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Der Landkreis rechnet bei dem Projekt mit einer finanziellen Unterstützung vom Freistaat. „Es ist mir ein Anliegen, die Ehrenamtskarte im Landkreis einzuführen“, betonte eingangs Landrat Gerhard Wägemann. Für ihn stellt sie ein sichtbares Zeichen der Würdigung und Anerkennung von bürgerschaftlichem Engagement dar.
Genauso sieht es die Regionalmanagerin der Zukunftsinitiative Altmühlfranken des Landkreises, Carolin Tischner. Sie hat sich zusammen mit der neuen Leiterin der Freiwilligenagentur des Kreises, Dorothee Bucka, bereits intensiv mit dem Thema befasst. „Das Ziel der Karte ist, die Anerkennungskultur zu stärken für ehrenamtliches Engagement“, stellte Carolin Tischner im Kreisausschuss fest.
Nach einer Modellphase im Landkreis Cham steht die Einführung nach ihren Angaben seit dem letzten Jahr allen Landkreisen und kreisfreien Städten im Freistaat offen. 35 von ihnen seien bereits beteiligt. Nach Angaben der Regionalmanagerin gewährt der Freistaat für die Dauer von zwei Jahren eine Anschubfinanzierung in Höhe von 5000 Euro. Voraussetzung hierfür ist, dass der Landkreis mindestens zehn Prozent der förderfähigen Gesamtkosten trägt. Sie rechnet damit, dass auf den Landkreis zusätzliche Kosten in Höhe von rund 2000 Euro für die Initiative zukommen werden.
Die bayerische Ehrenamtskarte gibt es laut Carolin Tischner für Ehrenamtliche, die sich mindestens fünf Stunden in der Woche oder 250 Stunden im Jahr engagieren und seit mindestens zwei Jahren für das Gemeinwohl aktiv sind. Sie müssten sich freiwillig und unentgeltlich engagieren und mindestens 16 Jahre alt sein. Die Karte sei drei Jahre lang gültig.
Mit der Ehrenamtskarte sind der Regionalmanagerin zufolge verschiedene Angebote und Vergünstigungen verknüpft, etwa in Geschäften, Lokalen oder auch in öffentlichen Einrichtung wie beispielsweise Schwimmbädern. Zusätzlich attraktiv werde sie durch Verlosungen und Sonderaktionen. Die Angebote aller teilnehmenden Landkreise und kreisfreien Städte gelten laut Carolin Tischner für alle Karteninhaber gleichermaßen. Und auch der Freistaat gewähre Vergünstigungen, beispielsweise für die Einrichtungen seiner Schlösser und Seenverwaltung.
Laut Carolin Tischner sollen vor allem die Ehrenamtlichen, die durch ihr kontinuierliches Engagement eine Stütze der Gesellschaft sind, durch die Karte und die damit verbundenen Vergünstigungen ein kleines Dankeschön erhalten. Nachdem der Förderantrag gestellt ist, werden nach ihren Angaben die Stellen ausfindig gemacht, wo es künftig Vergünstigungen geben wird.
Die Vereine, Verbände und Organisationen werden dann ab April aufgerufen, Anträge für die Freiwilligen zu stellen, die die Voraussetzungen erfüllen. Die Daten werden im Landratsamt erfasst und zur Herstellung der Karten sodann an das zuständige Staatsministerium weitergeleitet. Die Ehrenamtskarten, gab Tischner bekannt, sollen ein- bis zweimal im Jahr im Rahmen eines festlichen Treffens ausgegeben werden. Die erste Ausgabeveranstaltung sei Anfang Dezember geplant.
Dorothee Bucka hat bereits mit Landkreisen, in denen die Karte bereits eingeführt wurde, Kontakt aufgenommen. „Die Erfahrung zeigt, dass es kein riesiger Aufwand ist“, informierte sie die Kreisausschussmitglieder. Sie geht davon aus, dass sich die Arbeitsbelastung nach einem ersten großen Schwung in einem überschaubaren Rahmen halten wird.
Die Leiterin der Freiwilligenagentur merkte an, dass die antragstellenden Verbände und Organisationen zuständig für die Richtigkeit der Angaben sind. Kreisrat Klaus Fackler regte an, die Karten im Rahmen der Ehrenabende, die bisher schon in den Städten und Gemeinden zu verschiedenen Anlässen durchgeführt werden, auszuhändigen. „Es wäre sinnvoll, sich an diese Aktionen dranzuhängen“, betonte er.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.