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Erdel verständnisvoll: „Es ist sinnvoll, dass die Europäische Kommission untersuchen lässt, welche indirekten Effekte mit der Herstellung von Biotreibstoffen verbunden sind. Unbestritten besteht das Problem indirekter Landnutzungsänderungen.
Die Ergebnisse, die sich bei der Studie des International Food Policy Research Institute (IFPRI) abzeichnen sind jedoch mehr als fragwürdig“. Die Aussagen der Studie zu Landnutzungsänderungen basierten auf mathematischen Modellen mit erheblichen Unsicherheiten. Steigerungen der Flächenproduktivität beim Anbau seien dabei ebenso unsichere Variablen wie die genaue Verwendung der Biomasse. Diese Faktoren seien für das Ergebnis aber entscheidend. Die IFPRI-Studie berücksichtige zudem keine Flächen, auf denen mehrere Ernten pro Jahr möglich sind (immerhin 150 Millionen Hektar weltweit).
Der schwerwiegendste Kritikpunkt an der Studie sei allerdings, dass bei vielen Agrarprodukten aus denen Biotreibstoffe gewonnen werden, zusätzlich auch Futtermittel hergestellt würden. Dies treffe insbesondere für den in Europa besonders relevanten Raps zu. Aus Raps werde nicht nur Rapsöl, sondern auch Rapsschrot, der ein hochwertiges Eiweißfutter darstelle. Dies werde in der Studie nicht ausreichend berücksichtigt. „Die Debatte um indirekte Landnutzungsänderungen ist wichtig“, sagt Erdel, „aber wir dürfen daraus aber nicht die falschen Schlüsse ziehen."
Auch im Verkehrssektor brauchen das Land einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien. Gleichzeitig müsse Deutschland seine Forschungsanstrengungen verstärken, damit schneller Biokraftstoffe der zweiten Generation zur Marktreife gebracht werden könnten. Sie könnten aus Stroh oder Algen gewonnen werden und damit das Problem der Flächenkonkurrenz entscheidend verringern.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.