Das bewies auch die letztjährige Hopfenausstellung in der Bundeshauptstadt Berlin, bei der Spalter Landwirte große Erfolge feiern konnten. In der Heimat bekamen sie nun ihre Urkunden. Der Leiter des Rother Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Werner Wolf händigte die begehrten Dokumente im Rahmen der Generalversammlung der Hopfenverwertungsgenossenschaft (HVG) Spalt an die erfolgreichen Pflanzer aus.
Im Vorfeld besagter Ausstellung in der Bundeshauptstadt waren die eingesandten und anonymisierten Hopfenmuster aus ganz Deutschland von einer Fachjury bewertet worden. In Berlin selbst durften als Ergebnis der Prüfung die Spalter Landwirte dann die Siegertreppen füllen.
Bei der jetzigen Übergabe der Urkunden im Gasthaus „Hoffmannskeller“ fiel ein Name gleich dreimal: Otto Scheuerlein (Spalt) landete bei der Sorte „Spalt-Spalter“ auf dem ersten Platz, seine eingesandten Proben des „Hallertauer Mittelfrüh“ und des „Spalter Select“ fand die Jury einen zweiten Platz wert. Auf diesen konnte er aber jeweils nur von einheimischen Mitbewerbern verwiesen werden. Im Falle des „Hallertauer Mittelfrüh“ schnappte ihm Markus Meyer (Mosbach) den ersten Rang weg, im Falle des „Spalter Select“ war es Johann Heckel (Engelhof). Scheuerlein selbst konnte aber in seiner Siegerdisziplin selbst wiederum Johannes Herzog (Ellingen) und Anton Ermer (Spalt) auf die Plätze zwei und drei verweisen.
Damit belegten die Pflanzer aus der Region insgesamt sieben von neun möglichen Spitzenplatzierungen. Auf der HVG-Versammlung wurden zudem die letztjährigen Erfolge von Hans Heckl (Mosbach) und Karl Schmidtlein (Ellingen) gewürdigt. Leider aber sei, so betonten es die Grußwortredner an der Generalversammlung, der Hopfen derzeit nicht gerade wegen der Spalter Erfolge in den Schlagzeilen, sondern wegen Substanzen, die an und in die Dolden nicht hingehören. Hierzu nahm Johann Pichlmaier, Präsident des Deutschen Hopfenpflanzerverbands, Stellung.
Gleich zu Beginn stellte er aber fest: „Das Anbaugebiet Spalt ist nicht betroffen!“ Schon 2010 hätten einige wenige Hallertauer Landwirte Pflanzenschutzpräparate ohne Zulassung verwandt. Der betroffene Hopfen und die daraus gewonnenen Produkte seien aber längst aus dem Verkehr gezogen. „Die Qualitätsmaßnahmen haben gegriffen“, so der Präsident, „mit dem Bier ist alles in Ordnung.“ Man werde nun das Kontrollnetz noch enger ziehen und ein branchenübergreifendes Monitoring starten. Im Anbaugebiet Tettnang wiederum habe sich der Verdacht auf Verunreinigungen bei zugelassenen Mitteln erhärtet. Die Landwirte treffe hier keine Schuld, trotzdem seien auch hier Dolden und Produkte entsorgt worden. Nun gelte es, das „angekratzte Image“ wieder in Ordnung zu bringen, so Pichlmaier. Scheuerlein & Co. gehen mit ihren Erfolgen auf diesem Weg schon einmal mutig voran.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.
Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
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