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Heglau empfing seine Gäste mit neuem Gesicht. Vor allem die Ortsmitte ist nach der abgeschlossenen Dorferneuerung kaum wiederzuerkennen. Jürgen Reuter, Chef der Merkendorfer Kraut GmbH, hat ein Nachbargrundstück erworben, wo ein Gebäudekomplex abgerissen wurde. Hier war heuer Platz das Festzelt aufgebaut worden. In den angrenzenden, renovierten „Herrgotts Stodl“ hat der Jungunternehmer eine Profi-Großküche aus Edelstahl einbauen lassen, wo die fleißigen Helfer der Dorfgemeinschaft dieses Jahr erstmals bequem Kraut kochen und Bratwürste braten konnten.
Bürgermeister Hans Popp begrüßte die „hartgesottenen Fans“ des Heglauer Krautfestes, die sich vom Wetter nicht schrecken ließen. An seiner Seite hatte der Rathauschef wie in jedem Jahr Rosa Reuter vom Krautbauernhof Reuter, Charly Schwarz als Chef der Heglauer Freiwilligen Feuerwehr, die wieder stark engagiert war, natürlich auch die Merkendorfer Krautkönigin Regina I sowie Doris Weid-Gundel von der Hauff-Bräu in Lichtenau.
Vom Bürgermeister als „Motor des Merkendorfer Krauts“ gelobt, machte Rosa Reuter im Gespräch darauf aufmerksam, dass sie „nur Mitarbeiterin“ im Familienbetrieb sei. Tatsächlich aber ist sie rund ums Jahr voll in die Produktion einbezogen, ist die Kontaktperson für die Presse und kümmert sich um „Public Relations“.
Chef und Kopf der Krautfirma ist aber tatsächlich schon seit einigen Jahren Sohn Jürgen Reuter. Er ist es auch, der sich von Jahr zu Jahr ein neues Schmankerl aus Kraut ausdenkt und zum Krautfest präsentiert. Nach Krauteis, Krautpralinen, Krauttee, Krautbonbons und Krautnudeln gab es in diesem Jahr eine „Blauweißwurst mit Brez’n und Blaukrautsenf“.
Der kleine Ort Heglau, mit seiner Geschichte, die bis ins 12. Jahrhundert zurück belegt ist, ist heute nach Worten des Bürgermeisters „die größte noch verbliebene Hochburg“ des Merkendorfer Krauts. Folgerichtig erhielt nun nach der Stadt Merkendorf auch Heglau einen Krautbrunnen. Seit 2001 zieht das Krautfest Besucherscharen in das Dorf.
Der sonst so beschauliche Ort rückt durch das „Merkendorfer Kraut“ regelmäßig ins Licht der Öffentlichkeit und hat längst, nicht zuletzt wegen des Krautfests, überregionale Bekanntheit. Von über 10 000 Besuchern ist auch heuer wieder die Rede, was die Krauterzeuger- und Verarbeiterfirma sowie die gesamte Dorfgemeinschaft natürlich vor gewaltige Aufgaben stellt, die aber jeweils bravourös gemeistert werden konnten. Längst ist man ein eingespieltes Team.
Der das Krautfest umrahmende Bauern- und Kunsthandwerkermarkt hat sich im Lauf der Jahre proportional zum Bekanntheitsgrad des Festes ständig vergrößert. 64 Aussteller, darunter auch viele von weiter her, waren in diesem Jahr gemeldet, wegen der unfreundlichen Witterung gab es allerdings einige kurzfristige Absagen. Trotzdem gab es für die Besucher noch viel zu sehen und zu entdecken.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.