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Gunzenhausen: Versucht es die Edeka noch einmal?

Bürgermeister Federschmidt rechnet fest mit neuem Bauantrag - 07.02. 21:53 Uhr

GUNZENHAUSEN   - Bürgermeister Joachim Federschmidt geht davon aus, dass das Thema „Edeka-Markt in der Nürnberger Straße“ noch nicht erledigt ist. Er rechnet mit einem erneuten Antrag von Edeka im Verlauf dieses Jahres. Dann wäre erneut der Stadtrat gefordert, sich mit diesem umstrittenen Projekt auseinanderzusetzen.

Neben der Nürnberger Straße, wo der alte Norma-Markt vor sich hindümpelt, würde Edeka gerne einen großen Supermarkt bauen. Die politische Beschlusslage lässt das aber seit Ende September nicht zu. Vermutlich wird sich der Stadtrat erneut mit dem Bauwunsch der Edeka-Gruppe befassen müssen.
Neben der Nürnberger Straße, wo der alte Norma-Markt vor sich hindümpelt, würde Edeka gerne einen großen Supermarkt bauen. Die politische Beschlusslage lässt das aber seit Ende September nicht zu. Vermutlich wird sich der Stadtrat erneut mit dem Bauwunsch der Edeka-Gruppe befassen müssen.
Foto: Dressler
Neben der Nürnberger Straße, wo der alte Norma-Markt vor sich hindümpelt, würde Edeka gerne einen großen Supermarkt bauen. Die politische Beschlusslage lässt das aber seit Ende September nicht zu. Vermutlich wird sich der Stadtrat erneut mit dem Bauwunsch der Edeka-Gruppe befassen müssen.
Neben der Nürnberger Straße, wo der alte Norma-Markt vor sich hindümpelt, würde Edeka gerne einen großen Supermarkt bauen. Die politische Beschlusslage lässt das aber seit Ende September nicht zu. Vermutlich wird sich der Stadtrat erneut mit dem Bauwunsch der Edeka-Gruppe befassen müssen.
Foto: Dressler

Ende September hatte das Stadtparlament einen neuen E-Center in der Nürnberger Straße neben dem Edeka-Discounter Netto mit 12:9 Stimmen abgelehnt. Der Bürgermeister gehörte zu den Befürwortern, doch die Mehrheit entschied anders. Vor der Sitzung hatten Anwohner und Vertreter des Einzelhandels ihre Ablehnung zum Ausdruck gebracht. Mittlerweile haben andere Anwohner deutlich gemacht, dass sie gerne einen neuen Supermarkt an dieser Stelle, dem alten Hering-Gelände, hätten. Neu ist auch, dass der hiesige Kaufmann Günter Höfler, bereits in der Weißenburger Straße vertreten, den anvisierten Markt in der Nürnberger Straße betreiben würde. Höfler hat vor Kurzem an die Stadt appelliert, ihre ablehnende Haltung zu überdenken.


Joachim Federschmidt und mit ihm SPD-Fraktionsvorsitzender Gerd Rudolph plädierten nun im Gespräch mit dem Altmühl-Boten dafür, das Bauvorhaben differenziert zu betrachten und dabei politische Schlagworte und Vereinfachungen zu vermeiden. Es sei nämlich viel zu simpel und auch verkehrt, die Befürworter eines E-Centers in der Nürnberger Straße als Totengräber des Altmühl-Centers in Frickenfelden zu bezeichnen, wie dies vor allem die CSU zum Ausdruck gebracht habe. So lägen die Dinge eben nicht, und das sollten die Bürger auch wissen.

Wie Federschmidt und Rudolph darlegten, ist die Edeka bereit, das Altmühl-Center zu verkleinern und als Nahversorgungsmarkt weiter zu betreiben – in einer Größenordnung wie etwa der Höfler-Markt in der Weißenburger Straße. Der jetzige Pachtvertrag laufe jedoch nur bis zum Jahr 2016. Was danach komme, wisse im Moment niemand, und die Stadt könne hier auch nichts herbeiführen, höchstens mit Pächter und Verpächter reden. Denkbar sei jedenfalls auch, dass der Immobilienbesitzer ab 2016 eine andere Nutzung im Auge habe. Hier sei im Moment nichts Verbindliches zu sagen.

Ein neuer Vollversorger-Markt in der Nürnberger Straße wäre nach Meinung des Bürgermeisters für den Einkaufsstandort Gunzenhausen insgesamt nicht von Nachteil. Dort hätte man dann eine Alternative und einen Konkurrenten gegenüber den geschäftlich zusammenhängenden Märk­ten Kaufland und Lidl in der Ansbacher Straße.

