Dienstag, 18.12.2018

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Gunzenhausen: Wie man "innerlich strahlt"

Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Abend mit Referent Jürgen Zwickel - 19.11.2017 18:16 Uhr

Jürgen Zwickel bei seinem engagierten Vortrag beim Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Abend der Stadt Gunzenhausen im Bethelsaal der Stiftung Hensoltshöhe. © Wolfgang Dressler


Was der Hilpoltsteiner zu sagen hat, klingt eigentlich recht simpel, ist jedenfalls kein Geheimnis. Wie kann man 100 Prozent Höchstform im Business-Leben abrufen? Warum gelingt es nicht jedem? Zwickel legt seinen Zuhörer ans Herz, den Blick auf sich selbst zu richten und die Perspektive zu verändern. Anders gesagt: Es gilt, die wichtigsten Dinge im Leben zu erkennen und zu bedenken. Wichtig ist jeder Einzelne selbst, so Zwickels Botschaft. Wie war mein Tag, wie meine Woche, wie der letzte Monat? Die Gunzenhäuser können das durch Summen ausdrücken, und das Resultat überrascht: Das Publikum stuft sich gut ein, hat einen guten Eindruck von dem, wie es zuletzt "unterwegs war".

Mit dem durchaus häufigen Typ des "Überlebers" kann der Referent wenig anfangen, denn dieser Überleber" schleppt sich durch die Woche (der Montag ist grausam, dann wird es nach und nach besser) und durchs ganze Leben (die Zeit bis zur Rente wird gezählt). Nicht viel besser präsentiert sich der JOE-Typ. Die Abkürzung steht für "Jammern ohne Ende". Dieses gilt dann für das Wetter, den Chef, die Kollegen, das fette Essen in der Kantine und so weiter. Menschen, die so agieren, schwächen sich selbst.

Zwickel befand sich übrigens selbst schon einmal in dieser "Schublade". Der Bankaufmann wurde von seiner Sparkasse zu einer anderen Stelle gedrängt, eine Ein-Mann-Filiale. Der Beginn war schwierig, Zwickels Laune sank, er wurde griesgrämig, verbreitete schlechte Stimmung. Ein Kollege sprach ihn an, wusch ihm sozusagen den Kopf.

Für Zwickel ist es entscheidend, die tägliche Wahrnehmung bewusst zu gestalten. Veränderungen im Leben, gerade die im Beruf, bieten doch Chancen. Diese sollte man annehmen statt den Gedanken zu hegen, dass man Neuerungen passiv erdulden müsse. Der Gegensatz dazu lautet: "Was ist das Gute daran?"

Jedenfalls tut die Erkenntnis, dass man selbst sein Leben, sein Umfeld aktiv gestalten und positiv verändern kann, dass man selbst "wirksam" ist, gut und ist äußerst hilfreich. Selbst agieren, das heißt, Erlebnisse und Emotionen zu suchen. Diese bleiben lange im Gedächtnis haften, stärken das Bewusstsein. Zwickel spricht von "Premieren". Der ältere Arbeitnehmer, der in Routine erstarrt ist (und sich darin recht wohlfühlt) hat kaum noch "Premieren" in seinem Leben, auf keinen Fall solche, die er bewusst angestrebt hat.

Mit Freude agieren

Wer mit Freude durchs Leben geht — beginnend mit einem Lächeln und einem Blickkontakt mit dem Nebenmann und dann mit einem "inneren Strahlen" -, der ist auf Erlebnisse aus und nicht so sehr auf Ergebnisse. Wer nach dem Warum, dem Sinn fragt, der lernt mehr über sich, als wenn er immer nur nach dem Zweck und den Zielen schaut. Und wer erkennt, was er wirklich mit Freude tut, der verbreitet genau diese Freude. Das gilt auch für Unternehmen, legt Zwickel seinen Zuhörern ans Herz. Die Kunden spüren die Begeisterung, die Hingabe des Anderen. Und der Kollege merkt, wenn ihm jemand Vertrauen schenkt. Und Vertrauen führt zu beruflichem und wirtschaftlichem Erfolg, sagt der agile Zwickel, der man sich wirklich nicht als Bankmitarbeiter oder als Verwaltungsbeamten vorstellen kann. Den durchaus gewagten Schritt von der regionalen Sparkasse in die Selbstständigkeit als Vortragsredner und Seminarleiter hat er nie bereut.

Der "Dreiklang des guten Umgangs" gilt laut Zwickel im Privaten wie im Beruflichen: Respekt, Verständnis, Wertschätzung. Das kann dann bis zur "liebevollen Güte" führen – ein großes Wort.

Der Referent will sein Publikum motivieren, stetig und mit kleinen Schritten auf positive Veränderung im Leben hinzuarbeiten. Warum nicht die Kollegen beim Betreten der Firma anlächeln? Warum nicht dem Gegenüber was Schönes wünschen? Warum sich nicht für das nächste Quartal einen besseren menschlichen Umgang vornehmen?

Für alles hat der Mensch 30 000 Tage Zeit (durchschnittliche Lebenserwartung). Am Schluss wird er nicht bereuen, was er getan hat, sondern er wird bedauern, was er alles nicht getan hat…

Die Stadt Gunzenhausen hat sehr viel getan und selbst in die Hand genommen, um die Wirtschaft voranzubringen, lautet das Credo von Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, das er wieder einmal zum Besten gibt. In der Begrüßung verweist er auf das 2018 erneut voller werdende Gewerbegebiet Scheupleinsmühle, die weiterhin rege Bautätigkeit, die im Vergleich zu anderen Städte gute Entwicklung des Einzelhandels und der Stadtentwicklung insgesamt. Fitz predigt Gemeinsamkeit zwischen Rathaus und den Akteuren der Wirtschaft wie auch innerhalb der Unternehmen. Nicht zuletzt gebe es die enge Verzahnung auch zwischen Stadt und Landkreis – zum beiderseitigen Nutzen.

  

Wolfgang Dressler Altmühl-Bote E-Mail

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