Mittwoch, 14.11.2018

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Kalbensteinberg: "Schatzkästla" mit Dachschaden

Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Sanierung der Rieterkirche - 07.07.2018 12:23 Uhr

Geldspritze der Stiftung Denkmalschutz und der Glücksspirale für die Rieterkirche in Kalbensteinberg: Thomas Geisbaum (DSD), Kirchenvorsteher Thomas Müller, Pfarrer Martin Geisler und Sylvia Fischer (Lotto, von links). © Reinhard Krüger


Pfarrer Martin Geisler aus Kalbensteinberg ist eigentlich zu beneiden. Vor vielen Jahren lotste ihn der damaligen Dekan Gerhard Schleier aus dem niederbayerischen Bad Griesbach ins Hügelland hoch oberhalb des Brombachsees. Hier fand er in der Rieterkirche "ein Schatzkästlein Frankens" vor.

Die kunstsinnige Patrizierfamilie Rieter hat im Zuge der Reformation viele Kunstwerke in Kalbensteinberg zusammengetragen und die Kirche von 1609 bis 1613 regelrecht zu einem Museum ausgebaut. Doch jetzt bröckelt nicht der Putz, sondern zeigt das Dach massive Risse und drohte sogar, nach den Worten von Kirchenvorsteher Thomas Müller, zusammenzufallen.

Als "Spirale des Glücks" bezeichnete hingegen der Ortsgeistliche den Dachschaden, weil er eher zufällig entdeckt wurde. Da die Glücksspirale als Lottoform soziale und kulturhistorische Projekte unterstützt, war das kleine Wortspiel durchaus angebracht.

Die Kalbensteinberger Kirche zählt zu den über 400 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und mit Mitteln der Glücksspirale allein in Bayern fördern. Geisler, der allein über 100 Kirchenführungen im vergangenen Jahr absolvierte und sich als Tourismusseelsorger einen Namen gemacht hat, ist froh über jeden Euro, der in die aufwändige Dachsanierung fließt.

In drei Bauabschnitte ist die Maßnahme unterteilt und soll in zwei Jahren abgeschlossen sein. Zunächst stehen Turm und Chor des mächtigen Kirchenbaues an, dann folgt das Langhaus, und zum Schluss werden die Außenanlagen "aufgehübscht".

Weitere Spender

Neben der eigenen Kommune hat sich der Bezirk Mittelfranken, der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, die Bayerische Landesstiftung (mit 34 000 Euro) und nicht zuletzt die Stiftung KiBa, die sich für den Erhalt evangelischer Kirchen in Deutschland stark macht, bereit erklärt, die Kirchengemeinde finanziell zu unterstützen.

"Wir achten darauf, dass Gottesdienste, Kirchenführungen und Taufen, Beerdigungen oder Hochzeiten auch während der Bauphase stattfinden können", beruhigte Pfarrer Geisler die Kirchgänger.

Jetzt hoffen die Verantwortlichen, dass eventuelle Regenfälle nicht zu stark ausfallen, weil derzeit das Dach nur provisorisch mit starken Planen abgedeckt werden kann. Gerüstbauer, Spengler und Zimmerleute geben sich in diesen Wochen die Klinke in die Hand, weil alle Gutachter sich einig waren: "Die Sanierung ist nötig und das Geld gut investiert."  

REINHARD KRÜGER

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