Für Gerd Rudolph ist es heute noch enttäuschend, dass Ende September das weitere Verfahren zur Vorbereitung des E-Center-Baus verhindert wurde. Es sei vor allem die CSU gewesen, die das Verfahren „abgewürgt“ habe. So sei es nicht dazu gekommen, dass Einwände vorgebracht werden und Bürger sowie Behörden und Verbände ihre Stellungnahmen vorlegen konnten. Genau das hätte man aber machen sollen, argumentiert Rudolph. Es gelte, alle Aspekte zusammenzutragen, gegeneinander abzuwägen und zu einer abschließenden Bewertung zu kommen. Statt genau dies zu ermöglichen, hätten die Christsozialen wegen der Zukunft des Altmühl-Centers in Frickenfelden Ängste geschürt. Jetzt dürfe man gespannt sein, ob die CSU-Fraktion einem örtlichen bekannten Unternehmer wie Günter Höfler Knüppel zwischen die Beine werfen wolle.

Einen großen Supermarkt à la Kaufland kann sich Joachim Federschmidt im Gewerbegebiet Scheupeleinsmühle zwischen Innenstadt und Unterwurmbach nicht vorstellen. Genau diese Vorstellung scheine aber in Teilen der Unterwurmbacher Bevölkerung zu herrschen. So etwas ließen das GfK-Gutachten und überhaupt die Marktsituation nicht zu. Wenn es um einen Markt für „Worma“ gehe, dann sei ein Nahversorgungsmarkt im Ort selbst vorstellbar und wünschenswert, aber wohl nichts anderes.

Beengte Situation im Rathaus

Auch wegen der Raumnöte im Rathaus liegen Bürgermeister und SPD mit der CSU (und mit den Freien Wählern) über Kreuz. Von den „Bürgerlichen“ wird die Forderung erhoben, dass Federschmidt ein umfassendes Konzept zur Lösung der Probleme vorlegen müsse, bevor etwas verändert wird. Federschmidt und Rudolph vermuten hier eine politische „Falle“. Nach ihren Worten sind sich alle Verantwortlichen theoretisch darin einig, dass Barrierefreiheit hergestellt werden sollte und unter anderem Standesamt und EDV-Bereich bessere äußere Bedingungen bräuchten. Es liege auf der Hand, dass der Platz im Rathausgebäude selbst nicht beliebig vermehrbar sei. Es liege auch auf der Hand, dass das nahe Kotzenbauer-Gebäude, im städtischen Besitz, als Alternative in Frage komme. Es sei aber verpachtet, unten an das Fachgeschäft Kotzenbauer, oben an die Anwaltskanzlei von Karl-Heinz Fitz (ehrenamtlich als CSU-Stadtrat und 2. Bürgermeister tätig). Eine Änderung dieser Situation streben Bürgermeister und SPD derzeit nicht an. Insbesondere das Fachgeschäft Kotzenbauer könne so lange bleibe, wie dies Inhaber Otto Kotzenbauer vorhabe.

Der Stadt seien also erkennbar wegen des Kotzenbauer-Hauses die Hände gebunden, und jeder wisse das. Wer jedoch vor konkreten Schritten ein „Gesamtkonzept“ verlange, der wolle nur den politischen Gegner bloßstellen, weil man ihm dann vorwerfen könne, Fachgeschäft und Kanzlei loshaben zu wollen. Zur Wahrheit gehöre eben auch, dass die Verwaltung durchaus bereits Vorschläge gemacht habe, um die Raumsituation zu verbessern, doch dafür in den Gremien keine Mehrheit bekommen habe.

Derzeit sieht der Bürgermeister nur als Möglichkeit, das Erdgeschoss des Stadtmuseums in Anspruch zu nehmen. Dort stünden zwei Räume und der Tresenbereich zur Verfügung. Eine Nutzung für touristische Zwecke und für das Kulturamt erscheint vorstellbar. Doch dazu müsste umgebaut werden, und dazu bräuchte man heuer zusätzliche Finanzmittel. Auch dieses Thema wird wohl noch für Diskussionen sorgen.

Derweil machen dem Bürgermeister und dem Stadtbauamt aber noch ganz andere, und zwar handfeste Probleme im Museum zu schaffen. Im Museumsanbau besteht dringender Handlungsbedarf, weil die Statik der Räume zu wünschen übrig lässt. Federschmidt erwartet, dass in den nächsten drei Monaten etwas getan werden muss. Ob die Stadt den Museumsanbau ganz oder teilweise räumen und anderswo Räume zur Unterbringung des gelagerten Guts anmieten muss, bleibt abzuwarten.

Bürgermeister Federschmidt deutete in diesem Zusammenhang an, dass er sehr verärgert ist, weil vonseiten der CSU Gerüchte über Verwaltungsmitarbeiter gestreut worden seien. Der Rathauschef will sich dies keinesfalls bieten lassen und den guten Ruf der Verwaltung und ihres Personals nicht in Misskredit gebracht sehen. Auch hier zeigt sich, dass zwischen Sozialdemokraten und Christsozialen derzeit die Chemie nicht stimmt.  



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