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Aber auch Innenminister Joachim Herrmann („ein verlässlicher Mensch und ein guter Freund“) und Dr. Jakob Kreidl, der Chef des Landkreisverbands („geradlinig und mit Herzensgüte“) sparten nicht mit Komplimenten für den Jubilar, der am Samstag mit Hunderten von Gratulanten im Weißenburger Kulturzentrum Karmeliterkirche seinen 60. Geburtstag feierte.
Der Jubilar hatte – wie schon an seinem 50. – darauf verzichtet, einen ausgewählten Kreis einzuladen, sondern ihm kam es in gutem republikanischen Verständnis darauf an, nicht nur „die da oben“ um sich zu scharen, sondern allen nahe zu sein. So erlebte das Kulturzentrum den ganzen Tag über ein Kommen und Gehen. Für die Bewirtung der Gäste war bestens gesorgt, auch für die musikalische Unterhaltung (es spielten u. a. die Big Bands des Weißenburger und Gunzenhäuser Gymnasiums). Sein Stabschef Jürgen Simon und Ines Hausmann von der Zukunftsinitiative „altmühlfranken“ hatten mit einem Stab von Mitarbeitern die Vorarbeiten getan, so dass der lockere Empfang zu dem werden konnte, was sich der Jubilar wünschte: einer Begegnung aller. Natürlich waren die meisten mit Rang und Namen da, aber eben auch Landkreisbürger, die ihrem Landrat in Dankbarkeit verbunden sind.
Sein Vize Robert Westphal sagte, Wägemann sei eine prägende Persönlichkeit und er sei trotz der vielen Arbeit für alle da, die seine Hilfe bräuchten. Das Leben des Jubilars nannte er eine „Erfolgsgeschichte bis zum heutigen Tag“. Er habe eine Bilderbuchkarriere durchlaufen und die richtigen Weichen gestellt für eine positive Landkreisentwicklung. Den Konflikten gehe er nicht aus dem Weg, aber stark wirke er in persönlichen Gesprächen, wobei es ihm gelinge, Probleme schnell aus dem Weg zu räumen. Westphals Wunsch: „Bleib so wie Du bist: humorvoll, aufgeschlossen, fröhlich und immer mit vollem Einsatz bei der Sache.“
Innenminister Joachim Herrmann, der zugleich mittelfränkischer CSU-Vorsitzender
ist, ging in seiner Laudatio auf den politischen und parteipolitischen Werdegang des Jubilars ein, vor allem auch auf die Tage, als es galt, für den plötzlich verstorbenen Landrat Franz Xaver Uhl einen optimalen Nachfolger zu finden. Obgleich es nicht Wägemanns Lebensplanung gewesen sei, einen kommunalen Spitzenjob anzusteuern, sondern seinen Einfluss in der Landespolitik zu vergrößern, habe er nicht gezögert und sich in die Pflicht nehmen lassen. Er rühmte Wägemann als einen Mann, der „mit Volldampf unterwegs ist“. Herrmanns Kompliment: „Es ist beachtlich, was er hier schon alles angestoßen hat. Ich denke nur an den Kunststoffcampus, der dem Kreis neue Perspektiven gibt.“ Der Innenminister sagte, man wolle an den Zukunftschancen für alle Regionen arbeiten und sehe das Ziel nicht darin, einige Ballungsräume zu schaffen, die von ein paar Naturparken umgeben seien.
Dem Jubilar bescheinigte er, für jeden Bürger ein offenes Ohr zu haben. Alle wüssten, Gerhard Wägemann sei „ein verlässlicher Mensch und ein ehrlicher Kerl“. Er spreche gern ein klares Wort, verletze aber niemanden. „Du bist“, so Herrmann, „von der eigenen Überzeugung getrieben, aber niemals intolerant“.
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Dr. Jakob Kreidl, der Präsident des Bayerischen Landkreistags und Landrat von Miesbach, wartete mit einem zeitbezogenen Kompliment auf: „Den Geburtstag macht Lichtmess wieder zu einem Feiertag.“ Er gratulierte mit den Worten von Max Weber, der „Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und Augenmaß“ als wichtige Eigenschaften für einen Politiker nannte. Der Oberbayer sagte, er sei froh, „einen Freund wie Dich an meiner Seite zu haben“.
Wägemanns Dank galt vor allem seiner Familie (Ehefrau Cristine und der Tochter Nicole mit ihrem Mann Christian Otto) und natürlich seinem Stellvertreter Robert Westphal („Wer einen solchen Vize hat, der kann leicht Landrat sein“). Er bemerkte, die Laudatoren hätten ihm geschmeichelt, aber schmunzelnd gestand er: „Es ist auch angenehm, so etwas hören zu dürfen.“ Aber auch Nachdenkliches war von dem Jubilar zu hören, der dem Herrgott dankbar ist, den 60. Geburtstag erleben zu können. Sein Vorgänger Franz Xaver Uhl und sein älterer Bruder, der im letzten Jahr verstorben ist, durften es nicht.
Zu den Gratulanten zählt u. a. Rudolf Klinger aus Pleinfeld (sein Vorgänger als Landtagsabgeordneter), Bürgermeister Fritz Walter aus Absberg (Vorsitzender der Bürgermeistervereinigung), Werner Mößner (Chef des Gemeindetags), MdL Georg Schmid (CSU-Fraktionsvorsitzender im Landtag), Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer, Bezirkstagspräsident Richard Bartsch und sein Vize Alexander Küßwetter, Altlandrat Dr. Karl Friedrich Zink, MdB Josef Göppel, die Landtagsabgeordneten Dr. Manfred Weiß (Roth) und Karl Freller (Schwabach) sowie die Landräte Stephan Rößle (Donau-Ries), Dr. Jürgen Ludwig (Ansbach), Herbert Eckstein (Roth) und viele Bürgermeister aus dem Landkreis. Nicht alle waren so stark präsent wie Stefan Maul aus Mitteleschenbach, der den Hofstaat der Karnevalsgesellschaft im Schlepptau hatte.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.
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