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Mahnung und Erinnerung

Stadtrat beschließt Gedenktafeln am ehemaligen Schächterhaus - 01.10.2013 16:01 Uhr

So sollen sie ausschauen, die fünf Tafeln, die im Gedenken an die ehemaligen jüdischen Bürger Gunzenhausens künftig die Wand des einstigen Schächterhauses zieren.

So sollen sie ausschauen, die fünf Tafeln, die im Gedenken an die ehemaligen jüdischen Bürger Gunzenhausens künftig die Wand des einstigen Schächterhauses zieren.


Zum Jahrestag sollen nun Gedenktafeln am Schächterhaus (Hafnermarkt 13) enthüllt werden. Der Stadtrat hatte in seiner jüngsten Sitzung gegen den Entwurf nichts einzuwenden.
Mit den Tafeln, die die Namen der ehemaligen jüdischen Mitbürger tragen werden, soll „ein sichtbares Zeichen in der Stadt“ gesetzt werden, erklärte Bürgermeister Joachim Federschmidt die Intention des Vorhabens. Nach umfangreichen Vorgesprächen und Überlegungen wurde die freie Hauswand am Anwesen Hafnermarkt 13 zur Brunnenstraße hin als Standort ausgewählt. In diesem Gebäude befand sich das Schächterhaus, heute ist dort die Geschäftsstelle des Tourismusverbands Fränkisches Seenland untergebracht.
Insgesamt werden fünf satinierte Plexiglasscheiben an der Hauswand angebracht, die mittlere davon ziert eine Abbildung der Stele, die hinter dem Haus an die ehemalige Synagoge Gunzenhausens erinnert, die dem Nazi-Terror zum Opfer gefallen ist. Der Gedenktext auf dieser mittleren Tafel wurde zusammen mit Stadtarchivar Werner Mühlhäußer zusammengestellt. Die vier weiteren Tafeln sind den Namen der jüdischen Bürger in alphabetischer Reihenfolge vorbehalten.
Dass darauf noch Platz ist, ist durchaus beabsichtigt: „Die Liste ist noch nicht zu Ende, es können noch Namen dazukommen“, erklärte der Rathauschef und verwies auf die Forschungsarbeit der Mittelschule, die immer wieder neue Erkenntnisse zutage fördert.
Die Mitglieder des Stadtrats sprachen sich mit der Gegenstimme von Thomas Engelhardt (Freie Wähler) für den Vorschlag aus. So bezeichnete es Peter Schnell (Grüne) als ein „überfälliges Gedenken an die jüdischen Bürger der Stadt“ und mahnte an, das Thema nicht zu vergessen. Gerd Rudolph (SPD) zeigte sich erfreut, „das bis 9. November hinzubringen und vor allem in dieser Art und Weise“.
Die räumliche Frage sei nach einem längeren Entscheidungsprozess zu aller Zufriedenheit gelöst worden. „Das Haus ist der richtige Platz.“ Erich Söllner (Freie Wähler) sprach von einem richtigen Schritt und einer guten Lösung, und auch Manfred Pappler (CSU) fand zustimmende Worte: „Der Prozess im Stadtrat war durchweg positiv und demokratisch.“ Die Tafeln seien ein Denkmal im wahrsten Sinne des Wortes und fordern zum „denk mal nach“ auf.
Mit dem Einverständnis des Stadtrats werden die Tafeln bis zum 9. November hergestellt und montiert, sodass sie am Jahrestag ihrer Bestimmung übergeben werden können. 

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