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Die Biogasanlage von Hans Winkler produziert in den Sommermonaten deutlich mehr Wärme als verbraucht werden kann. Ziel ist es nun, weitere Gebäude an das Netz anzuschließen und mit Nahwärme zu versorgen. Dadurch soll der Überschuss im Sommer verringert werden und die Verbrauchskurve soll sich mehr dem Optimum annähern.
Die Merkendorfer Grundschule fungiert als Übergabestation. Sie versorgt die anderen vier Gebäude, die durch ein Nahwärmenetz verbunden sind, mit Energie. Die Schulsporthalle, das Feuerwehrgerätehaus, der Bauhof und das alte sowie das Neue Arzthaus wurden an das Netz angeschlossen.
Die Amortisationszeit für die Kosten der bestehenden Fernwärmeleitung wurde auf zehn Jahre kalkuliert. Das bedeutet, dass die Investition samt Zinsen nach dieser Zeit abbezahlt ist. Für die Zeit danach ist ein Wärmepreis vereinbart, der 50 Prozent des dann aktuellen Preises beträgt. Berechnet man die Gesamteinsparungen für die Vertragslaufzeit, so kommt man auf etwa 250.000 Euro. Bereits jetzt werden jährlich 150 Mllionen Tonnen CO2 eingespart.
Natürlich wird man die produzierte Energie auch dann nicht optimal ausnutzen können, wenn mehr Häuser angeschlossen werden. Da diese im Winter mit großer Wahrscheinlichkeit mehr verbrauchen als vorhanden ist, wird man die dann fehlende Wärme aus einer anderen Quelle beziehen müssen.
Betrachtet man das Konzept aber als Ganzes, so wird der höhere Verbrauch die Kosten für den Bezug der fehlenden Wärme weit übersteigen und die Produktion der Biogasanlage kann weit besser genutzt werden. Bürgermeister Hans Popp ist überzeugt davon, dass alle Beteiligten von einer Erweiterung des Konzepts profitieren werden. Er ist sich sicher, dass man den Grad der Ausnutzung noch viel weiter erhöhen kann, beispielsweise durch Biogasanlagen, die mit Hackschnitzelheizungen kombiniert werden.
Durch die Verwirklichung eines ausgebauten Nahwärmenetzes könnten die betroffenen Häuser neben dem finanziellen Aspekt noch viele weitere Vorteile nutzen. Statt der alten Technik würde eine neue eingebaut, die wesentliche Ersparnisse im Verbrauch mit sich bringen würde. Die laufenden Kosten wie den Kaminkehrer oder die Heizungswartung fielen deutlich geringer aus und trotzdem würde die regionale Wirtschaft gefördert. Preisschwankungen bezüglich der Energiekosten wären für die angeschlossenen Haushalte nicht mehr von Belang und jeder würde sozusagen nebenbei einen Beitrag zum angestrebten Ziel der „Energieregion“ leisten.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.