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Kreis-CSU geht optimistisch in den Wahlkampf

Landratskandidat Dr. Jürgen Ludwig stellte sich und sein Programm in Merkendorf vor - 19.10. 17:18 Uhr

MERKENDORF  - Wenn am 11. März ein neuer Landrat gewählt wird, soll der Chefposten im Ansbacher Landratsamt in den Händen der CSU bleiben. Gelingen soll dies mit Dr. Jürgen Ludwig, der sich selbst und sein Programm beim Herbstempfang des CSU-Kreisverbands Ansbach-Land in Merkendorf vorstellte.

Gastgeber Jan Helmer, CSU-Kreisvorsitzender, mit Kandidat Dr. Jürgen Ludwig, Noch-Landrat Rudolf Schwemmbauer und Franz Pschierer, Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium (von links).
Gastgeber Jan Helmer, CSU-Kreisvorsitzender, mit Kandidat Dr. Jürgen Ludwig, Noch-Landrat Rudolf Schwemmbauer und Franz Pschierer, Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium (von links).
Foto: Dressler
Gastgeber Jan Helmer, CSU-Kreisvorsitzender, mit Kandidat Dr. Jürgen Ludwig, Noch-Landrat Rudolf Schwemmbauer und Franz Pschierer, Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium (von links).
Gastgeber Jan Helmer, CSU-Kreisvorsitzender, mit Kandidat Dr. Jürgen Ludwig, Noch-Landrat Rudolf Schwemmbauer und Franz Pschierer, Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium (von links).
Foto: Dressler

Der 41-Jährige aus Dinkelsbühl tat das überzeugend, der Besuch in der TSV-Halle hätte aber durchaus stärker sein können. Ludwig ist vor kurzem in Bechhofen von den Parteidelegierten auf den Schild gehoben werden. Er setzte sich gegen seinen Konkurrenten Herbert Lindörfer aus Dinkelsbühl durch. Die Parteioberen sind extrem bemüht, dass der Kreisverband die Landratswahl geschlossen angeht und das interne Auswahlverfahren mit zunächst sechs potenziellen Kandidaten keine Kratzer hinterlässt. So kündigte Kreisvorsitzender Jan Helmer (Windsbach) einen „leidenschaftlichen Wahlkampf“ an. Man sei fest entschlossen, den Landkreis fortzuentwicken. Jürgen Ludwig sei ein Profi und wisse, was auf ihn zukommt. Nicht ohne Grund stellte Helmer unter anderem die Anwesenheit von Stefan Horndasch aus Herrieden heraus. Der Vorsitzende der CSU-Kreistagsfraktion, ein gebürtiger Wolframs-Eschenbacher, hatte seinerseits Interesse an der Landratskandidatur gezeigt, war aber nicht zum Zuge gekommen.


Streicheleinheiten gab es auch für die Stadt Merkendorf, Bürgermeister Hans Popp (CSU-Kreisrat) und die CSU-Ortsverbandsvorsitzende Luise Schübel. So sprach Jan Helmer von einer dynamischen Kommune mit einer zukunftsträchtigen Gewerbestruktur. Das konnte Hans Popp in seinem Grußwort nur bestätigen, indem er auf die starke Nutzung der erneuerbaren Energien verwies. Für den 11. März äußerte sich der Rathauschef „sehr zuversichtlich“. Luise Schübel, die „Chefin“ von 47 CSU-Parteimitgliedern, äußerte sich dankbar über die Mithilfe der ehrenamtlich tätigen Personen. Ohne sie wäre ein solcher Empfang nicht durchzuführen.

Jürgen Ludwig blieb stets seiner Heimatstadt Dinkelsbühl treu, auch wenn es ihn beruflich anderswohin verschlug. Er studierte Geographie, Volkswirtschaft und Verwaltungsrecht. Drei Jahre war er als persönlicher Referent des Präsidenten der Universität Bayreuth tätig. Seine Aufgabe bestand darin, die Verbindung der Hochschule (2000 Beschäftigte) mit der Region und der Wirtschaft zu stärken. Sechs Jahre dauerte Ludwigs „Ausflug“ in die Region Stuttgart. Für diese war er Projektmanager für Wirtschaftsförderung und Infrastrukturprojekte. Zudem wirkte er als Europabeauftragter und stand in engem Kontakt mit Brüssel, Berlin und München. Von daher seine Aussage: „Dort habe ich mein politisches Rüstzeug erhalten und kann diese wertvollen Erfahrungen nun für den Landkreis Ansbach einsetzen.“

Das gilt auch für Ludwigs derzeitige Aufgabe. Als Wirtschaftsförderer in der baden-württembergischen Stadt Crailsheim (33 000 Einwohner) kümmert er sich nicht nur um die Entwicklung des Gewerbes, sondern ist auch für Tourismus, regionale Zusammenarbeit und den regionalen öffentlichen Verkehr zuständig. Vor wenigen Tagen hat er auf der Immobilienmesse Expo Real in München mit einem Unternehmer aus Düsseldorf gesprochen, der einen Logistikstandort an der A 6 sucht.

