der Arbeit gerne zusehen. In Hinterhöfen und Scheunen werden liebevoll hergestellte Bastelwaren und fränkische Spezialitäten angeboten.
Je länger der Besucher unterwegs ist, umso mehr wird er sich fragen, wer all die notwendigen Vorbereitungen geleistet hat. Mehr als 100 Standorte, nahezu über die ganze Altstadt verteilt, wurden von fleißigen Helfern geschaffen. Viel Vorbereitungszeit war dafür nötig und es bedarf jedes Jahr vieler motivierter Menschen, um all das auf die Füße zu stellen.
Der Besucher staunt über die errichteten Zelte der Pfadfinder, er wird die gemütliche Feuerstelle und die Winterbar des Tourismusverbands Brombachsee entdecken und mit Vorfreude dem Duft von Gebratenem und Gebackenem der Spalter Bäcker folgen, die frisch aus der Backstube heraus verkaufen. Aber bei weitem ist nicht alles kommerziell. Da bläst vom Turm herab ein einzelner Trompeter seine Weisen, Kunstaustellungen sind zu bestaunen und gute Geister entzünden - kaum hat die Dämmerung eingesetzt - Hunderte von Lichtern entlang des Weges, der zu all den Standorten führt, ob zur Brauerei am einen Ende bis zum Kornhaus oder zum Zollhäuschen am anderen Ende.
Wer sich die Wege sparen will, der kann sich den Luxus einer Rundfahrt gönnen. Prächtige Rösser ziehen Planwagen durch die Spalter Altstadt und man fühlt sich weit in weihnachtliche Glanzzeiten zurückversetzt, wenn man dieses Angebot annimmt. Vielleicht begegnet man bei der Rundfahrt auch dem Spalter Nikolaus, der traditionellerweise auch mit einer Ehrenrunde seinen Auftritt am Samstagabend um 18.30 Uhr beginnt, ehe er und sein Krampus die Kinder in der Altstadt beschenken. Wer allerdings das Christkind in Spalt sucht, der wird es nicht finden.
Eine Besonderheit des Spalter Marktes ist, dass man auf das Christkind verzichtet und stattdessen ein himmlischer Bote in wallendem Gewand - gleich einem Rauschgoldengel - am Sonntag um 17 Uhr den Prolog zur Adventszeit spricht. In einer historischen Kutsche sitzend wird - von der Stadtkapelle begleitet - der Himmelsbote durch die Altstadt gefahren, ehe er an der Bühne vor St. Emmeram von Kindergartenkindern mit Liedern und Gedichten begrüßt wird. Zufriedene Erschöpfung wird sich irgendwann bei den Besuchern einstellen und gar mancher lässt sich in einem der Spalter Wirtshäuser nieder und genießt nach süßen Plätzchen und gebrannten Mandeln vielleicht doch zur Abrundung ein herbes Spalter Bier.
Die Wirte jedenfalls sind bestens für viele hungrige und durstige Gäste gerüstet. Und wenn der Besucher dann am Ende des Tages auf seine Uhr blickt, dann wird er sich wundern, wo all die Stunden geblieben sind. Ohne Langeweile sind sie wie im Flug vergangen und nur ein paar Geschenke für die Lieben zuhause, vielleicht ein paar müde Beine, vor allem aber viele bleibende weihnachtliche Bilder und Erinnerungen an den Spalter Markt – dem Weihnachtsmarkt mit dem gewissen Etwas mehr – bleiben zurück.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.