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Allerdings sind Fragen wie etwa nach dem Hundnamen eines Hauptdarstellers in irgendeiner amerikanischen Comedy-Serie aus den 90er Jahren selbst für die größten Quiz-Freaks echte Herausforderungen. Auch die durchschnittliche Temperatur der Erdoberflächeschüttelt man nicht einfach aus dem Handgelenk. Und wer kennt schon jede Klaviersonate von Chopin?
Dabei fängt alles so einfach an. Aus den zehn verschiedenen Fachgebieten, die von Wissenschaft bis Sport, von Kunst bis Erdkunde und Geschichte reichten, wählt Kevin Dardis das Thema Gunzenhausen zum Aufwärmen aus: Ein klares Heimspiel, denken die meisten. Und sind denn auch entsprechend siegessicher bei der läppischen Frage nach dem früheren Autokennzeichen des Landkreises Gunzenhausen. Doch wo wurde die Klavierfabrik Feurich ursprünglich gegründet und wohin führte die Ludwig-Süd-Nord-Bahn von Gunzenhausen aus? Nach Oettingen, sagt das Bauchgefühl, und landet einen Treffer.
Seit 2004 tourt der aus Irland stammende Kevin Dardis mit seinem Kneipenquiz durch die mittelfränkische Region und hat damit inzwischen Kultstatus erreicht. Ob in Nürnberg, Fürth, Würzburg oder Ansbach, wenn „Big Kev“ zur Fragerunde lädt, kann sich der jeweilige Wirt über ein volles Haus freuen.
So auch Markus Hofer vom „Cayman“, denn wohl selten ist an einem ganz gewöhnlichen Montag so viel los. Zur Premiere in Gunzenhausen herrscht gespannte Stimmung. Die meisten sind noch neu in dem Metier, aber aus Ansbach sind auch ein paar alte Hasen mit viel Kneipenquiz-Erfahrung angereist.
Schon nach wenigen Runden – pro Wissensgebiet müssen fünf Fragen im Multiple Choice-Verfahren gelöst werden, bei der sechsten gilt es, die richtige Antwort zu wissen – kristallisieren sich die ersten Favoriten heraus. „Mix Pickles“ sind ernsthafte Kandidaten auf den Jackpot, aber auch das gleichnamige Team der befreundeten „Adebar“ und die „Bewegung 9. Januar“ melden ernsthafte Ambitionen auf den Titel an. Und schließlich dürfen die alten Hasen von „MOBS“ keinesfalls unterschätzt werden. Doch so richtig uneinholbar auf die Gewinnerstraße abbiegen, das schafft zunächst keines der Teams.
Die Abstände – pro beantworteter Frage gibt es einen Punkt – bleiben eng. So spannend wie in Gunzenhausen ist es selten, ist denn auch vom Tisch der Ansbacher zu vernehmen, sie wissen auch von Abenden zu berichten, wo sich die Spreu ganz schnell vom Weizen trennt. Jubel hier, „oh nein“ da oder ein leicht genervtes „mensch, sag ich doch“ dort – das sind die üblichen Reaktion, wenn „Big Kev“ die richtigen Antworten verkündet. Mit stoischer Miene serviert er den Teams eine harte Nuss nach der anderen.
Als echter Stolperstein erweisen sich dabei die Geschichtsfragen. „Mit dieser Runde habe ich ein paar Mannschaften kaputt gemacht“, freut sich nicht nur der Quizmaster, die Ausrutscher werden von der Konkurrenz durchaus wohlwollend zur Kenntnis genommen. Beifall gibt es aber auch, wenn ein bis dahin eher schwächeres Team plötzlich mit sechs Punkten glänzt. In den zwei Pausen, die „Big Kev“ den Teams gönnt, wird eifrig gefachsimpelt, jede Menge Nikotin konsumiert (natürlich vor der Tür) und die ein oder andere Spitze gegen vermeintliche Gegner abgesetzt.
Gemäß dem olympischen Motto „dabeisein ist alles“ sieht es aber niemand an diesem Abend richtig verbissen, auch wenn sich „Mixed Pickles“ am Ende schon ein bisschen ärgern, nur knapp am Sieg vorbeigeschrammt zu sein. Gelassener nehmen es dagegen „Blitz“, die sich mit einer klaren Jedesmal-Fünf-Punkte-Strategie bis ganz nach oben geschoben haben.
Da sitzen mit ebenfalls 46 Punkten aber auch die erfahrenen „MOBS“ aus Ansbach und haben letztendlich beim Stechen die Nase vorn. An diesem Abend hat sich noch die auswärtige Erfahrung durchgesetzt, doch das kann sich bereits in einem Monat ändern: Am Montag, 12. März, wird im „Cayman“ die nächste Runde eingeläutet und für die meisten Teams steht an diesem Abend schon fest: „Da machen wir wieder mit“.
Wer mehr über die Quizabende und die Termine in der Region erfahren möchte, hat dazu auf der Homepage von Kevin Dradis unter www.big-kev.com die Möglichkeit.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.