Umfassende Erfahrung

An der Ernsthaftigkeit seiner Landratskandidatur ließ Jürgen Ludwig keinen Zweifel. Sein ganzer beruflicher Schwerpunkt und seine Leidenschaft gälten der kommunalen und regionalen Entwicklung mit all ihren Facetten. Für den Wahltag 11. März und die Jahre danach verfolge er das Ziel, Verantwortung für den Landkreis Ansbach zu übernehmen und so Beruf und Heimat zu verbinden. Dafür bringe er einschlägige Erfahrungen in Bayern und Baden-Württemberg mit. Dieser Blick über den Tellerrand werde in der Wirtschaft sogar gefordert und sei sicherlich auch für die Arbeit eines Landrats von Vorteil.

Es spricht für sich, dass der CSU-Bewerber das Thema Wirtschaft und Arbeitsplätze an erster Stelle abhandelte und sich als Partner und Anwalt der Betriebe anpries. Man dürfe sich nicht auf gute Zahlen, etwa zur Arbeitslosigkeit, ausruhen. Von größter Bedeutung in Landkreis wie Stadt Ansbach sei das Handwerk mit seinen 3100 Betrieben. Eine Lanze brach Ludwig für die „immer wieder verteufelte“ Logistik. Ohne sie gäbe es kein Handwerk, keine Produktion, keinen Handel. Ganz aktuell habe die Stadt Dinkelsbühl sechs Hektar nahe der Autobahn an eine italienische Firma verkauft. Diese will dort Fassadenbauteile herstellen und vertreiben. Für solche Projekte brauche man über den Kreis verteilte größere Flächenschwerpunkte mit Zugang zu Autobahn und Schiene – einschließlich des Gewerbeparks Interfranken am Autobahnkreuz.

In seinem umfangreichen Vortrag sprach sich Ludwig für passgenaue Angebote der beruflichen Schulen aus, zum Beispiel für die Gastronomie in Rothenburg, die Kunststofftechnik in Dinkelsbühl und die Pinselmacher in Bechhofen. Zudem seien die Hochschulen als „Impulsgeber“ der Regionalentwicklung von entscheidender Bedeutung. Die Region könne und solle noch mehr von den Einrichtungen in Ansbach, Triesdorf und Neuendettelsau profitieren.

Einen Schwerpunkt sieht Ludwig in der Verkehrsinfrastruktur, also vor allem in guten Straßen im riesigen Landkreisgebiet. Aber auch die S-Bahn im östlichen Kreisgebiet hat er im Blick, wenn sie denn mal endlich einwandfrei funktioniere. Auf seiner Agenda stehen zudem eine bessere Busverbindung zwischen Feuchtwangen und Crailsheim und der Bahnknotenpunkt Ansbach, an dem auch ICE-Züge halten sollten.

Vielfältige Energieerzeugung

Die Energiewende, also den Ausbau der erneuerbaren Energien, will Ludwig vorantreiben. Es sei bereits ein regionaler Energiewirtschafts- und Finanzkreislauf entstanden, von dem alle Beteiligten profitierten und der durch die Zusammenarbeit mit der FH in Triesdorf wesentlich befördert worden sei. Dass der Maisanbau überhandzunehmen droht und viele Bürger von einer Windkraftanlage in ihrer Nachbarschaft nichts wissen wollen, übersieht Ludwig nicht. Hier gebe es keinen Königsweg. Die Bürger müssten mitmachen, und anzustreben sei ein ausgewogener Mix von Biomasse, Windkraft, Fotovoltaik, Solarthermie, Wasserkraft und Geothermie. Damit werde auch die Landwirtschaft gestärkt, wobei die Veredelungsbetriebe „nicht an die Wand gedrückt werden dürfen“.

Den Tourismus sieht der CSU-Bewerber auch als einen Faktor für mehr Lebensqualität. Hier verfüge man über tolle Angebote, mit Rothenburg an der Spitze. Bemerkenswerterweise sei im Kreisgebiet bei Festspielen, Theater und Museen ein dynamische Entwicklung festzustellen. Hier bekomme man Jahr für Jahr neue Angebote. Lebensqualität, das seien auch schöne Dörfer und ein reiches Kulturleben, wie es etwa in der Stadt Wassertrüdingen vorhanden sei.

Mit Ausführungen zu Gesundheitsvorsorge, Pflege, Feuerwehr und Ehrenamt schloss Jürgen Ludwig. Als Landrat wolle er Menschen und Wirtschaft unterstützen, diese dürften von der Bürokratie nicht behindert werden. Das beginne bereits beim Umgang mit den Bürgern, vom Landrat über die Abteilungsleiter bis zu den einzelnen Dienststellen. Ein Landrat müsse oft als Vermittler zwischen den Bürgern und den Vorschriften aktiv werden. Er müsse auch führen und vorangehen, dürfe aber nicht abheben. 



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