Dienstag, 13.11.2018

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Leckerer Auftakt in Gunzenhausen

"GANS WILDe WOCHEN" in Altmühlfranken - Acht Restaurants setzen auf herbstliche Gaumenfreuden - 06.11.2018 17:46 Uhr

Ein Landrats-Vize an der Kartoffelpresse: Küchenchef Werner Dörntlein, Karl-Heinz Fitz, Robert Westphal, Gerhard Müller (Adlerbräu), Kreisbäuerin Helga Horrer, Thomas Winkler (Gasthof Winkler), Ines Wieland-Heinz und Bernhard Heinz (Zum Hirschen, von links). © Fotos: Jürgen Eisenbrand


Bei der Präsentation der Festwochen für Feinschmecker im Gunzenhäuser Hotel "Adlerbräu" betonte Hausherr Gerhard Müller, dass er sich "über solche Aktionen freue", und er appellierte an seine Berufskollegen, die regionale Küche noch mehr als bisher zu pflegen.

Dass dies alles andere als einfach sei, räumte Landrats-Stellvertreter Robert Westphal ein. Er sei nun bei "dieser wunderbaren Aktion schon einige Male dabei gewesen", deshalb wisse er, dass es ein "zähes Geschäft" sei, auf regionale Produkte zu setzen: "Man braucht einen langen Atem", so Westphal, "aber es geht langsam voran, das Thema rückt ins Bewusstsein der Bevölkerung."

Derzeit kämpfen die Verantwortlichen der ZIA allerdings erst einmal darum, genügend Gastwirte für die Aktionswochen zu gewinnen. Mit acht beteiligten Restaurants liegt man eigentlich unter der selbst gesteckten Untergrenze von zehn, sagt ZIA-Leiterin Kathrin Kimmich. Zudem musste sie Zahl der Aktionen schon von maximal fünf auf heuer zwei reduzieren, um genügend Resonanz zu bekommen. Schon in Kürze wollen die Beteiligten über die Zukunft der Aktion beraten, "ich würde es sehr begrüßen, wenn es weitergeht", hofft Robert Westphal.

Ines Wieland-Heinz vom Gasthaus "Zum Hirschen" in Muhr am See jedenfalls ist überzeugt von den kulinarischen Aktionswochen, mit denen es gelinge, gerade "in der staden Zeit mehr Gäste als sonst anzulocken". Die Menschen seien neugierig und wollten gerne etwas Neues ausprobieren.

Allerdings dürfe man dann "nicht irgendetwas Ausgeflipptes" veranstalten, sondern müsse "bodenständig-solide kochen, ohne Chemie und Glutamat, ohne Fertig-Zutaten" – aber eben bewusst mit Produkten aus der Heimat. "Das Geld soll in der Region bleiben", sagt sie, weshalb sie, wann immer möglich, nicht im Supermarkt kaufe, sondern bei den Bauern vor Ort, die sie auch, quasi als Kauf-Empfehlung für die Gäste, in ihrer Speisekarte nennt. Ein Konzept, das ihrem Gasthaus jüngst die Aufnahme in den "Genussführer Deutschland" des Feinschmecker-Verbandes "Slow Food" eingebracht hat.

Auch Ente kann „ganz wild“ sein: die Wildentenbrust aus dem Gunzenhäuser „Adlerbräu“.


Wie "regional" erfolgreich umgesetzt werden kann, macht seit Jahren Thomas Winkler vom gleichnamigen Gasthof in Alfershausen (Landkreis Roth) vor. "Wir haben dank der Initiative unseres Landrats zehn oder zwölf Jahre Vorsprung bei diesem Thema", sagt er. Und ist überzeugt: "Irgendwann springen die Gastwirte auf den Zug auf." Klar sei aber auch, dass der Begriff "regional" allein das Geschäft nicht zu einem Selbstläufer mache: "Man muss immer dranbleiben, sich immer wieder verbessern", sagt Winkler, dann könne man auch erfolgreich sein. Über klagende Kollegen urteilt er kurz und knapp: "Wer jammert, tut zu wenig."

Zu tun bekam dann vor allem Robert Westphal: Ausgerüstet mit Kochmütze und -schürze drückte er gekochte Erdäpfel durch die Kartoffelpresse, woraus Adler-Küchenchef Werner Dörntlein anschließend den Teig für Schupfnudeln zubereitete. Beim Ablösen der Wildentenbrust waren Westphal, der Gunzenhäuser Bürgermeister Karl-Heinz Fitz und die anderen Gäste der Präsentation dann nur interessierte Zuschauer, beim abschließenden, "gans wilden" Mittagessen griffen hingegen alle Beteiligten wieder aktiv ins Geschehen ein. 

JÜRGEN EISENBRAND E-Mail

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