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Markt Berolzheim: Heuernte wie früher

Heimatverein demonstrierte Arbeit zur Zeit des Wirtschaftswunders - 02.07.2017 07:20 Uhr

Feldarbeit mit historischen Maschinen: Die Aktion des Heimatvereins lockte viele Zuschauer an. © Andreas Dollinger


Freunde historischer Landmaschinen im Heimatverein Markt Berolzheim demonstrierten genau dies kürzlich auf einer Wiese südlich des Dorfes. Der Fokus lag dabei auf Geräten aus der Zeit des Wirtschaftswunders, die auch in der Landwirtschaft den endgültigen Siegeszug der Mechanisierung markierte. Nachdem sich insgesamt 17 historische Traktoren am Marktplatz versammelt hatten, ging es geschlossen zur Wiese unterhalb der Buchleite, wo bereits zahlreiche Berolzheimer warteten.

Noch viel Handarbeit

Zum Einsatz kam beispielsweise eine Mähmaschine von Fella, die Max Bickel hinter seinem perfekt restaurierten MAN-Schlepper zog. Wie Organisator Friedrich Weißlein den zahlreichen Zuschauern erläuterte, war die Zapfwelle damals noch lange nicht Standard, entsprechend wurde der Messerbalken noch mithilfe der Raddrehung angetrieben.

Im Vergleich zur Sense war dies bereits ein deutlicher Fortschritt, aber auch die Maschine verlangte noch viel Handarbeit. Bahn um Bahn wurde die Wiese umrundet, verfolgt von einigen Männern mit Rechen, die das frisch abgeschnittene Gras sauber ablegten.

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Mit Rechen und Balkenmäher

Wie arbeitsintensiv und schweißtreibend war die Heuernte zur Zeit des Wirtschaftswunders? Die Freunde historischer Landmaschinen im Heimatverein Markt Berolzheim demonstrierten das Mähen und Wenden mit altertümlichen Geräten und fanden jede Menge Zuschauer.


Der am Schlepper montierte Mähbalken kam ebenfalls zum Einsatz und erlaubte bereits die Ein-Mann-Bedienung. Ein anderer Teil der Wiese war bereits einige Tage zuvor gemäht worden, und fast fertiges Heu wartete darauf, noch ein letztes Mal gewendet zu werden, bevor es in die Scheune eingebracht werden konnte. Klaus Hausleider übernahm diese Aufgabe und verwendete dafür einen bereits mit Zapfwellenantrieb ausgerüsteten Gabelwender, ebenfalls von Fella. In der Funktionsweise ist dieses Gerät der händischen Arbeit nachempfunden, einzelne Heugabeln sind dabei auf einer rotierenden Kurbelwelle montiert und wirbeln das Heu portionsweise empor. Dies klappte beim trockenen Heu erstaunlich gut, beim frisch gemähten Gras wurden allerdings schnell die Nachteile der archaischen Maschine deutlich. Mehrmals verfing sich das Grün in den rotierenden Teilen und zwang zum Abstieg vom Traktor.

Mit einer Heuspinne des Herstellers Orion, die Karl-Heinz Wiesinger seitlich an seinem Fendt-Dieselross montiert hatte, wurde das Heu schließlich aufgeschwadet. Heuspinnen waren früher ein allgegenwärtiger Anblick und hielten sich aufgrund ihrer einfachen Bauweise recht lange, bis sie auch in unseren Breiten schließlich durch modernere Maschinen verdrängt wurden.

14 Meter Arbeitsbreite

In vielen Gegenden erleben die heute oft als Sternradschwader bezeichneten Geräte derzeit eine Renaissance, Arbeitsbreiten von 14 Metern sind dabei mittlerweile keine Seltenheit. Ihr großer Vorteil ist, dass sie keinerlei Antrieb benötigen und daher auch ein Traktor mit wenig Leistung vollkommen ausreicht. Hinter den Traktor gespannt, eignete sich die Spinne auch zum Wenden des Grases.

Zum Abschluss der Vorführung wurden noch Heumanderl aufgestellt und mit dem frisch gemähten Gras bestückt, wobei hier auch die Zuschauer mit anpacken durften. Vor allem die Kinder hatten dabei ihren Spaß, und so manche Mutter hatte am Ende Mühe, ihr Kind unter dem ganzen Gras wiederzufinden. 

ANDREAS DOLLINGER E-Mail

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