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Der Bundestagsabgeordnete Rainer Erdel hatte den erfahrenden Touristikexperten (er war zuvor in Bad Gögging) eingeladen, um über die Entwicklung im Seenland zu reden. Niederprüm nutzte die Gelegenheit und ging in Ansätzen auf den jüngsten Geschäftsbericht (2010) ein. Er hält die „naturräumlichen Ressourcen“ (also die Wasserflächen) nicht mehr für ausreichend, um sich von der Konkurrenz eindeutig abzuheben.
Zudem stellt er fest, dass die negative Berichterstattung über die Probleme mit Blaualgen an einigen Seen zum einem Rückgang bei den Tagesbesuchern geführt haben, obgleich die Problematik längst nicht alle Seen betrifft. Große Erwartungen hat er an den neuen Weitwanderweg „Der Seenländer“, den er einen „Qualitätsweg ind er Region“ nennt. Auf dem richtigen Weg wähnt sich Niederprüm in der Nutzung der neuen Medien: „ In nur sechs Monaten konnten über 30.000 Fans für Facebook gewonnen werden.“ Niederprüm will erreichen, dass die Gäste noch mehr Geld im Seenland lassen als sie das bisher tun. 93,90 Euro sind es pro Übernachtung (in den gewerblichen Betrieben, d.h. den Häuser mit mehr als neun Betten).
In der Rhön mit den Staatsbädern sind es hingegen 119 Euro. Einer Erhebung der Tourismuswirtschaft zufolge gibt der Gast im Seenland täglich 32,14 Euro aus (in der Bäderregion 51 Euro, in Franken durchschnittlich 38 Euro). Der Bekanntheitsgrad des Fränkischen Seenlands hält sich bundesweit noch in Grenzen, denn nur 24,5 Prozent (nach eigenen Auswertungen 28 Prozent) der Deutschen kennen die Urlaubsregion am Altmühl- und Brombachsee. Daraus leitet Niederprüm die Notwendigkeit ab, die Marke „Fränkisches Seenland“ noch stärker zu vermarkten. Dazu ist es nach seiner Ansicht aber auch nötlig, dass die Landkreise noch stärker kooperieren.
Der Experte glaubt, den richtige Weg zu kennen: „Erst investieren, dann kommen die Gäste auch, nicht umgekehrt.“ Er bejaht die von der Bundesregierung vorgenommene Reduzierung der Mehrwertsteuer in derHotelerie und bei den sonstigen Beherbergungsbetrieben: „Die Branche hat definitiv stark investiert.“ „Sehr sympathische“ bis „eher sympathisch“ halten der Umfrage zufolge 67 Prozent der Besucher das Seenland. Um diesen Wert noch zu steigern will der Tourismusverband, so die Ankündigung Niederprüms, noch mehr Musikevents an den Seen anbieten, aber auch die Baukultur („Zu Gast im Denkmal“) hervorheben und das Programm „Fränkische BierKulTour“ nutzen, das 2016 realisiert wird. „Große Events müssen zwei Jahre zuvor angeschoben werden“, sagt der Touristiker.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.