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Millionen-Investition im Herzen von Gunzenhausen

Landesamt für Schule kommt endgültig — „Haus Silo“ wird abgerissen - 10.10.2016 07:37 Uhr

Das große, rötlich-braune Gebäude an der Kreuzung wird wohl verschwinden: Das „Haus Silo“ muss aller Wahrscheinlichkeit nach einem Neubau weichen. © Limes-Luftbild


Eine Einschätzung, der sich umgehend auch Kultusminister Ludwig Spaenle anschloss, und die auch bei Gunzenhausens Bürgermeister Karl-Heinz Fitz und dem vierten CSU-Politiker im Bunde, dem Meinheimer Landtagsabgeordneten Manuel Westphal, für richtig gute Laune sorgte: „Ich bin dankbar für diese Ansiedlung“, sagte etwa Fitz, „sie ist immens wichtig für Gunzenhausen.“

Rund 150 Arbeitsplätze, viele davon hochqualifiziert und entsprechend besoldet, werden durch die vom Kabinett 2014 beschlossene „Heimatstrategie Regionalisierung von Verwaltung“ in Gunzenhausen entstehen, weitere gut 20 in Weißenburg. Und immer deutlicher kristallisiert sich auch heraus, wo genau sie in der Altmühstadt eingerichtet werden sollen: auf dem 6000 Quadratmeter großen Gelände des „Hauses Silo“ an der Ecke Nürnberger-/Bahnhofstraße.

Zwar sei das noch nicht endgültig beschlossen, weshalb dem Quartett der Name des Standorts zunächst partout nicht über die Lippen kommen wollte. Auf Nachfrage des Altmühl-Boten räumte Rathauschef Fitz jedoch ein, dass das, was die Spatzen seit Monaten von den Dächern pfeifen, wohl Realität werden wird: „Das zeichnet sich so ab.“ Zumal auch das Ministerium diesen „idealen Standort“ (Fitz) favorisiere.

Im Fall des Falles wird das ehrwürdige, aber marode Gebäude freilich einem kompletten Neubau weichen müssen, kündigte Minister Spaenle an und sprach von einer „ordentlichen staatlichen Hochbaumaßnahme“ und einer „Millionen-Investition im Herzen von Gunzenhausen“.

In drei Wochen geht’s los

Was für Skeptiker so klingen mag, als sei das alles ferne Zukunftsmusik, ein klarer Fall für den St.-Nimmerleinstag, ist alles andere als das: Schon Anfang November, also bereits in drei Wochen, wird das vierköpfige „Aufbauteam“ des Landesamtes für Schule (LAS) seine Arbeit in Gunzenhausen aufnehmen. Dafür bezieht es Büroräume in einer Gewerbe-Immobilie im Osten der Stadt, über die gerade – offenbar sehr erfolgversprechende – Gespräche mit dem Eigentümer laufen.

Am 1. Januar 2017 wird das LAS, entsprechend dem genannten Gesetz, das vom Landtag demnächst wohl mit großer Mehrheit verabschiedet wird, offiziell gegründet. Und von da an wird sich die Zahl der Mitarbeiter in Gunzenhausen Schritt für Schritt immer weiter erhöhen – im Gleichschritt mit der Verlagerung der einzelnen Abteilungen, die derzeit noch auf verschiedene Behörden verteilt sind. Bereits vor einiger Zeit hatte Fitz prognostiziert: Schon 2018 oder 2019 „ist das Landesamt mit seinen Mitarbeitern mehr oder weniger hier“.

Ein Quartett mit guten Nachrichten für Gunzenhausen: Manuel Westphal, Kultusminister Ludwig Spaenle, Landrat Gerhard Wägemann und Bürgermeister Karl-Heinz Fitz (von links). © Jürgen Eisenbrand


An Bewerbern jedenfalls scheint es dem neuen Landesamt nicht zu mangeln, was sowohl Fitz wie auch Wägemann derzeit schon zu spüren bekommen: Sie berichteten von engen Mitarbeitern, die die Chance LAS nutzen wollen – und zum Teil sogar schon eine Zusage für das Aufbauteam haben. Was beide „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ betrachten, wie Fitz bekannte. Schließlich sei es gut, wenn Menschen in der neuen Behörde arbeiteten, „die die Örtlichkeiten und die Strukturen hier kennen“.

Manuel Westphal sprach in diesem Zusammenhang von einer „neuen Landlust“, die in München deutlich zu spüren sei. Und die sich unter anderem darin zeige, dass Beamte durchaus Interesse daran hätten, von der Isar an die Altmühl zu ziehen. Landrat Wägemann wiederum weiß von Bewerbungen ehemaliger Altmühlfranken, die im LAS eine Möglichkeit sehen, wieder in die alte Heimat zurückkehren zu können: „Zum Teil haben sie sogar schon Wohneigentum hier gekauft.“

Grund zur Freude und Auftrag

150 neue Mitarbeiter plus deren Familien – für Karl-Heinz Fitz ist das nicht nur Grund zur Freude, sondern auch ein Auftrag: „Die Menschen sollen sich bei uns wohlfühlen, und sie müssen bei uns Wohnungen finden“, sagt Gunzenhausens Bürgermeister. Weshalb er schon seit geraumer Zeit „große Anstrengungen unternehme, um neue Baugebiete zu schaffen“.

Eine Aufgabe, die in kleinerem Umfang auch auf seinen Weißenburger Amtskollegen Jürgen Schröppel zukommt. Denn auch dort nimmt noch in diesem Herbst ein dreiköpfiges Vorauskommando seine Arbeit auf, schon im ersten Quartal 2017 soll sich dessen Stärke verdoppeln.

Während in der Großen Kreisstadt der endgültige Dienstsitz der Landesstelle für nichtstaatliche Museen und ihrer 20 Mitarbeiter noch nicht feststeht (Spaenle: „Wir sind auf einem guten Weg, ihn zu finden“), ist zumindest klar, wo die „Pioniere“ der Behörde arbeiten sollen: in der Oberen Stadtmühlgasse 1, in unmittelbarer Nähe zur Fachoberschule, wo derzeit schon eifrig umgebaut wird.

„Insgesamt“, so Minister Spaenle, habe die Staatsregierung mit den Behördenansiedlungen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen „eines der größten Projekte der Verlagerung umgesetzt“. Die diversen Dienststellen an einem Ort zu konzentrieren sei „wichtig“, und dieser Prozess sei nun „auf dem Gleis“. Und er wirkte dabei fast so erfreut wie Wägemann, Fitz und Westphal.

  

JÜRGEN EISENBRAND E-Mail

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