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So soll ein Film das Leben und Wirken der drei Missionare Willibald, Wunibald und Walburga nachzeichnen. Und auch in Sachen Erbbaurechtvertrag laufen wieder Gespräche.
Angesichts der jüngsten Entwicklungen blicken der Vorsitzende des Zweckverbands Kloster Heidenheim, Klaus Kuhn, und Landrat Gerhard Wägemann, der sich in der Vergangenheit als Landtagsabgeordnete für die Verwirklichung des Klosterprojekts stark gemacht hat, optimistisch in die Zukunft. Wägemann berichtet von einem konstruktiven Gespräch in Erlangen mit „großer Besetzung“. Vor allem Innenminister Joachim Herrmann habe hier „massive Hilfestellung“ gegeben.
Nun muss die Maßnahme noch durch den Haushaltsausschuss. Doch erst, wenn tatsächlich Gelder im Nachtragshaushalt eingestellt werden, können in Heidenheim die Baumaschinen anrücken.
Während sich die finanzielle Seite in den vergangenen Jahren recht zäh entwickelt hat, ist man laut Kuhn inhaltlich aber auf einem sehr guten Weg. Die vergangenen Jahre, so der Dekan im Gespräch mit dem Altmühl-Boten, hätten ausreichend Zeit geboten, das Konzept „sehr gut zu reflektieren und zu durchdenken“.
Viel versprechend ist für ihn der nun geplante Film über die drei angelsächsischen Missionare, die in der Region so viele Spuren hinterlassen haben. Mit Peter Prestel habe man einen namhaften Regisseur und Produzenten für die Idee gewinnen können, er hat zusammen mit Dr. Rainer K. Tredt das Drehbuch geschrieben. Im Stile der ZDF-Serie „Terra X“ soll die Christianisierung des heutigen Bayern im 8. Jahrhundert auf der Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse vermittelt werden.
Der Lebensweg, die Pilgerreisen und die Missionsarbeit der drei Geschwister Willibald, Wunibald und Walburga sollen unter anderem in Spielszenen nachgestellt werden, Drehorte sind Deutschland, Englang, Italien, Israel und Belgien. In 45 Minuten kommen aber auch Experten zu Wort, vor allem die beiden Wissenschaftler Professor Stefan Weinfurter von der Universität Heidelberg und Dr. James Palmer, von der University of St. Andrews in Oxford.
Bereits Interesse hat die BBC angemeldet. Schließlich sind die drei Missionare in England keine Unbekannten, stammen sie doch aus dem angelsächsischen Wimborne. Die anglikanische Kirche hat mit John Holbrook sogar einen Bischof als Verbindungsmann zum Klosterprojekt berufen. Holbrook, damals noch Pfarrer von Wimborne, war vor zwei Jahren bereits Gast bei einem Symposium in Heidenheim. Kuhn hofft natürlich auch, dass der Film im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen sein wird.
Ebenfalls richtungweisend ist für Kuhn das Projekt „Philosophieren und theologisieren mit Kindern und Jugendlichen“. In Kooperation mit der Akademie „Kinder philosophieren“ und dem bayerischen Schullandheimwerk sollen Angebote für Kindergärten, Schulklassen und auch Konfirmanden- und Kommunionsgruppen entwickelt werden. Erste Schritt ist die Fortbildungsreihe „Philosophieren mit Kindern“, die im April startet. Gesucht werden Menschen, die künftig auf Honorarbasis die Philosophiekurse leiten.
Seit 2004 ziehen sich jetzt die Verhandlungen um die Finanzierung des Klosterprojekts hin. Die lange Dauer ist sicher auch der schwierigen Ausgangssituation geschuldet, so Kuhn und Wägemann, vor allem des Finanzministerium sperrte sich zunächst. Die „ganz heftigen Querschüsse aus Heidenheim“ macht Wägemann aber ebenfalls mit verantwortlich. Schließlich waren die Pläne für das Kloster auch innerhalb der Landeskirche zunächst „nicht unumstritten“, erinnert Kuhn.
Heuer wurde erstmals ein eigener Haushaltsposten im Etat des Freistaats geschaffen, allerdings eine sogenannte Leerstelle. Sie könnten nun über den Nachtragsaushalt mit den notwendigen Geldern unterlegt werden. „Es geht langsam“, weiß Wägemann, „aber in die richtige Richtung“.
Wenn die Mittel tatsächlich eingestellt werden, dann soll zunächst der erste Bauabschnitt im Westflügel verwirklich werden. Neben der Anlaufstelle für Gäste und einem Pilgerbüro ist hier an eine museale Nutzung gedacht. Im zweiten Bauabschnitt wird das Bildungshaus verwirklicht.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.